Köln/Berlin (dpa) – Das erhoffte Selbstvertrauen konnten die deutschen Basketballerinnen beim Doppelspieltag in Köln nicht sammeln, die guten Worte von Dennis Schröder und Co. taten ihnen eine Woche vor der Heim-WM in Berlin daher besonders gut. «Natürlich supporten wir die Frauen in Berlin. Das ist cool für den deutschen Basketball und sie werden es schon richtig gut machen», sagte Schröder nach dem Basketball-Spektakel in der Lanxess Arena.
Während die Männer beim 99:83 gegen die Niederlande den nächsten klaren Sieg in der WM-Qualifikation einfuhren, mussten sich die Frauen gegen die Türkei bei der Generalprobe für die Weltmeisterschaft in Berlin (4. bis 13. September) knapp mit 62:63 geschlagen geben. «Natürlich hatten wir auf einen Sieg gehofft, aber es war nur ein Testspiel», sagte Luisa Geiselsöder.
Warten auf WNBA-Trio
In der verbleibenden Woche bis zum Auftaktspiel gegen Spanien setzen die deutschen Frauen vor allem auf das bislang noch fehlende WNBA-Trio Leonie Fiebich, Nyara Sabally und Frieda Bühner. «Wir haben heute viel gelernt. Mit den Dreien sind wir aber eine komplett andere Mannschaft. Vor allem offensiv», sagte Bundestrainer Olaf Lange.
Bühner, in den USA bei Portland Fire aktiv, kam bereits am Donnerstag in Deutschland an und weilte schon in Köln beim Team. Auch Nyara Sabally saß auf der Tribüne, durfte wegen der speziellen WNBA-Regeln aber offiziell noch keinen Kontakt zum Team haben. Die jüngere Schwester von Satou Sabally, die wegen der Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung für die WM in ihrer Heimatstadt absagen musste, fällt seit einiger Zeit wegen Wadenproblemen aus.
Lange ist aber zuversichtlich, dass sie in Berlin Teil des Kaders sein kann. «Die ersten Eindrücke sind sehr positiv», sagte der Nationalcoach über die Ergebnisse einer MRT-Untersuchung. Sabally würde dem deutschen Spiel mit ihrer Präsenz unter dem Korb sehr guttun.
Spezielle Rolle für Fiebich
Vor allem aber warten sie beim Deutschen Basketball Bund sehnsüchtig auf die Ankunft von Fiebich. Die 26-Jährige ist nach der Absage von Satou Sabally der Star der Mannschaft und muss das Team in Berlin führen. Nach langer Pause wegen einer Knöchelverletzung stand Fiebich zuletzt wieder zweimal für New York Liberty auf dem Parkett. «Ich werde auf jeden Fall dabei sein», hatte sie bereits vor ihrem auch vom Club ersehnten Comeback gesagt. Nun wird sie wohl am Wochenende zum Team stoßen.
In den verbleibenden Tagen bis zum WM-Start in der Uber Arena wartet auf das deutsche Team dann noch viel Arbeit. «Viel Schlaf wird es nicht geben», sagte Lange über die für den Trainerstab anstehende intensive Zeit. In den drei Testspielen, die gegen Spanien, Ungarn und die Türkei allesamt verloren wurden, wurde besonders deutlich, dass die deutsche Offensive unter Druck große Schwierigkeiten hat.
Gegen das aggressive Pressing der Türkinnen verlor die deutsche Mannschaft im dritten Viertel völlig den Faden und am Ende auch das Spiel. Vom scheinbar unerschütterlichen Selbstverständnis der Männer sind die Frauen noch sehr weit entfernt. Dennoch wollte Schröder die Niederlage der Frauen gegen die Türkei nicht überbewerten. «Besser jetzt als in Berlin», sagte der Welt- und Europameister.
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