Zandvoort (dpa) – Zumindest die Batterien der Fahrer sind voll. Der entscheidende Saisonabschnitt der Formel 1 auch mit dem packenden Duell Jungstar gegen Altmeister kann kommen. Selbst wenn noch immer unklar ist, ob der Iran-Krieg womöglich auch noch die beiden finalen Rennen beeinträchtigen wird.
Und so genossen sie die Formel-1-Ferien
WM-Primus Kimi Antonelli gönnte sich unter anderem ein bisschen Jachtluxus und Wasserspaß vor Sardinien. Mit 219 Punkten insgesamt und 50 Zählern Vorsprung auf Platz zwei ließ es sich gut entspannen. Wird der Mercedes-Teenager mit dem Lockenkopf und ausgeprägtem Hang für Streiche der erste italienische Weltmeister seit Alberto Ascari 1953?
«Wir haben Punkte liegen lassen, während unsere Konkurrenten ihren Performance-Rückstand verringert haben. Wir wissen, dass die zweite Jahreshälfte uns mehr abverlangen wird als die erste», warnt Teamchef Toto Wolff. Hinzu kommt: In Zandvoort konnte noch kein Mercedes-Pilot seit der Rückkehr 2021 gewinnen.
Und weitere Chancen nach dem kommenden Wochenende, bei dem auch noch Zähler im Sprintrennen zu holen sind, wird es so schnell nicht geben. Es wird die vorerst letzte große Formel-1-Sause in Orange in den Dünen nahe Amsterdam sein.
Nur genießen? Welche Siegchance Verstappen hat
Bisher war es oft die große Verstappen-Show: Siege 2021, 2022 und 2023. In den beiden vergangenen Jahren wurde es jeweils Rang zwei. Die Chancen diesmal? Es müsste schon sehr viel zusammenpassen. Verstappen ist mit dem mürrischen Red-Bull-Wagen in diesem Jahr noch immer sieglos.
«Ich habe so viele schöne Erinnerungen hier in Zandvoort, und es war ein Privileg und einer meiner vielen Höhepunkte, in den letzten Jahren vor meinem Heimpublikum fahren zu dürfen», sagt er nun: «Ich möchte es einfach mit den Fans genießen. Hoffentlich auch, was das Fahren angeht.»
An Verstappens Seite wird Liam Lawson fahren. 2023 feierte der mittlerweile 24 Jahre alte Neuseeländer in Zandvoort sein Formel-1-Debüt fürs Zweitteam des österreichischen Unternehmens. Diesmal wurde er kurzfristig in den Red Bull befördert anstelle von Isack Hadjar. Der Franzose hatte lange Zeit auch schöne Ferien, verletzte sich dann aber am Handgelenk. Für Lawson bei den Racings Bulls darf Ex-Stammfahrer Yuki Tsunoda ran.
Hamilton & Kardashian – auch Lindsey Vonn ist begeistert
Die WM machen in den derzeit noch geplanten elf Rennen andere unter sich aus. Erster Verfolger von Antonelli ist Lewis Hamilton. Der Rekordweltmeister, dessen Platz Antonelli bei Mercedes eingenommen hatte, blüht auf – fahrerisch endlich im Ferrari und privat mit Kim Kardashian. Die Urlaubszeit genoss er sichtlich mit ihr. «Freue mich für euch beide», kommentierte sogar US-Skistar Lindsey Vonn entsprechende Bilder.
Doch Hamilton wird sich durch die private Glückseligkeit nicht von seiner Titelmission abbringen lassen – mit dem achten Triumph wäre der 41-Jährige alleiniger Rekordhalter und würde auch in der Königskategorie Michael Schumacher übertrumpfen.
Hamiltons Kurzvideos vom Training dürfte sich auch der nicht mal halb so alte Antonelli angeschaut haben, der weitere Attacken fürchten muss. Erst recht, nachdem nun auch noch der zweite Ferrari-Fahrer privat Grund zum Dauerlächeln hat.
Schwangerschaft und Antrag
Charles Leclercs Ehefrau Alexandra postete Fotos, die die Spekulationen um eine Schwangerschaft befeuerten. Im Klassement liegt ihr Gatte auf dem vierten Rang, vor ihm ist auch noch George Russell. Der britische Teamkollege von Antonelli – sportlich in einer Auf- und Ab-Saison – machte seiner Freundin Carmen Montero Mundt in den Formel-1-Ferien wiederum einen Antrag. Der Verlobungsring soll Schätzungen zufolge einen hohen sechsstelligen Wert haben.
Es gibt also viele Gründe, warum die Titelrivalen trotz auch ein wenig trüber Wetteraussichten mit sonnigstem Gemüt an der niederländischen Nordsee haltmachen dürften. Danach geht es nach Italien zum Ferrari-Heimspiel in Monza, ehe die Premiere in Madrid ansteht und Europa – zumindest nach dem jetzigen Plan – in diesem Jahr Formel-1-Geschichte ist.
Allerdings bleibt es fraglich, ob die Rennen am Ende der Saison in Katar und Abu Dhabi nicht doch noch wegen des Iran-Krieges gestrichen werden. Lösungsideen gab es bereits reichlich, Portimão an der portugiesischen Algarve gilt als Ausweichort. Fix ist nichts. So wie im WM-Kampf trotz des satten Polsters von Antonelli.
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