Archivierter Artikel vom 22.11.2013, 23:27 Uhr
Remagen

Liveticker zum Nachlesen: 230 Nazis marschierten durch Remagen – Gegendemonstranten boten ihnen die Stirn

Ausnahmezustand in Remagen: 230 Rechtsradikale marschierten am Samstag durch die Stadt – unerwartet viele waren gekommen, um die Geschichte umzudeuten. Etwa 350 Mitglieder von Antifa-Gruppen stellten sich ihnen in den Weg. Dazwischen standen mehrere Hundertschaften der Polizei. Und die Remagener setzten dem Ganzen ein buntes Bürgerfest entgegen. Zum Nachlesen: Unser Live-Ticker aus Remagen.

Schwarze Fahnen, dunkle Kleidung – so marschierten im November 2013 rund 250 Neonazis von der Remagener Innenstadt zum Gelände des ehemaligen Rheinwiesenlagers.

Sascha Ditscher

Seit 2009 gibt es jährlich diese von den Rechten als Gedenkveranstaltung deklarierte Kundgebung.

Sascha Ditscher

Mit dunklen Fahnen bringen die Rechten ihre politische Gesinnung zum Ausdruck.

Sascha Ditscher

Polizisten auf dem Weg zum Ort der Kundgebung in Remagen.

Sascha Ditscher

Kurze Absprachen auf dem Weg zum Einsatzort.

Sascha Ditscher

Ganz in der Nähe sind ihre Mannschaftswagen geparkt.

Sascha Ditscher

Aus mehreren Richtungen machen sich Polizisten auf den Weg, um rechte Gruppen und linke Gegendemonstranten voneinander fern zu halten.

Sascha Ditscher

Das Gelände rund um die Kapelle, bevor die Neonazis dort eintreffen.

Sascha Ditscher

Radfahrer werden von der Polizei angewiesen, sicherheitshalber eine andere Strecke zu fahren.

Sascha Ditscher

Die Kapelle – für die Neonazi-Kundgebung verhüllt.

Sascha Ditscher

Die Remagener wollen nicht, dass die kleine offene Kirche zur „Pilgerstätte“ rechter Fanatiker wird.

Sascha Ditscher

Die Rechten marschieren in Remagen auf. Foto: Sascha Ditscher

„Rheinwiesenlager – eine Million Tote rufen zur Tat“ – mit ihrem Transpartent betonten die Rechten ihre irrige Auffassung, dass im ehemaligen Kriegsgefangenenlager eine Million Deutsche zu Tode gekommen sein sollen.

Sascha Ditscher

Aus Rheinland-Pfalz, den umliegenden Bundesländern, aber auch aus Berlin kommen Neonazis zu ihrer als „Trauermarsch“ deklarierten Kundgebung.

Sascha Ditscher

Rechte versammeln sich in der Nähe des Remagener Campus.

Sascha Ditscher

Die Neonazis kommen aus allen Regionen des Landes und erinnern mit ihren Fahnen an die Gebiete, die ihrer Meinung nach zu Unrecht nicht mehr zu Deiutschland gehören.

Sascha Ditscher

Viele Teilnehmer tragen Mützen und Sonnenbrillen.

Sascha Ditscher

Schwarze Fahnen und Reden beim „Trauermarsch“.

Sascha Ditscher

Zum vermeintlichten „Trauermarsch“ tragen die Neonazis einen Kranz voran.

Sascha Ditscher

Zur Erinnerung an die Veranstaltung wird auch per Handy fotografiert.

Sascha Ditscher

Die Remagener Bürger sind nicht erfreut darüber, dass die Rechten ausgerechnet ihre Stadt für ihre Kundgebungen missbrauchen.

Sascha Ditscher

Schwarze Fahnen werden auch bei den Zwischenkundgebungen entlang der Wegstrecke gehalten.

Sascha Ditscher

Dunkle Transparente, braune Parolen.

Sascha Ditscher

Remagen ist seit 2009 einmal jährlich Anlaufpunkt für die rechten Gruppen. Dieses Mal waren rund 250 Neonazis bei der Kundgebung – ähnlich viele wie 2011.

Sascha Ditscher

Die Polizei sorgt für eine Abgrenzung der Neonazis.

