Archivierter Artikel vom 05.05.2013, 11:38 Uhr

JVA Koblenz: Daten und Fakten

Daten und Fakten.

131 Männer und Frauen warten derzeit in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Koblenz auf den Beginn oder das Ende ihres Prozesses. So sieht der Alltag im Gefängnis auf der Karthause aus.

Ingo Schneider

Es muss darüber hinaus aber auch ein Haftgrund vorliegen: eine Flucht, Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr.

Ingo Schneider

Bei Schwerkriminalität können die Anforderungen an den Haftgrund geringer ausfallen. Die Entscheidung darüber trifft der Ermittlungsrichter.

Ingo Schneider

Rechtlich gesehen gibt es einen gravierenden Unterschied: Während der Strafgefangene rechtskräftig verurteilt ist, ist es der U-Häftling nicht.

Ingo Schneider

Die Situation von U-Häftlingen ist geprägt von einer großen Unsicherheit über die eigene Zukunft, von Sorgen und Nöten. Strafhäftlinge landen nur dann in Koblenz, wenn ihre Strafe höchstens drei Monate beträgt. Für sie sind für den Moment die Fakten geschaffen – anders als für die U-Häftlinge.

Ingo Schneider

Gerade für Untersuchungshäftlinge spielt sich das Leben hinter Gittern über sehr große Teile in den etwa acht bis neun Quadratmeter großen Zellen ab. Tisch, Stuhl, Toilette, Waschbecken, Bücherregal, Mülleimer.

Ingo Schneider

Zwar haben die Häftlinge das Recht auf eine Stunde Hofgang am Tag.

Ingo Schneider

Wer das aber nicht in Anspruch nimmt, muss seine Zelle nur zu Gerichtsterminen und Ähnlichem verlassen, kann aber sonst für sich bleiben.

Ingo Schneider

Um 6 Uhr werden die Gefangenen geweckt. Frühstück gibt es in der Zelle – so wie die anderen Mahlzeiten.

Ingo Schneider

In begrenztem Maße dürfen die Häftlinge persönliche Gegenstände mitbringen: Uhren, Fotos, Brillen und Ähnliches. Einschränkungen gibt es vor allem für Elektronikgeräte: Einen Fernseher zum Beispiel kann man mieten oder kaufen, nicht aber den eigenen mitbringen.

Ingo Schneider

Wie sich der Tag weiter gestaltet, ist für die Gefangenen sehr unterschiedlich, je nachdem ob sie einer Arbeit in der JVA nachgehen, Sport treiben, Zeit im Gemeinschaftsraum und auf dem Hof in Anspruch nehmen.

Ingo Schneider

Acht bis neun Quadratmeter sind die Zellen groß – doppelt belegt werden sie nur, wenn es eine abgetrennte Toilette gibt.

Ingo Schneider

Der Regelfall sind es Einzelzellen. Wenn so der Platz nicht ausreicht, werden Zellen aber auch doppelt belegt, vorrangig mit den Gefangenen, die lieber Gesellschaft haben wollen.

Ingo Schneider

Die Häftlinge müssen nicht arbeiten, können es aber, wenn eine Stelle frei ist. Arbeit gibt es etwa in der Küche, in Werkstätten, in der Wäscherei und in der Bekleidungskammer. Für die Tätigkeiten, die auf der Karthause anfallen, werden zwischen 8,73 und 11,64 Euro für einen 7-Stunden-Arbeitstag bezahlt.

Ingo Schneider

206 Inhaftierte gab es in der JVA Koblenz zum Wochenende – 17 Frauen und 189 Männer. 42 von ihnen verbüßen ihre Haftstrafe im offenen Vollzug.

131 Untersuchungshäftlinge waren zum Wochenende 4. und 5. Mai 2013 unter den 206 Gefangenen.

117 Stellen hat der Vollzugsdienst in Koblenz. Diese sind sowohl für die Aufgaben innerhalb der JVA zuständig als auch für die sicheren Transporte der Gefangenen, etwa zu Gerichtsverhandlungen.