Saison-Endspurt im Handball
Nach Pokal: Füchse im Stimmungshoch – Magdeburg leckt Wunden
Füchse Berlin - Bergischer HC
Pokalsieger Füchse Berlin hat in dieser Saison noch einiges vor.
Federico Gambarini. DPA

Die Füchse Berlin und der SC Magdeburg verfolgen noch hohe Saisonziele in der Bundesliga und der Champions League. Die Stimmungslage bei den Rivalen könnte jedoch kaum unterschiedlicher sein.

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Köln (dpa) – Die wilde Pokal-Party fiel aus. In einer Kölner Bar stießen die Handballer der Füchse Berlin beim gemütlichen Abendessen mit ihren Familien und Freunden auf den zweiten Pokal-Triumph nach 2014 an, doch schon auf der Rückreise in die Hauptstadt kreisten die Gedanken von Mathias Gidsel & Co. um die Herausforderungen im Saison-Endspurt.

«Der Pokal ist etwas ganz Besonderes. Ich möchte ihn nicht missen. Aber für uns ist es – auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten – elementar wichtig, in der Champions League zu spielen», sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning und richtete den Blick umgehend auf das große Ziel.

Zwei Wege führen dorthin. Der eine über die Bundesliga, wo mindestens Platz drei her muss. Der andere über den Gewinn des laufenden Königsklassen-Wettbewerbes. Beides ist für den Tabellendritten, der im Viertelfinale der Champions League auf den ungarischen Topclub Veszprem trifft, noch möglich.

Berlin mit Rückenwind

Deshalb setzte Hanning einen engen Rahmen für die Pokal-Feier. «Für uns ist es der dritte nationale Titel innerhalb von zwölf Monaten. Das muss und darf natürlich gefeiert werden. Aber nur im Rahmen dessen, was jeder für sich vertreten kann, ohne den Fokus zu verlieren», sagte der Füchse-Boss.

Schließlich soll der Erfolg beim Final4 die Berliner nicht lähmen, sondern pushen. «Jetzt können wir mit viel Selbstvertrauen und Rückenwind in die restlichen Saisonspiele gehen. Das kann uns sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League helfen», befand Hanning. Trainer Nicolej Krickau verbreitete ebenfalls Zuversicht: «Ich spüre eine Gewinnerkultur in der Mannschaft.»

Bereits am Donnerstag geht es mit dem Topspiel gegen den Tabellenvierten VfL Gummersbach weiter. Dort wieder auf höchstem Level zu agieren, werde «eine heroische Aufgabe», so Hanning. Danach stehen die Königsklassen-Duelle mit Veszprem an – «das schwierigste Los von allen, die kommen konnten», befand der 58-Jährige.

Welthandballer Gidsel wollte jedoch keine Angst aufkommen lassen. «Veszprem ist ein extrem starker Gegner, aber wir wissen, wie wir sie schlagen können», sagte der dänische Welt- und Europameister. Und mit Blick auf das Finalturnier, das ebenfalls in Köln steigt, fügte der 27-Jährige hinzu: «Ich hoffe, dass wir im Juni wiederkommen.»

Magdeburg im Jammertal

Von solchen Gedankenspielen ist der SC Magdeburg nach dem bösen Pokal-Absturz weit entfernt. Dabei ist auch für den designierten Meister, der mit sieben Punkten Vorsprung vor Verfolger SG Flensburg-Handewitt in die letzten sechs Saisonspiele geht, in der Königsklasse noch alles möglich. Die Elbestädter treffen im Viertelfinale mit Pick Szeged ebenfalls auf einen ungarischen Vertreter.

Erfolgstrainer Bennet Wiegert ist nach den Pleiten gegen den Bergischen HC und den TBV Lemgo Lippe aber erst einmal als Psychologe gefragt. «Habe ich Sorgen? Natürlich. Wenn man solch ein Wochenende spielt, zieht das nicht einfach so an einem vorbei. Das gilt es zu verarbeiten», sagte der 44-Jährige.

Er selbst werde die Enttäuschung über die verkorksten Auftritte «einige Wochen oder sogar Monate mit mir herumtragen», prophezeite Wiegert. Gleichzeitig hofft er, dass seine Spieler das «so schnell wie möglich aus den Köpfen bekommen und abschütteln. Das wird nicht so easy, wie mancher vielleicht denkt. Einfach so den Mund abwischen, das ist es nicht.»

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