Sascha Ditscher

Antiamerikanmismus gehört oft zur Grundhaltung der Rechten.

Sascha Ditscher

„Kein Bock auf Nazi“ zeigen linke Gegendemonstranten den Stinkefinger. Erkannt werden wollen sie nicht.

Sascha Ditscher

Die Antifa-Leute versuchen, die Neonazi-Kundgebung zu stören. Auch durch viel Lärm.

Sascha Ditscher

Die Polizei ist in ausreichender Stärke vor Ort, um das Aufeinandertreffen der Gruppen zu verhindern.

Sascha Ditscher

Festgenommen wurde niemand, gab die Polizei nachher bekannt. Lediglich ein paar Platzverweise wurden ausgesprochen.

Sascha Ditscher

Alles in allem liefen die Demonstrationen und Gegendemonstrationen friedlich ab.

Sascha Ditscher

Die Polizei konnte nach getaner Arbeit wieder abziehen.

Sascha Ditscher

Im Vorfeld war schon dafür gesorgt worden, dass die Wege der Demonstranten auch durch das Sperren von Haltestellen kanalisiert wurden.

Sascha Ditscher

Der Campus Remagen ist gleich in der Nähe der Kundgebungen.

Sascha Ditscher

Auch am Campus gibt es eindeutige Signale gegen rechts.

Sascha Ditscher

17.44 Uhr: Die Polizei bestätigt: Es gab keine Festnahmen. Es wurden jedoch einige Platzverweise ausgesprochen.

17.28 Uhr: Die Rechten sind am Abreisen. Die meisten haben Remagen bereits verlassen, wie die Polizei mitteilt.

17.17 Uhr: „Über 450, meist junge Menschen, haben heute gegen den Aufmarsch von 260 Neonazis in Remagen demonstriert. Danke an das Bündnis gegen Rechts!“, twittert @D_Artangan.

17.03 Uhr: Im Moment wird die B9 gesperrt. Das bedeutet: In Kürze kommen die Rechten wieder am ursprünglichen Aufstellungsort in Remagen an. Und ganz bald ist dann Schluss.

17.02 Uhr: Es gab noch eine kurze Zwischenkundgebung, daher hat sich der Rückmarsch verspätet, wie die Polizei bestätigt.

16.46 Uhr: Noch sind die Rechten nicht angekommen. Die Ankunft wird sich um einige Minuten verzögern. Weshalb? Das ist derzeit unklar.

Die Polizei sorgt für eine Abgrenzung der Neonazis.
Die Polizei sorgt für eine Abgrenzung der Neonazis.
Foto: Sascha Ditscher

16.24 Uhr: Laut Polizei wollten Linke hin und wieder zu den Rechten durchbrechen. Doch das sei verhindert worden.

16.23 Uhr: Die Rechten treffen in wenigen Minuten am Bahnhof ein, um die Heimreise anzutreten.

16.11 Uhr: Die Linken schreiben: Polizei erteilt Platzverweise entlang der Route. Andererseits blasen auch sie zum Abmarsch und verweisen darauf, dass der Bus nach Mainz um 17 Uhr fährt.

16.05 Uhr: Antifas haben eben die Naziroute blockiert und sind von der Polizei „abgeräumt“ worden, wie die Linken schreiben.

Bunt, vielfältig, fröhlich, gut besucht: So soll der Tag der Demokratie am Samstag in Remagen werden. Vereine, Kirchen, Gruppierungen, Schulen und Verbände haben in der Innenstadt ein ordentliches Programm organisiert. Hauptrednerin ist Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

dpa

Der Tag der Demokratie wird von regionalen Vereinen und Verbänden veranstaltet, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Zeitgleich findet in Remagen ein Neonazi-Aufmarsch statt.

dpa

Malu Dreyer besucht die Stände der regionalen Vereine und Verbände.

dpa

Viele Bürger sind gekommen, um den Worten der Ministerpräsidentin zuzuhören.

dpa

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) spricht in Remagen am Tag der Demokratie auf dem Marktplatz.

dpa

15.57 Uhr: „Die Barrieren rund um die Madonna sind weitestgehend abgebaut. Leichter Nieselregen. Hier ist soweit alles entspannt, denke bei der Polizei auch“, berichtet unser Kollege aus Remagen.

