Basketball
«Bisschen zu wild»: Nowitzki über College-Deals für Talente
Dirk Nowitzki
Dirk Nowitzki wird in die Fiba Hall of Fame aufgenommen. (Archivbild)
Andreas Gora. DPA

Talente jagen in den USA Mega-Deals, deutsche Vereine verlieren so ihre Jungstars. Basketball-Ikone Dirk Nowitzki sieht in dem System Anpassungsbedarf, zeigt aber auch Verständnis für die Spieler.

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Berlin (dpa) – Basketball-Legende Dirk Nowitzki sieht Handlungsbedarf in der Debatte um die Folgen der Mega-Einnahmen für junge Talente am US-College. «Das NIL hat alles verändert im College und damit auch die internationale Szene für Jugendbasketball», sagte Nowitzki über die sogenannten NIL-Deals.

Das steckt hinter den NIL-Deals

Was steckt hinter dem NIL-Deal (Name, Image and Likeness)? Nach einem Gerichtsurteil dürfen Athletinnen und Athleten seit 2021 auch als Studenten Geld verdienen – zwar nicht direkt für Einsätze wie Profisportler, aber für Marketing- und Werbemaßnahmen. Viele der deutschen Talente kommen so auf ein Vielfaches dessen, was sie in Deutschland bekämen.

Für die Clubs sei es schade, «dass jetzt mit 18 Jahren die ganzen Talente wegrennen», sagte Nowitzki, zeigte aber auch Verständnis für die jungen Spieler. «Wenn du in Würzburg so und so viel verdienen kannst und durch das NIL kriegst du das Zehnfache, Zwanzigfache, ist es natürlich schon klar, wofür sich die Kids dann entscheiden.»

Denn ein Wechsel mache auch für die sportliche Entwicklung Sinn, sagte der NBA-Champion von 2011: «Am College gibt es sehr, sehr gute Programme, die haben sehr viele Ressourcen – die Hallen, die Trainingsmöglichkeiten, die Coaches. Es ist schon alles vorhanden, sodass man sich da sehr, sehr gut entwickeln kann.»

«Im Moment ist das System noch ein bisschen zu wild»

Es würden über die nächsten Jahre mit Sicherheit noch ein paar Regeln dazukommen, blickte der 47-Jährige voraus und dachte dabei auch an eine Gehaltsobergrenze (Salary Cap). «Im Moment ist das System noch ein bisschen zu wild.»

Es seien schon fast Profimannschaften, die sich die Colleges da zusammenholen. «Die Spieler hüpfen von einem College aufs nächste, weil da ein bisschen mehr bezahlt wird», sagte Nowitzki in einer Medienrunde in Berlin vor seiner Aufnahme in die Hall of Fame des Basketball-Weltverbandes Fiba.

Die deutschen Vereine hatten wegen der jüngeren Entwicklung zuletzt wieder Alarm geschlagen. «Wir erleben einen unaufhaltsamen Exodus, die Fiba und die nationalen Verbände können den Teams aus Mangel an Strukturen nicht helfen», sagte Dragan Tarlac, der Sport-Geschäftsführer der Basketballer des FC Bayern. «Das Geld am College ist unschlagbar», sagte auch Alba Berlins Sportdirektor Himar Ojeda.

© dpa-infocom, dpa:260421-930-972418/1

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