Cleveland (dpa) – Mit dem Umzug ins knapp 4.000 Kilometer entfernte Cleveland wird sich Dennis Schröder auch abfinden. Der Kapitän der deutschen Basketball-Nationalmannschaft kennt das, seit er 2013 seine Heimat Braunschweig verließ und in die USA zog. Anfangs wurde er sesshaft bei den Hawks in Atlanta, nach den fünf Jahren dort wurde Schröder aber ein NBA-Nomade. Oklahoma, Los Angeles, Boston, Houston, noch mal Los Angeles, Toronto, New York, San Francisco, Detroit, Sacramento – und nun also Cleveland.
13 verschiedene Clubs sind der Rekord
«Ich bin jetzt 13 Jahre hier, kenne das natürlich und werde, egal wo es ist, immer das Gleiche versuchen zu leisten», sagte Schröder dem Sender Sky, noch bevor der Wechsel des Familienvaters zu den Cavaliers besiegelt war: «Am Ende des Tages sind wir halt auch nur Menschen, aber wie gesagt: Ich nehme das professionell.»
Dennoch: Es ist Schröders elfte Station in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga. Vom Rekord ist er nicht mehr weit entfernt. Noch wird der gehalten von Ish Smith: Er spielte in seiner Karriere bis 2024 für 13 verschiedene Clubs.
Schröder ist Teil eines Deals mit insgesamt vier Spielern zwischen drei Clubs. Mit dem 32 Jahre alten deutschen Welt- und Europameister wechselt auch Keon Ellis von Sacramento nach Cleveland. «Nach sorgfältiger Bewertung und einem klareren Blick auf die Lage in der Eastern Conference sind wir davon überzeugt, dass die Verpflichtung von Dennis und Keon unsere Tiefe stärkt, unsere Flexibilität vergrößert und uns in die Lage versetzt, jetzt und in Zukunft ein Team aufzubauen, das das Zeug zum Meister hat», sagte Clevelands Basketball-Boss Koby Altman.
ESPN prophezeit: Weniger Spielzeit für Schröder
Der NBA-Titel fehlt Schröder selbst auch noch. Die Kings sind Letzter in der Western Conference. Sein neuer Club liegt dagegen auf Playoff-Kurs in der Eastern Conference, aktuell belegen die Cavaliers dort den fünften Platz.
Von einer großen Verstärkung schrieb das Online-Sportportal der «New York Times» für Cleveland mit Blick auf Schröder. Allerdings machte «The Athletic» auch schon ein paar Schwierigkeiten aus. Und der Sender ESPN prophezeite: «Es ist unwahrscheinlich, dass Schröder auch nur annähernd so viel Spielzeit bekommen wird wie bei den Kings.»
Für Sacramento kam er zu 40 Einsätzen in dieser Saison, zumeist von der Bank. Im Schnitt spielte Schröder etwas mehr als 26 Minuten und kam ebenfalls im Schnitt auf 12,8 Punkte und 5,3 Assists.
Es sei immer sehr schwierig, so ein Band aufzubauen als Team, als Organisation, «wenn du weißt, dass sie dich jederzeit wegschicken könnten», sagte Schröder dem Sender Sky auch. «Am Ende des Tages ist es am besten für mich zu spielen, um happy zu sein. Ich will happy sein und will competen, um zu gewinnen. Da ist es dann auch egal, wo man ist.»
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