15.51 Uhr: Frisches Bildermaterial aus Remagen ist nun eingetroffen. Stellen die Bilder gleich online.

15.35 Uhr: „Abmarsch“, meldet unser Kollege.

15.27 Uhr: Die Rechten formieren sich zum Abmarsch.

15.25 Uhr: Die Rechten singen ihr Abschlusslied. Doch man versteht ihre Worte nicht – die Tröte eines Gegendemonstranten ist einfach zu laut.

15.14 Uhr: Mit einer Tröte versucht jemand die rechten Redner zu stören. Im Moment hat eine Frau das Wort.

Die Rechten marschieren in Remagen auf. Foto: Sascha Ditscher
Die Rechten marschieren in Remagen auf.
Foto: Sascha Ditscher

15.13 Uhr: Polizei sagt gegenüber unserer Zeitung, dass der Tag bisher überwiegend friedlich verläuft. Wörtlich: „Es gibt keine größeren Probleme.“

15.12 Uhr: Polizei weiß nichts von einer angeblichen Festnahme an der Kapelle.

15.05 Uhr: „Tageslicht auf Nazi-Glatze ist ganz schlecht für die Synapse“, spottet @IT_Fettchen bei Twitter.

14.55 Uhr: Die Antifa twittert: „Erste Festnahme an der schwarzen Madonna. 4 Cops auf einen Schwerbehinderten.“

14.54 Uhr: Die Polizei riegelt nun das Campus-Gelände ab.

14.50 Uhr: „Eine Person wurde an einer Absperrugn zur Seite genommen von Beamten“, beobachte unser Kollege in Remagen. Vermutlich handelt es sich um einen Linken.

14.48 Uhr: Die Linken lästern im Netz: „An der Madonna ist eine junge Einsatzhundertschaft. Frischlinge.“

Die Zwischenkundgebung der Rechten. Foto: <a target=
Die Zwischenkundgebung der Rechten.
Foto:
@AachenerAusweg

14.45 Uhr: „In Remagen läuft die Zwischenkundgebung. Es sind ca. 200 Kameraden auf der Straße“, twittert @AachenerAusweg.

14.30 Uhr: Antifa schreibt gerade, dass die Polizei etwa 60 Meter vor der Kapelle abriegelt und keinen mehr durchlässt. Dort werden gleich die Rechten ihre Kundgebung abhalten.

14.28 Uhr: „Schwarze Madonna. Die Nazis kommen“, twittert Antifa.

14.26 Uhr: Die Antifa geht jetzt von 300 Nazis aus – Sie haben offenbar Leute bzw. Gruppen identifiziert: 80 Leute von der neuen Partei der 3. Weg, das FN Süd, Nazis aus Berlin von der Kameradschaft Tor und Kader von der NPD.

14.20 Uhr: Die Antifa schreibt: „Hinterm Freibad werden immer mehr Cops aufgefahren. Passt auf euch auf !!!“

14.16 Uhr: „Die Rechten marschieren auf die Zielgerade ein“, berichtet einer unserer Kollegen aus Remagen.

Die Rechten in Ruf- und Sichtweite: "Keine Cops zwischen uns und den Nazis", twittert die Antifa. Foto: <a target=
Die Rechten in Ruf- und Sichtweite: „Keine Cops zwischen uns und den Nazis“, twittert die Antifa.
Foto:
@AlertaSiegen

14.13 Uhr: Die Rechten in Ruf- und Sichtweite: „Keine Cops zwischen uns und den Nazis“, twittert die Antifa.

14.04 Uhr: Es gibt neue Zahlen: Laut Polizei sind 230 Rechte aufmarschiert – ihnen treten 350 Linke gegenüber.

13.58 Uhr: Seit 15 Monaten läuft der Mammutprozess um das rechtsradikale Aktionsbüro Mittelrhein – jetzt hat das Landgericht Koblenz die ersten vier der 26 Angeklagten verurteilt. Viele von ihnen nahmen in den Vorjahren an den Aufmärschen in Remagen teil. Hier gibt es die Geschichte.

