Bonn (dpa) - Der italienische Geher-Olympiasieger Alex Schwazer ist als internationaler Starter bei den deutschen Straßenmeisterschaften positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet worden. Wie die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (Nada) mitteilte, wurde ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen eingeleitet.
Zudem hat die Nada den 41-Jährigen nach dem positiven Test am 26. April im hessischen Kelsterbach suspendiert und eine Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft auf Basis des Anti-Doping-Gesetzes gestellt.
Schwazer, der 2008 in Peking über 50 Kilometer Olympia-Gold gewonnen hatte, hatte im Rahmen der DM im Marathon-Rennen in 3:01:55 Stunden die schnellste Zeit geschafft. Für den Leichtathleten ist dies bereits der dritte Doping-Vorfall - nachdem er jahrelang und über viele Instanzen sportrechtlich erfolglos gegen die zweite Verurteilung und für sein Renommee gekämpft hatte.
Schwazer: Bin unschuldig, aber ohne Kraft für Justizkampf
«Ich bin unschuldig, ich habe weder Epo genommen noch andere Substanzen», sagte er übereinstimmenden Medienberichten zufolge bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz über die Nachricht aus Deutschland. «Diesmal aber werde ich mich nicht mehr dagegen zur Wehr setzen, ich habe dazu keine Kraft mehr. Ich bin 41 Jahre alt, habe eine wunderschöne Familie und mein Leben. Mein Job hat nichts mit dem Leistungssport zu tun.»
Er habe aber um die Öffnung der B-Probe gebeten, verkündete Schwazer. Sein langjähriger Trainer habe von dem Rennen in Hessen eine dritte Urinprobe Schwazers mitgenommen - auch sie soll untersucht werden. Die Anti-Doping-Stellen «sollen machen, was sie wollen; das tun sie ja ohnehin», resümierte er. «Ich kann einfach nicht im Sport bleiben, das nehme ich zur Kenntnis.»
Schon zweimal wegen Dopings gesperrt
Der Südtiroler war bereits 2012 vor den Olympischen Spielen in London positiv auf Epo getestet worden und hatte später seine Schuld eingestanden. Er wurde daraufhin für vier Jahre gesperrt und erhielt eine achtmonatige Haftstrafe auf Bewährung. Seine damalige Freundin, die frühere Eiskunstlauf-Weltmeisterin Carolina Kostner, soll ihm geholfen haben, Tests zu umgehen und war dafür für 16 Monate gesperrt worden.
Am 1. Januar 2016 war er im Auftrag des Leichtathletik-Weltverbands World Athletics erneut positiv getestet worden. In seiner Urinprobe waren anabole Steroide festgestellt worden. Schwazer, der diesen Doping-Vorwurf immer zurückgewiesen hatte, wurde für acht Jahre gesperrt.
Er wollte bei der Unabhängigen Integritäts-Agentur (AIU) erreichen, dass seine Sperre aufgehoben wird. Dies hatte die AIU abgelehnt. Der Italiener legte Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof Cas ein - und scheiterte.
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