Archivierter Artikel vom 06.11.2014, 11:31 Uhr
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Interessant: Daten und Fakten zum DDR-Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem galt lange Zeit als eine der wichtigsten Errungenschaften des Sozialismus. Tatsächlich gab es aber auch viele Schattenseiten.

Zwar begann man bereits 1946 mit der Einrichtung von Polikliniken, an denen neben Allgemeinmedizinern wichtige Facharztgruppen vertreten waren. Bereits Ende 1948 existierten so 269 Polikliniken und öffentliche Behandlungsstellen. Parallel dazu entstanden bis Ende 1949 bereits 30 Betriebspolikliniken und 738 betriebsärztliche Sanitätsstellen.

Allerdings kristallisierte sich die Republikflucht schon damals als wichtigster Grund für einen Ärztemangel heraus. Erst 1974 gab es ein einigermaßen vertretbares Verhältnis zwischen ambulanter und stationärer Versorgung mit 30 800 Ärzten, davon 15 890 ambulant tätig.

Bereits in den 80er-Jahren spitzte sich der Ärztemangel erneut zu. Die Stasi selbst machte dafür vor allem die Abwanderung in den Westen verantwortlich. Als Gründe nannte die Stasi unter anderem: die schlechte Ausstattung, fehlende Medizintechnik und Medikamente, permanente physische und psychische Überforderung durch Unterbesetzung, lange Wartezeiten für Patienten, zu niedrige Gehälter.
Positiv bewertet werden bis heute der lückenlose Infektionsschutz der Bevölkerung und eine Vielzahl von Vorsorgeprogrammen für Kinder und Jugendliche.