Malu Dreyer spricht zu den Bürgern. Foto: RZ
Malu Dreyer spricht zu den Bürgern.
Foto: RZ

13.56 Uhr: Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Remagen: „Zuversichtlich, wenn sich Stadt so lange und erfolgreich gegen Rechtsextremismus wehrt.“

13.54 Uhr: Die Antifa schreibt: Es gab einen Durchbruchsversuch in Richtung Naziroute. Die Polizei versucht, zu kesseln.

13.52 Uhr: Hoffentlich gibt es keine Randale! Die Antifa meldet: Ein Teil der Demo bewegt sich vom Abschlusskundgebungsort in Richtung Naziroute.

13.48 Uhr: „Sieben Polizeibusse fahren vor dem Campus vor – Vorhut der Polizei?“, berichtet unser Kollege aus Remagen.

13.44 Uhr: Der rechte Trauermarsch ist nun in Bewegung.

Der Trauermarsch der Rechten. Foto: <a target=
Der Trauermarsch der Rechten.
Foto:
@AachenerAusweg

13.41 Uhr: „Remagens Marktplatz ist jetzt bestens gefüllt. Gleich spricht MP Malu Dreyer“, berichtet unser Kollege aus der Innenstadt.

13.35 Uhr: Noch nichts vor heute? Warum nicht zum Bürgerfest gegen Rechts nach Remagen? Alle Infos zum Fest gibt es hier

Gleich spricht Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu den Bürgern von Remagen. Foto: RZ
Gleich spricht Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu den Bürgern von Remagen.
Foto: RZ

13.33 Uhr: Antifa schreibt: „Die Polizei wird aufgefordert, die Demonstrationsauflagen zu befolgen und den Spalier zu unterlassen.“ Und: „Die Polizei bedrängt Antifas beim Penny, die Demo wartet, bis alle wieder da sind.“

13.30 Uhr: „In Remagen beginnt soeben der Trauermarsch an die Opfer der Rheinwiesenlager. Es sind mehr als 250 Nationalisten auf der Straße!“, twittert die Rechte Dortmund.

13.28 Uhr: Viele Fotos von der Antifa-Demo gibt es hier

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und weitere Politiker zeigen Flagge gegen die Rechten. Foto: RZ
Ministerpräsidentin Malu Dreyer und weitere Politiker zeigen Flagge gegen die Rechten.
Foto: RZ

13.25 Uhr: Sie wollen Flagge zeigen gegen die Rechten: Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, Landrat Jürgen Pföhler und Stadtchef Herbert Georgi in Remagen beim Bürgerfest.

13.19 Uhr: Polizei gibt Zahlen bekannt: 250 (!) Rechte sind nach Remagen gekommen – deutlich mehr als im Vorjahr. Damit haben die wenigsten gerechnet... Im Jahr 2012 marschierten laut Polizei 150 Neonazis mit. Aufgrund der Razzia am Braunen Haus in Bad Neuenahr und diverser Verbotsverfahren in NRW waren deutlich weniger Kameraden nach Remagen gekommen als noch 2011 (rund 250).

13.17 Uhr: Der Marsch zur Kapelle dauert etwa 30 Minuten.

13.16 Uhr: „In wenigen Sekunden marschieren die Rechten los“, bestätigt die Polizei unserer Zeitung am Telefon.

13.13 Uhr: „Ein Radfahrer darf jetzt nicht mehr durch die Absperrung an der Madonna vorbei. Er muss einen Umweg über das Schulgelände nehmen“, berichtet unser Kollege.

13.11 Uhr: Antifa schreibt gerade: „Die Nazis sind jetzt auf 250 angewachsen. Haltet die Augen offen und passt aufeinander auf!“

Nach dem ökumenischen Gottesdienst in friedlich-entspannter Stimmung wurde am Mittag die Kapelle komplett verhüllt. Kein rechter Demonstrant soll die Madonna zu Gesicht bekommen und als Symbol missbrauchen.

Sascha Ditscher

Die Kapelle „zur schwarzen Madonna“ wurde 1987 eingeweiht. Die Madonna selbst fertigte Professor Adolf Wamper während der Kriegsgefangenenschaft.

Sascha Ditscher

Sammeln vor der Kundgebung.

