Länderspiel
Wieder verloren: Handballer können Dänen-Fluch nicht brechen
Deutschland - Dänemark
Sorgte für viel Gefahr aus dem Rückraum: Spielmacher Juri Knorr.
Federico Gambarini. DPA

Das DHB-Team liefert Dänemark ein Handball-Duell auf Augenhöhe. Der couragierte Auftritt wird am Ende nicht belohnt. «Selber Schuld», meint Bundestrainer Alfred Gislason.

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Köln (dpa) - Deutschlands Handballer haben den seit zehn Jahren andauernden Dänemark-Fluch erneut nicht besiegen können und den ersehnten mentalen Befreiungsschlag auf dem Weg zur Heim-WM verpasst. Im letzten Länderspiel vor der langen Sommerpause unterlag das Team von Bundestrainer Alfred Gislason dem Olympiasieger, Weltmeister und Europameister mit 29:31 (16:17).

«Wir hatten anders als im Hinspiel eine super Torhüterleistung. Die Abwehr stand nicht ganz so gut. Wir haben das gleiche Problem wie im ersten Spiel: die Wurfausbeute. Die Dänen haben verdient, dieses Spiel zu gewinnen. Wir sind selber Schuld», monierte Gislason bei ProSieben. Die Lücke auf die Skandinavier sei nicht kleiner geworden - «momentan nicht».

Knorr ist bester DHB-Werfer

Vor 19.500 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Lanxess-Arena war Spielmacher Juri Knorr mit acht Toren bester Werfer für die DHB-Auswahl, die erst Anfang November wieder zusammenkommt. Dann bleiben Gislason noch zwei Monate Zeit, den EM-und Olympia-Zweiten optimal auf die Medaillen-Mission bei der Heim-Endrunde im Januar 2027 einzustellen.

Zwei Tage nach der deftigen 28:36-Abreibung in Kopenhagen agierte Deutschland dieses Mal auf Augenhöhe mit dem Dominator des Welt-Handballs. Das lag aber auch daran, dass Dänen-Coach Nikolaj Jacobsen auf Stars wie Welthandballer Mathias Gidsel, der am Freitag mit zehn Toren überragt hatte, Spielmacher Rasmus Lauge oder Kreisläufer Magnus Saugstrup verzichtete. 

Wolff-Paraden pushen DHB-Team

In der Anfangsphase lief das DHB-Team trotzdem stets einem Rückstand hinterher. Doch dann kam Torwart Andreas Wolff langsam auf Betriebstemperatur und sorgte mit einigen spektakulären Paraden - darunter ein Siebenmeter - für Rückenwind. Beim 9:7 (13.) lag das DHB-Team erstmals mit zwei Toren vorn. 

In der Defensive ließ die deutsche Mannschaft jedoch zu viele Lücken, die die Gäste immer wieder nutzten. Ende der ersten Halbzeit kamen einige technische Fehler hinzu, sodass es mit einem knappen Rückstand in die Pause ging. «Andi ist gut im Spiel. Davon profitieren wir. Leider berauben wir uns selbst einer besseren Halbzeit-Situation», resümierte Teammanager Benjamin Chatton nach 30 Minuten.

Fehlstart in Halbzeit zwei

Nach dem Wechsel stockte das Angriffsspiel des EM-Zweiten zunächst. Die Dänen nutzten die kleine Schwächephase und zogen erstmals auf vier Tore davon. Das hinterließ aber keine Wirkung bei der DHB-Auswahl, die mit einem 3:0-Lauf schnell wieder herankam.

Vor allem Kreisläufer Justus Fischer wurde im Angriff nun zum X-Faktor. Mitte der zweiten Halbzeit sorgte der Hannoveraner für den Ausgleich zum 25:25. Als Torwart David Späth dann auch noch einen Siebenmeter parierte und Knorr für die erste deutsche Führung sorgte, kochte die Stimmung auf den Rängen fast über. In der spannenden Schlussphase blieb es eine enge Partie, in der sich das DHB-Team am Ende nicht belohnen konnte.

© dpa-infocom, dpa:260517-930-91873/2

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