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Koblenz

Thomas Anders: 50 ist doch kein Alter!

Es war der 1. März 1963, als ein gewisser Bernd Weidung seinen ersten Schrei tat. Wer hätte damals gedacht, dass aus dem Jungen einmal ein echter Weltstar werden würde. Heute feiert Thomas Anders seinen 50., und wir gratulieren ihm.

Der Musiker Thomas Anders zeigt in seinem Büro in Urbar die Sammlung von Backstage-Pässen. Der frühere Sänger der Popband "Modern Talking" feiert am 1. März 2013 seinen 50. Geburtstag.
Der Musiker Thomas Anders zeigt in seinem Büro in Urbar die Sammlung von Backstage-Pässen. Der frühere Sänger der Popband "Modern Talking" feiert am 1. März 2013 seinen 50. Geburtstag.
Foto: DPA

Sagt man zum 50. bei Ihnen „Herzlichen Glückwunsch“ oder „Herzliches Beileid?“

Immer „Herzlichen Glückwunsch“! Und falls Sie die Frage in zehn Jahren noch einmal stellen wollen: Auch dann darf man „Herzlichen Glückwunsch“ sagen. (lacht)

Sie feiern also Ihre Geburtstage.

Aber natürlich! Ich finde es total bescheuert, wenn ich von Menschen höre, dass sie ihre Geburtstage nicht feiern, dass sie nicht angerufen werden wollen – als würden sie dadurch nicht älter! Was ist das denn? Älter zu werden gehört zum Leben, oder man muss einfach vorher sterben. Weglaufen vor dem Alter? Nein. Und außerdem: Alter – 50 ist doch kein Alter. 50 ist ja das neue 40. Man ist erfahrener, weiser. Hoffentlich.

Wie feiern Sie denn?

Wir feiern in Koblenz, die Familie ist dabei, und viele Freunde sind eingeladen. Auch Menschen, die ich schon ein paar Jahre lang nicht mehr gesehen habe und auf die ich mich wirklich sehr freue. Zum 50. macht man sich den Terminkalender ja dann doch frei und kommt.

Wir müssen natürlich ein wenig zurückblicken. Denken Sie manchmal noch an die Zeit vor Thomas Anders?

Das sind meine ersten 15 Jahre; das muss man sich mal vorstellen. 35 Jahre lang habe ich mit Thomas Anders gelebt. Ich erinnere mich gern noch an meine Kindheit und Jugend auf dem Maifeld, mit Geschwistern und Eltern. Aufwachsen, ins Gymnasium gehen, die ersten Auftritte – damals noch als Bernie von der Mosel bei Hommen im Gülser Moseltanzpalast. Das hat mich alles geprägt, das waren meine Lehrjahre, und ich habe damals viel gelernt, das ich dann später in meinen Shows einsetzen konnte. Wenn ich so zurückblicke, ist eins interessant: Es gibt nicht die eine Lieblingserinnerung oder den Wendepunkt, an den ich zurückdenke. Sondern ich fühle das Gefühl, das ich damals erlebt habe, als ich auf der Bühne vor Publikum stand. Diese Magie, die da entsteht. Und auch das Gefühl, sich immer in einer Art Wettbewerb zu befinden. Wenn man etwas Besonderes präsentieren will, dann muss man sich einem Wettbewerb stellen. Dem Publikum, das entscheidet, ob das, was man macht, gut ist oder nicht.

Bis man dann die erste Nummer eins in Deutschland schafft.

Das ist im Nachhinein besonderer als im Moment des Erlebens. Man kann das Ereignis zunächst gar nicht begreifen! Fragen Sie mal einen Lottogewinner: Wenn der den Anruf bekommt, dass er gewonnen hat, reagiert er bestimmt mit dem Satz: „Das glaub ich jetzt nicht.“ Was das konkret bedeutet, das versteht man erst später. So war es bei mir auch: Ich erinnere mich, dass die Plattenfirma anrief und sagte: „,You're my heart, you're my soul' ist Nummer eins!“ Damals knallten natürlich die Champagnerkorken. In der Rückschau sehe ich, dass mein Leben mit diesem Erfolg und mit Modern Talking überhaupt eine ganz neue Ausrichtung bekam, die unumkehrbar war. Hätte es das alles nicht gegeben, sähe mein Leben heute ganz anders aus.

Wie denn? Was denken Sie?

Hm, gute Frage.

Weiß man nicht, gell?

Ich hätte bestimmt irgendetwas Kreatives, etwas mit Musik gemacht. Ich habe Germanistik, Publizistik und Musikwissenschaft studiert; vielleicht wäre ich Musikjournalist geworden!

Zurück ins Heute: Von wem erwarten Sie denn zum 50. Glückwünsche?

Na, na, Sie müssen jetzt gar nicht das Gespräch auf eine gewisse Person lenken. (lacht laut) Ich erhoffe mir nur Glückwünsche von Menschen, die es ehrlich mit mir meinen. Sonst können sie mir gestohlen bleiben. Irgendein Rumgeschleime zum 50., das brauch ich überhaupt nicht.

Wenn also Herr Bohlen ein Paket schickt, machen Sie es nicht auf.

(lacht) Da kann ja 'ne Bombe drin sein ...

Was den hoffentlich friedvollen Verlauf des Festes durchaus stören würde ... Was wünschen Sie sich denn zum 50.?

Eigentlich ist meine Antwort trivial, aber ich wünsche mir wirklich Gesundheit. Ich stehe ja auf der Sonnenseite des Lebens und wache morgens auf mit dem Gedanken: „Lieber Gott, bitte verändere nichts! Bitte keine schicksalshafte Geschichte, bitte lass auch die Familie gesund sein.“ Und es ist wirklich so: Mit 50 tickt der Körper nicht mehr so wie früher. Wenn man so lebt wie ich, wenn man 400 000 Kilometer im Jahr mit dem Flugzeug zurücklegt, dann hat man hin und wieder schon mal Rücken. Das ist vollkommen normal, glaube ich. Wenn man gesund ist, denkt man nicht drüber nach, aber wenn es einmal weh tut, wird das Thema Gesundheit auf einmal wichtig. Ich möchte mir das Bewusstsein bewahren, dankbar für jeden Moment zu sein, in dem ich gesund durchs Leben gehen darf.

Von unserem Redakteur Michael Defrancesco

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