Sascha Ditscher

Die Polizei beobachtet das Geschehen.

Sascha Ditscher

Die Polizei hat Demonstranten und Gegendemonstranten im Auge.

Sascha Ditscher

Die Einsatzkräfte versuchen, Die Demonstrationen in geordnete Bahnen zu lenken.

Sascha Ditscher

Wie viele linke Demonstranten es sind – darüber gibt es unterschiedliche Angaben: Die Polizei geht von 350 Personen aus.

Sascha Ditscher

Das Polizeiaufgebot ist groß, es werden mehrere hundert Beamte im Einsatz sein.

Sascha Ditscher

Die Polizei begleitet die Demonstranten durch die Straßen.

Sascha Ditscher

„Respektlos, scheisse und jung“ steht auf der Jacke dieser Demonstrantin. Viele Teilnehmer sind junge Leute.

Sascha Ditscher

Die Route der beteiligten Gruppen ist im Vorfeld genau festgelegt worden.

Sascha Ditscher

Die linksgerichteten Antifa-Gruppen protestieren mit Fahnen und Plakaten.

Sascha Ditscher

„NS-Verherrlichung stoppen“ steht auf mehreren Transparenten.

Sascha Ditscher

Die Demonstranten müssen sich an die vorgegebenen Wegstrecken halten. Dafür sorgt unter anderem die Polizei.

Sascha Ditscher

„Nazis blockieren – immer und überall“ – das ist die Auffassung der Gegendemonstranten.

Sascha Ditscher

„Auch 60 Jahre später: Keine Opfer sondern Täter“ – Damit ist gemeint, dass die Neonazis entgegen aller Erkenntnisse behaupten, dass im ehemaligen Kriegsgefangenenlager der Aliierten eine Million deutscher Soldaten zu Tode gekommen seien.

Sascha Ditscher

„Antifaschistische Aktion“ in violett und orange.

Sascha Ditscher

Für alle Fälle: Demosanitäter.

Sascha Ditscher

Ein breites Statement: Gegen Ausgrenzung und rechte Gewalt – für einen Prozess der Veränderung

Sascha Ditscher

Plakativ: „Rassismus tötet“

Sascha Ditscher

„Rassismus tötet“

Sascha Ditscher

13.10 Uhr: „Keine Braunen weit und breit an der Madonna zu sehen“, berichtet unser Kollege.

13.09 Uhr: Letzter Ausweg für Rechte? Die Neonazi-Aussteigerinitiative Exit hat Plakate am Remagener Bahnhof aufgehängt.

13.08 Uhr: Die Demo der Antifa macht sich auf den Weg zur Abschlusskundgebung am Bahnhof.

13.07 Uhr: Die Antifa twittert: Der Nazimob am Bahnhof ist auf etwa 160 gewachsen.

13.06 Uhr: „Die Kapelle ist verhüllt, Fußgänger dürfen noch vorbei. Ansonsten ist es dort ruhig“, berichtet unser Kollege aus Remagen.

Die Neonazi-Aussteigerinitiative Exit hat Plakate am Remagener Bahnhof aufgehängt. Foto: RZ
Die Neonazi-Aussteigerinitiative Exit hat Plakate am Remagener Bahnhof aufgehängt.
Foto: RZ

13.01 Uhr: 70 bis 80 Rechte – deutlich weniger als im Vorjahr – warten am Bahnhof darauf, endlich losmarschieren zu können. Voraussichtlich um 13.30 Uhr wird es soweit sein.

12.42 Uhr: Neues von der Antifa: „Wir sind auf über 450 Leute gewachsen. Die Polizei ist aufgefordert, die Kontrollen zu unterlassen.“

12.32 Uhr: „Zwischenkundgebung. Cops stehen vorne und hinten. Wir sind mehr!!!“, schreibt die Antifa bei Twitter.

Rechte warten in Remagen auf Start ihres "Gedenkmarschs". Foto: RZ
Rechte warten in Remagen auf Start ihres „Gedenkmarschs“.
Foto: RZ

12.28 Uhr: „Es befinden sich bereits über 100 Kameraden in #Remagen, weitere Kräfte befinden sich noch auf der Anreise“, twittern die Rechten.

