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EGC Wirges: Stefan Ruthenbeck geht zum VfR Aalen, Hansi Pörtner übernimmt

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Blick zurück: Nur noch viermal steht Stefan Ruthenbeck als Trainer der Spvgg EGC Wirges an der Seitenlinie. Danach wechselt er zum VfR Aalen, wo er Sportlicher Leiter für Nachwuchs und Amateure wird.
Blick zurück: Nur noch viermal steht Stefan Ruthenbeck als Trainer der Spvgg EGC Wirges an der Seitenlinie. Danach wechselt er zum VfR Aalen, wo er Sportlicher Leiter für Nachwuchs und Amateure wird.
Foto: Marco Rosbach

Herr Ruthenbeck, Sie wechseln zum VfR Aalen, einem Verein, den Fußballfans in unserer Region nicht unbedingt im Blick haben. Wie kam's dazu?

Ich kenne jemanden, der auch Markus Schupp, den Sportdirektor der Aalener, kennt. Als der Kontakt hergestellt war, hat es gleich gefluppt.

Das heißt, Sie und der Verein waren sich sofort einig?

Naja, so einfach war das auch nicht. Wir haben unzählige Telefonate geführt. Ich war auch in Aalen, um mich mit den Verantwortlichen zu treffen. Ich fand es von Beginn an sehr beeindruckend, wie man sich um mich, einen No Name, bemüht hat. Denn die Aufgabe, die mich erwartet, ist sehr anspruchsvoll.

Wie genau ist denn dieses Aufgabenfeld umrissen?

In einem Wort gesagt: Aufbauarbeit. Es ist im Grunde genau das, was ich immer wollte. Ich habe die Möglichkeit, ein Konzept voranzutreiben, mit Talenten zusammenzuarbeiten, etwas Neues zu entwickeln.

Sie sind also mehr als "nur" der Trainer der U 23-Mannschaft...

Genau. Der Verein ist in den vergangenen Jahren schnell gewachsen. Im oberen Bereich stimmt schon sehr viel, das zeigt der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Aber dahinter ist die Lücke zum Amateur- und Jugendbereich noch zu groß. Dass der Verein in mir einen hauptamtlichen Mitarbeiter dafür eingestellt hat, ist ein erster Schritt.

Sie sprechen von Aufbauarbeit. Können Sie auch ein konkretes Ziel nennen?

Ich denke, Ziel all unserer Bemühungen ist es, junge Spieler mit Stallgeruch an den Profikader heranzuführen.

Stichwort Nachwuchsleistungszentrum: Welchen Stand werden Sie vorfinden, wenn Sie ihren neuen Job antreten?

Fakt ist, dass es ein solches Leistungszentrum noch nicht gibt, dass es aber Teil der Lizenzauflagen der Deutschen Fußball-Liga ist. Also muss der Verein es aufbauen, damit er künftig diese Auflagen erfüllen kann. Die Basis dafür zu schaffen, das ist mein Job in den ersten Wochen. Es gibt tolle Gebäude, gute Plätze. Doch alles muss zusammengeführt und koordiniert werden. Darauf freue ich mich sehr.

Bleibt vor diesem Hintergrund Zeit, sich voll und ganz auf Wirges und den Abstiegskampf in der Oberliga zu konzentrieren?

Das ist ja wohl keine Frage. Ganz ehrlich: Der Abschied tut weh. Wir haben etwas Tolles auf die Beine gestellt, wie ich finde. Als ich kam, hatte der Verein gerade einen großen Schnitt hinter sich. Wir haben eine überragende Rückrunde gespielt und sind in der Klasse geblieben. Danach gab's wieder viele Abgänge – und wie es zurzeit aussieht, schaffen wir es wieder.

Was bleibt hängen von Ihrer Zeit in Wirges? Wie fällt, einige Wochen vor ihrem Abschied, die Bilanz aus?

Die Bilanz ist überragend. Wir sind im Pokal zweimal bis ins Halbfinale gekommen, hatten dabei unter anderem ein tolles Heimspiel gegen Koblenz, das wir damals vor großer Kulisse absolut offen gestaltet haben. Es lief oft Vieles gegen uns – aber irgendwie haben wir es immer wieder geschafft.

Zurück zu Ihrem Job beim VfR Aalen. Sie wohnen in Linz, da wird Pendeln keine Dauerlösung sein.

Nein, sicher nicht. Ich werde meinen Wohnort Linz verlassen und mit der Familie nach Aalen ziehen. Meine Firma werde ich nach 18 Jahren verlassen, um diese Herausforderung anzunehmen.

Haben Sie keine Angst vor diesem Schritt?

Ich habe einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben und glaube fest daran, dass meine neue Tätigkeit mehr auf Perspektive angelegt ist, als es ein Trainerjob im Profibereich wäre. Außerdem stand ich mit 40 Jahren vor der Frage, ob ich in meinem Leben noch mal etwas wagen will oder nicht. Ich habe mich für die Veränderung entschieden – und ein sehr gutes Gefühl dabei.

Nachfolge geregelt: Hansi Pörtner macht's mal wieder

Stefan Ruthenbeck hat zwar eine große Aufgabe vor sich, doch die Zukunft der Spvgg EGC Wirges liegt dem 40-Jährigen noch immer am Herzen. Auch die Nachfolge auf dem Trainerposten beschäftigt den scheidenden Fußballlehrer, der im Interview mit unser Zeitung unvermittelt sagte: "Mein Wunschkandidat ist Hansi Pörtner." Der Verein scheint den Wunsch erhört zu haben, gestern Nachmittag bestätigte Achim Wussow, der Vorsitzende der EGC: "Wir haben uns dafür entschieden, mit Hansi Pörtner den Weg weiterzugehen, den Stefan Ruthenbeck in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit uns eingeschlagen hat."

"Ich war schon immer begeistert von dem, was Stefan in seiner Zeit beim TuS Mayen mit vielen jungen Spielern aufgebaut und geleistet hat", sagt Pörtner. "Deshalb habe ich mich damals auch sehr darum bemüht, ihn nach Wirges zu bekommen." Über das, was der 40-jährige Fußballlehrer aus Linz in Wirges gemacht hat, war Pörtner immer informiert, "wir lagen von Beginn an auf einer Wellenlänge, haben über alle wichtigen Entscheidungen lange gesprochen." Ihn zum Nachfolger zu machen, lag auf der Hand, wie auch der Vorsitzende Achim Wussow bestätigt. "Hansi ist viel unterwegs, aber wir sind sicher, dass er mit der Unterstützung eines Co-Trainers genau der richtige Mann ist." Was sie an Hansi Pörtner haben, wissen die Wirgeser genau, übernimmt er die Mannschaft doch zum nunmehr dritten Mal. Und Vorsitzender des Vereins war der "neue Alte" ja auch schon.

Von unserem Redakteur Marco Rosbach

Regionalsport Ost
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