Birmingham (dpa) – Malaika Mihambo kämpfte mit ihren Emotionen und konnte nach dem fünften Platz bei den Leichtathletik-Europameisterschaften ihre Tränen irgendwann nicht mehr zurückhalten. Dabei hatte Deutschlands beste Weitspringerin zunächst noch schmunzeln müssen, als sie am Ende der EM in Birmingham von ihren technischen Problemen berichtete.
So meinte die 32-Jährige zum fünften Versuch auf 6,70 Meter: «Bei dem 6,70er zum Beispiel, da habe ich 'ne riesige Arschbombe gemacht, da habe ich ganz viel Landeverlust gehabt.» Zudem sei sie vor dem Brett abgesprungen. So blieben 6,94 Meter die beste Weite. Siegerin Larissa Iapichino aus Italien sprang nur sechs Zentimeter weiter.
Ein Privileg, über Platz fünf traurig zu sein
Doch die Niederlage – eine weitere nach Platz zwei bei den deutschen Meisterschaften – nagte an ihr. «Nachher ist es dann immer ein bisschen schwerer so zu akzeptieren, wie es ist, oder schneller abzuhaken», sagte die Athletin der LG Kurpfalz. «Man gibt auch einen Teil von sich selbst, von daher tut es auch weh, wenn es mal nicht reicht.»
Dann musste Mihambo allmählich schwerer schlucken, ehe ihr schließlich doch ein paar Tränen die Wangen hinabkullerten. «Gleichzeitig weiß ich aber auch, was das für ein Privileg ist, heute auch hier zu sein und traurig zu sein, dass ich jetzt nur Fünfte bei einer EM geworden bin.»
Der Sport hilft über größeren Schmerz hinweg
Sie habe in den vergangenen Jahren mit viel härteren Aufgaben gekämpft, erklärte Mihambo. Sie sprach von einem harten und andauernden Trauerprozess, in dem sie sich befinde, ohne genauer darauf einzugehen. Dankbar sei sie dafür, trotzdem wieder den Spaß am Sport gefunden und im Training viele Bestleistungen aufgestellt zu haben.
«Es ist ein positives Gefühl. Ich empfinde es wirklich als Privileg, dass ich jetzt hier stehen kann und denke: Mein Herz tut weh, weil ich Fünfte geworden bin», sagte die Olympiasiegerin und jeweils zweimalige Welt- und Europameisterin. «Das ist keine große Enttäuschung, das ist einfach ein momentaner Schmerz, und das ist in Ordnung.» Der Sport sei die Nummer eins, und alles andere dahinter könne auch vergessen werden.
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