Archivierter Artikel vom 02.03.2014, 15:11 Uhr
Warnemünde

Hubschrauberabsturz: Nur der Co-Pilot aus Rheinland-Pfalz überlebt

Zwei Tage nach einem tödlichen Hubschrauberabsturz vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern haben Experten mit der Untersuchung des Wracks begonnen. Der Helikopter war am Samstag aus sieben Metern Tiefe vor der Halbinsel Darß geholt und am Sonntag vom Bergungsschiff „Arkona“ nach Warnemünde gebracht worden. Dort nahmen Kriminalbeamte und Experten der Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) das Wrack in Empfang.

Der Rettungshubschrauber war in die Ostsee gestürzt. Fachleute sollen den Helikopter untersuchen, bei dessen Absturz drei Besatzungsmitglieder starben. Nur der Co-Pilot, ein Rheinland-Pfälzer, überlebte. Foto: dpa

Der Rettungshubschrauber war in die Ostsee gestürzt. Fachleute sollen den Helikopter untersuchen, bei dessen Absturz drei Besatzungsmitglieder starben. Nur der Co-Pilot, ein Rheinland-Pfälzer, überlebte. Foto: dpa

Der Rettungshubschrauber war in die Ostsee gestürzt. Fachleute sollen den Helikopter untersuchen, bei dessen Absturz drei Besatzungsmitglieder starben. Nur der Co-Pilot, ein Rheinland-Pfälzer, überlebte. Foto: dpa

Der Rettungshubschrauber war in die Ostsee gestürzt. Fachleute sollen den Helikopter untersuchen, bei dessen Absturz drei Besatzungsmitglieder starben. Nur der Co-Pilot, ein Rheinland-Pfälzer, überlebte. Foto: dpa

Der Rettungshubschrauber war in die Ostsee gestürzt. Fachleute sollen den Helikopter untersuchen, bei dessen Absturz drei Besatzungsmitglieder starben. Nur der Co-Pilot, ein Rheinland-Pfälzer, überlebte. Foto: dpa

Bei dem Unfall etwa vier Kilometer östlich von Darßer Ort nahe dem Windpark Baltic 1 waren am Freitagabend drei Männer ums Leben gekommen: ein 53-jähriger Pilot aus Baden-Württemberg, ein 47-jähriger Notarzt aus Mecklenburg-Vorpommern und ein 45-jähriger Rettungsassistent aus Sachsen. Der 47-jährige Co-Pilot aus Rheinland-Pfalz überlebte das Unglück.

Zunächst werde überprüft, ob alle Teile vorhanden sind. Dann werde gecheckt, ob alle wesentlichen Funktionen des Hubschraubers – wie etwa die Steuerung – gewährleistet waren, beschrieb Johann Reuß von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung am Sonntag das Vorgehen der Experten. Dann werde entschieden, ob weitere Untersuchungen notwendig seien und der Helikopter dafür nach Braunschweig gebracht werden müsse. Auf einer Pressekonferenz um 15 Uhr im Marinestützpunkt sollten weitere Details mitgeteilt werden.

Rotor abmontiert

Der Helikopter der DRF Luftrettung war am Vormittag mit dem bordeigenen Kran des Multifunktionsschiffes „Arkona“ auf den Kai des Marinestützpunktes gehievt worden. Dort wurde der Rotor abmontiert und das Fluggerät in eine Halle tranportiert.

Der speziell für den Ostsee-Einsatz ausgerüstete Hubschrauber „Christoph-Offhore 2“ war am Freitag von seinem Stationierungsort Güttin auf der Insel Rügen zu einem Trainingsflug in Nähe des Offshore-Windparks „Baltic 1“ aufgebrochen, um das Abseilen auf den Seenotkreuzer „Theo Fischer“ zu üben.

Plötzlich ins Wasser gestürzt

„Es war einer der wöchentlichen Trainingsflüge, um die Fähigkeiten der Besatzung zu trainieren“, sagte der DRF-Stationsleiter Reiner Fischer. Zweimal sei der Notarzt problemlos abgeseilt und wieder aufgenommen worden. Beim Abfliegen stürzte der Hubschrauber dann zwei Kilometer vom Seenotkreuzer entfernt plötzlich ins Wasser. Die Besatzung des Seenotrettungskreuzers konnte zwei Besatzungsmitglieder rasch aus dem vier Grad kalten Wasser holen, eines starb kurz nach seiner Rettung. Die beiden anderen Crewmitglieder wurden später von Tauchern aus dem gesunkenen Helikopter geborgen.

Nach Angaben der DRF-Luftrettung herrschten zum Zeitpunkt des Unglücks gute Flugbedingungen. Der Hubschrauber vom Typ BK 117 (Baujahr 2002) sei in einem technisch einwandfreien Zustand gewesen. Beide Piloten galten mit 9500 und 7000 Flugstunden als sehr erfahren – auch im Offshore-Einsatz vor der Küste.

Spezielle Ausstattung

Der Hubschrauber hatte nach Angaben der Sprecherin der DRF Stiftung Luftrettung, Petra Henschel, eine spezielle See-Ausstattung und konnte bei Windstärken bis zu rund 100 Kilometer pro Stunde starten. Die Station war erst im Oktober vergangenen Jahres eingerichtet worden. Hintergrund ist die Errichtung von Offshore-Windparks in der Ostsee, in deren Verlauf Hunderte Menschen auf Baustellen tätig sind und in Notfällen rasch Hilfe benötigen.

Schiffe der Feuerwehren, Polizei und Marine hatten zunächst nach dem Hubschrauber und den beiden Vermissten gesucht. Mit Hilfe eines Unterwassersonars wurde das Wrack schließlich geortet.