12.20 Uhr: Remagens Bürgermeister Herbert Georgi sagt in der Stadt: „Importierte Krawallbrüder finden kene Anhänger in unserer bunten Stadt.“

12.15 Uhr: Wichtiger Hinweis eines Lesers, der es bedauert, dass wir im Liveticker nur die Montur und Mannschaftswagen der Polizei im Fokus hatten. Der ökumenische Gottesdienst an der schwarzen Madonna kam zu kurz. Das gemeinsame Gebet ist allerdings ein Signal der Bevölkerung von Remagen für Demokratie und gegen Extremismus sowie Gewalt! Und das ganz friedlich und entspannt. Vielen Dank für den Hinweis! Bilder vom Gottesdienst sehen Sie in unserer Bilderstrecke.

12.08 Uhr: Kurz vor Versammlungsbeginn sind es ca. 40 Rechte, die sich am Remagener Bahnhof aufgestellt haben.

12.06 Uhr: Die Antifa tickert: Wir nähern uns der Zwischenkundgebung mit Essen und Redebeiträgen. Dass es „lecker warme vegane Verpflegung“ gibt, hatten sie schon heute Morgen vermeldet.

11.53 Uhr: „Man hört an der Schwarzen Madonna diverse Schlachtrufe, die aus Remagen rüberhallen“, berichtet unser Kollege.

11.54 Uhr: Die Polizei kontrolliert die Taschen und Transparente der vereinzelt ankommenden Rechten.

11.39 Uhr: Laut Polizei sind „nur“ 250 Leute unterwegs, um gegen den braunen Mob zu demonstrieren.

11.37 Uhr: Angeblich sind sogar 350 Mitglieder von Antifa-Gruppen in Remagen unterwegs.

Die ersten Rechten treffen in Remagen ein – und werden von der Polizei erwartet. Foto: RZ
Die ersten Rechten treffen in Remagen ein – und werden von der Polizei erwartet.
Foto: RZ

11.33 Uhr: „Gleich Ankunft in Remagen.“ Weitere Rechte kündigen ihr Kommen via Twitter an.

11.32 Uhr: „Die Demo läuft laut durch die Marktstraße. Remagen dürfte jetzt wach sein“, twitter die Antifa.

11.30 Uhr: Unser Kollege meldet: „Erste “Kameraden„ sind eingetroffen zur Neonazidemo in Remagen. Polizei ist mit ordentlich Personal vor Ort.“

Die Antifa-Gruppen ziehen durch Remagen. Foto: <a target=
Die Antifa-Gruppen ziehen durch Remagen.
Foto:
@AlertaSiegen

11.22 Uhr: Los geht's! Die Demo zieht los. Etwa 200 bis 300 Antifas nehmen teil.

11.20 Uhr: „Solidarische Grüße nach Remagen“ schickt der Landesvorstand der Grünen Jugend aus Nordrhein-Westfalen via Twitter.

11.19 Uhr: In der Innenstadt wird es heute deutlich fröhlicher zugehen. Unter dem Motto „Remagen ist bunt“ haben Bürger ein vielfältiges Programm organisiert. So hat auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer eine Ansprache auf dem Marktplatz zugesagt (13.30 Uhr).

11 Uhr: Am Morgen haben die Jusos Koblenz bei Twitter einen Aufruf gestartet: „Heute demonstrieren die Nazis wieder in Remagen. Schließt euch der Gegenkundgebung an!“

Hundertschaften der Polizei sind in Remagen im Einsatz. Foto: Sascha Ditscher
Hundertschaften der Polizei sind in Remagen im Einsatz.
Foto: Sascha Ditscher

10.57 Uhr: Manschaftswagen der Polizei säumen die Straßen am Stadtrand von Remagen, auf Plakten demonstrieren die Remagener ihren Widerstand gegen rechte Gesinnung: „Wir in Remagen: Demokraten statt Nazis“. Und der Seniorenbeirat der Stadt zeigt plakativ, dass ein Hakenkreuz zerstört wird.

10.51 Uhr: An der Kapelle sammeln sich mehr und mehr Polizisten – die meisten in voller Montur. Sie tragen Schlagstöcke und Schutzschilde.

