Archivierter Artikel vom 25.05.2019, 13:00 Uhr
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Windhagen

Deutschlands ältester Bürgermeister: Ein Monument der Kommunalpolitik

Er hat den ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer mit Kartoffeln beliefert und ist auf der A 3 noch mit dem Pferdefuhrwerk gefahren. 1963, im letzten Amtsjahr Adenauers, ist er Bürgermeister von Windhagen im Kreis Neuwied geworden. Seitdem hat er sein Dorf an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen ununterbrochen politisch geleitet, 56 Jahre lang, als ehrenamtlicher Ortsbürgermeister von seinem Wohnzimmer aus. Josef Rüddel ist eine In-stitution, ein Monument der rheinland-pfälzischen Kommunalpolitik. Nun endet seine Ära – und mit dem Stolz auf sein Lebenswerk hält er bei der letzten von ihm geleiteten Gemeinderatssitzung nicht hinter dem Berg. „Ich habe nicht nur dran gedacht, ich habe gewollt, und ich habe es auch getan. Ich habe nicht immer alle gefragt, das gebe ich zu. Aber das war gut so. Deswegen hat auch keiner Nein gesagt“, sagt er in seiner Abschiedsrede an den Rat, vor sich ein riesiges Erdbeerherz mit der Aufschrift „Danke, Jüppchen“.

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