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    Capricorn verdient eine faire Chance am Nürburgring

    Nun ist es also Capricorn geworden. Den Insolvenzverwaltern, der Landesregierung und auch vielen Motorsportfans dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein, als der Düsseldorfer Autozulieferer den Zuschlag erhielt.

    Dietmar Brück kommentiert.
    Dietmar Brück kommentiert.
    Foto: Jens Weber

    Es kommentiert Dietmar Brück

    Die Investmentgesellschaft H.I.G., als Heuschrecke verpönt, wäre nur schwer vermittelbar gewesen. Mit Capricorn besteht die Chance, dass endlich Ruhe am Nürburgring einkehrt. Robertino Wild muss eine faire Chance bekommen.

    Die Pläne von Capricorn dürften einigermaßen konsensfähig sein: Das Unternehmen will ein langfristiges Engagement, den Frieden mit der Region und den Motor- und Breitensport in der Eifel ausbauen. Am Partydorf „Grüne Hölle“ sollen die Abrissbagger anrücken – die Achterbahn verschwindet ebenfalls von der Bildfläche. Die Tage des Rückbaus dürften Volksfestcharakter in der Ring-Region annehmen. Natürlich wird auch Capricorn die Millioneninvestition refinanzieren müssen. Preiserhöhungen sind nicht ausgeschlossen. Aber wenn es am Ring gelingt, einen neuen konstruktiven Geist der Versöhnung zu entfesseln, könnten endlich bessere Zeiten anbrechen.

    Ein Verkauf der weltberühmten Rennstrecken an H.I.G. hätte, obwohl auch deren Konzept Hand und Fuß hatte, einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Landesregierung und Insolvenzverwalter hätten sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, einen Mythos an Investmenthaie verscherbelt zu haben. Die hohe Renditeerwartung des H.I.G.-Konsortiums wäre in der Tat eine schwere Hypothek für den Neuanfang in der Eifel geworden.

    Land hat Steuergelder in den Sand gesetzt

    Aber auch so hat die Landesregierung sich nicht mit Ruhm bekleckert. Ihre größte Tat war, sich herauszuhalten. Ansonsten dürfte feststehen, dass sie knapp eine halbe Milliarde Euro an Steuergeld in den Sand gesetzt hat. Und mehr als skandalös ist: Der für 330 Millionen Euro errichtete Freizeitpark ist allenfalls noch gut 20 Millionen Euro wert. Eine derartige Vernichtung öffentlichen Geldes ist schon rekordverdächtig.

    Schließlich darf nicht vergessen werden, dass der Verkauf noch nicht in trockenen Tüchern ist. Die EU-Wettbewerbsbehörde muss zustimmen. Und Brüssel schaut sich das Vertragswerk genau an. Der ADAC beispielsweise – eventuell in Kombination mit einer regionalen Unternehmergruppe – hat den Kampf nicht aufgegeben. Gegner des Investorenprozesses wie der Verein „Ja zum Nürburgring“ lassen ebenfalls nicht locker. Sie hoffen immer noch auf ein gemeinnützig geprägtes Modell wie eine Stiftung, wollen aber auch mit Capricorn reden.

    Die Arbeitnehmer rund um den Eifelkurs fürchten indes jetzt vor allem Stellenabbau. Wenn Capricorn den Freizeitbereich abreißt, fallen erst einmal Jobs weg. Bis der geplante Technologiepark Konturen erhält und Arbeit schafft, dürfte es dauern.

    Dennoch bleibt zu hoffen, dass nun nicht erneut ein regionaler Ring-Krieg losbricht. Robertino Wild und sein Team sind offensichtlich mit Geld und Leidenschaft bereit, für eine gute Zukunft der schönsten Rennstrecke der Welt zu kämpfen. Hilfe können sie gut gebrauchen. Mehr noch: Sie haben Unterstützung verdient.

    E-Mail: dietmar.brueck@rhein-zeitung.net

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