10.45 Uhr: Die ersten Fotos aus Remagen sind da. Weitere werden folgen.

Remagen wirbt heute mit einem „Tag der Demokratie“ für ein friedliches Miteinander verschiedener Kulturen. Die Stadt wendet sich damit gegen den Aufmarsch Rechtsradikaler an der Kapelle „Schwarze Madonna“.

Sascha Ditscher

Die Kapelle „Schwarze Madonna“ ist Ziel der rechten Gruppen.

Sascha Ditscher

Mannschaftswagen der Polizei säumen die Straßen am Stadtrand von Remagen. Hunderte Polizisten sollen verhindern, dass Rechts- und Linksextreme aufeinandertreffen.

Sascha Ditscher

Die Remagener wenden sich mit Plakaten gegen die rechte Gesinnung, der Gruppen die sich später am Tag auf dem Gelände an der Kapelle versammelnm.

Sascha Ditscher

Absperrgitter sind später nötig, um die Aufmärsche von Rechten und Linken zu trennen.

Sascha Ditscher

Für die Polizei im Großraum Koblenz bedeutet der Aufmarsch der Rechten in Remagen seit 2009 jährlich Großeinsatz.

Sascha Ditscher

Absperrgitter nahe der Kapelle: Im Laufe des Tages werden sie gebraucht.

Sascha Ditscher

Wo sich später rechte Gruppen versammeln, zeigen Plakate, was der Seniorenbeirat der Stadt Remagen davon hält: Das Hakenkreuz und die braune Gesinnung muss zerstört werden.

Sascha Ditscher

Die Remagener möchten nicht, dass ihre Kapelle von Neonazis als Symbol missbraucht wird. Deshalb wird die Kapelle samt Statue verhüllt.

Sascha Ditscher

Die aufgereihten Polzeifahrzeuge haben nicht nur Symbolcharakter. Es sind einige hundert Beamte im Einsatz.

Sascha Ditscher

Die Bürger aus Remagen sorgen alljährlich dafür, dass die rechten bei Ihrer Kundgebung keinen Blick auf die Madonnenstatue haben.

Sascha Ditscher

Großeinsatz für die rheinland-pfälzische Polizei.

Sascha Ditscher

Weiße Plane verhüllt Kapelle und Statue.

Sascha Ditscher

Den Radikalen soll der Blick auf die symbolträchtige Madonna verwehrt werden.

Sascha Ditscher

„Heilige Muttergottes, bitte für uns“ – diesen Boden werden die Rechtsradikalen bei ihrem Aufmarsch nicht betreten können.

Sascha Ditscher

Rundum eingehüllt. Die Madonna bleibt von den rechten Gruppen ungesehen.

Sascha Ditscher

„Für Vielfalt statt braun“ werben die Remagener. Deshalb findet in der Innenstadt als Gegenveranstaltung zum Neonazi-Aufmarsch ein buntes Bürgerfest statt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer wird dazu auch erwartet.

Sascha Ditscher

Nicht zu übersehen: Remagen setzt Zeichen gegen rechts.

Sascha Ditscher

Das Bündnis „Remagen für Frieden und Demokratie“ setzt mit einer weißen Taube ein Zeichen für Frieden.

Sascha Ditscher

Mit einem ökumenischen Gottesdienst setzen die Remagener ein weiteres friedliches Zeichen.

Sascha Ditscher

Das gemeinsame Gebet als Zeichen für Toleranz und gegen Radikalismus.

Sascha Ditscher

Der gößte Teil der Kapelle ist zum Gottesdienst schon verhüllt. Im Anschluss an die Gebete wird das Innere des Freiluftbauwerks nicht mehr zu sehen sein.

Sascha Ditscher

Zahlreiche Menschen beten gemeinsam an der Kapelle, bevor am Mittag die Neonazis auf der Wiese aufmarschieren.

Sascha Ditscher

10.32 Uhr: Antifa kommunziert ihren Teilnehmern eine Telefonnummer, unter der sie sich bei Festnahmen melden sollen. Gibt gleichzeitig die Devise raus: „Seid solidarisch, bunt & achtet auf euch & andere“.

