Arthur Millers „Hexenjagd“ in Mainz: Eine Warnung von damals für heute
Von Andreas Pecht
Drei Stunden packendes Theater mit dem Klassiker „Hexenjagd“: Julian von Hanseman spielt Reverend John Hale.Foto: Andreas Etter
Arthur Millers „Hexenjagd“ jetzt am Staatstheater Mainz: Das sind drei Stunden von packender, beklemmender, entsetzender Wucht – über eine Gemeinde, in der religiöser Wahn, Hass, Machthunger, Habgier und Angst eine kollektive Hysterie auslösen. Etliche Theater haben das Drama von 1952 jüngst wieder auf dem Spielplan, im Fernsehen war eben eine der Verfilmungen zu sehen. Denn was Miller als Reaktion auf das Klima aus Hetze, Denunziation und Angst während der amerikanischen McCarthy-Ära schrieb, lässt sich heute lesen als Warnung vor dem Abgleiten unserer Gesellschaft in eine ähnliche Atmosphäre aus hasserfüllter Unvernunft, Intoleranz und von Dogmen geschürten Ängsten.
Lesezeit: 2 Minuten
Im Kleinen Haus des Mainzer Theaters liegt die Spielfläche für „Hexenjagd“ zwischen zwei Zuschauertribünen. Die Dinge geschehen also nah zu den Füßen der Zuseher. Und im gegenüberliegenden Schatten sieht man stets auch die andere Hälfte des Publikums – Öffentlichkeit, vor deren Augen sich schier Unfassbares abspielt. Was dieses Stück schon ...
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