10.23 Uhr: „Selbstverständlich sind auch wir heute in Remagen auf der Straße“, schreiben Anhänger der Partei „Die Rechte“ auf der Facebook-Seite ihrer Kreisverbände Aachen und Heinsberg.

10.03 Uhr: Es werden etwa 150 rechts- und bis zu 300 linksgerichteten Demonstranten erwartet. Hunderte Polizisten sind im Einsatz.

Die Schwarze Madonna: Künstler Adolf Wamper hatte sie im Gefangenenlager aus Lehm modelliert und einem Priester geschenkt, der  Gottesdienste für die Gefangenen abhielt. 1987 wurde im Gedenken an die  Opfer des Lagers eine Kapelle gebaut, in der eine Kopie steht.
Die Schwarze Madonna: Künstler Adolf Wamper hatte sie im Gefangenenlager aus Lehm modelliert und einem Priester geschenkt, der Gottesdienste für die Gefangenen abhielt. 1987 wurde im Gedenken an die Opfer des Lagers eine Kapelle gebaut, in der eine Kopie steht.
Foto: Vollrath

9.25 Uhr: Die Antifa-Gruppen sind auf dem Weg nach Remagen. Gestern Abend haben sie per Ticker ihren Anhängern empfohlen, sich wetterfest zu kleiden, weil nur 5 Grad angesagt sind.

9 Uhr: Die Rhein-Zeitung ist heute mit mehreren Reportern und Fotografen im Einsatz. Im Live-Ticker berichten wir den Tag über aus Remagen. Wer weitere Fotos hat, kann diese gerne per E-Mail an online@rhein-zeitung.net schicken.

8.53 Uhr: Im Jahr 2012 marschierten laut Polizei 150 Neonazis mit. Aufgrund der Razzia am Braunen Haus in Bad Neuenahr und diverser Verbotsverfahren in NRW waren deutlich weniger Kameraden nach Remagen gekommen als noch 2011 (rund 250). Wie viele Einsatzkräfte der Polizei das Geschehen heute überwachen, ist noch unklar.

8.43 Uhr: In der rechten Szene hat sich der Aufmarsch in Remagen etabliert, der an die Toten des Kriegsgefangenenlagers Goldene Meile erinnern soll. In dem Lager am Rheinufer waren zwischen April und Juli 1945 mehr als 300.000 deutsche Soldaten unter freiem Himmel und elenden Umständen inhaftiert. Etwa 1200 starben. Diesen Umstand nutzen Menschen mit rechtsradikaler Gesinnung gern für ihre Propagandazwecke und kehren dabei die Rolle von Tätern und Opfern im Zweiten Weltkrieg um.

Welche Routen die Rechten und die Linken nehmen werden, zeigt diese Übersichtskarte. Quelle: <a target=
Welche Routen die Rechten und die Linken nehmen werden, zeigt diese Übersichtskarte. Quelle: http://remagen2013.blogsport.de

8.20 Uhr: Der Marsch der Neonazis in Remagen, es ist der sechste, steht heute an. Die Kapelle Schwarze Madonna auf dem Gebiet des ehemaligen Rheinwiesenlagers Goldene Meile ist dabei zu einem symbolischen Ziel geworden. Die Friedenskapelle, die der “Schwarzen Madonna" gewidmet ist, hat der frühere Bürgermeister wohlmeinend initiiert. Allerdings mit dem Werk eines Künstlers, den Adolf Hitler 1944 in seine Liste der „gottbegnadeten“ Künstler aufgenommen hatte.

8.10 Uhr: Treffpunkt der Antifa-Gruppen am Bahnhof ist laut Sprecher Oliver Merten um 10 Uhr. Er rechnet mit bis zu 300 Teilnehmern. Danach wollen die Antifaschisten „so nah wie möglich“ an der Neonazi-Route protestieren und die Trauerinszenierung „akustisch stören“.

8 Uhr: Heute feiert Remagen den Tag der Demokratie – und hat damit eine Gegenveranstaltung zum sogenannten Gedenkmarsch der Neonazis für die gefallenen Soldaten in den Rheinwiesenlagern. Auch diverse Antifa-Gruppen haben eine Demonstration angemeldet, um den Rechten entgegenzutreten.