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    Stein-Wingert

    Zuchtversuch: Chancen der Muscheln in der Nister steigen¶

    Gute Nachricht von der Nister: Trotz der mehrwöchigen sibirischen Kälte im Februar, die dieses wichtige Wäller Gewässer stellenweise zufrieren ließ, hat eine zufriedenstellende Zahl junger Flussperlmuscheln den Winter offenbar gut überstanden. Zu dieser Einschätzung kommen die beiden Biologen Karl-Otto Nagel und Heidi Selheim nach ihrer jüngsten Überprüfung der Population in Stein-Wingert. Die zwei Naturwissenschaftler betreuen die entsprechende halbnatürliche Aufzucht mit den Muscheln seit einigen Jahren. Eis zählt neben Grünalgen zu den größten natürlichen Feinden der Schalentiere.

    Heidi Sehlheim von der Biologischen Station der Städteregion Aachen hat schon viel Erfahrung mit der Zucht von Flussperlmuscheln.
    Heidi Sehlheim von der Biologischen Station der Städteregion Aachen hat schon viel Erfahrung mit der Zucht von Flussperlmuscheln.
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) war früher in Rheinland-Pfalz weit verbreitet. Auch manch einer, der an der Nister aufgewachsen ist, kann sich noch daran erinnern, dass der Boden des Flusses bis in die 60er-Jahre hinein vielerorts zentimeterhoch mit diesen Tieren bedeckt war. So zum Beispiel auch der Vorsitzende der Arge Nister, Manfred Fetthauer. Inzwischen jedoch ist die Flussperlmuschel vom Aussterben bedroht. In der Nister schien das Schicksal der Schalentiere bereits besiegelt, als bei Proben 2006 zufällig noch einige Alttiere entdeckt wurden. Flussperlmuscheln können nach Auskunft des Biologen Nagel bis zu 100 Jahre alt werden.
    Auf Drängen der Arge Nister wurde dann das laufende, schwierige und äußerst komplexe Rettungsprojekt ins Leben gerufen, das zusätzlich vom Land und der Oberen Fischereibehörde gefördert wird. Weitere qualifizierte Bewegung kam durch eine Kooperation mit Nordrhein-Westfalen und das Engagement von Heidi Selheim (Biologische Station der Städteregion Aachen) in das Vorhaben. Selheim bringt bereits große Erfahrungen auf diesem Gebiet mit.
    Eine entscheidende Rolle kommt bei der Zucht der Flussperlmuschel den Bachforellen zu, in deren Kiemen sich die Larven der Muschel einnisten (ohne dabei den Fischen zu schaden). Für das Experiment an der Nister wurden geeignete Forellen mit geschlechtsreifen Muscheln in fünf Bottichen zusammengebracht, wodurch die Fische mit den 0,05 bis 0,1 Millimeter großen Larven künstlich infiziert wurden. Bei optimalen Wassertemperaturen von 16 bis 17 Grad reiften die Larven zu Jungmuscheln heran. Nach dem Abfallen aus den Kiemen der Forellen einige Monate später wurden dann die Jungmuscheln im Labor weiter gezogen, um den Kreislauf zu verkürzen. Im vergangenen Jahr schließlich setzten die Fachleute die Jungmuscheln in sogenannten Lochplatten zur weiteren Entwicklung in die Nister aus.
    Aus diesen Platten haben die Experten jetzt die sehr langsam wachsenden Tiere für die Überprüfung herausgelöst und sie anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Zwar sind einige Muscheln tatsächlich dem Frost zum Opfer gefallen, doch die Überlebensrate stimmt die Biologen optimistisch, dass der Versuch der Wiederbesiedlung mit der Süßwassermuschel funktioniert. Ob die Zucht der gefährdeten Art allerdings wirklich von Erfolg gekrönt ist, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Die nächste Herausforderung stellt der nun kommende Sommer dar. Zurzeit beginnt die Blüte der Grünanlagen in der Nister. Sie sind ein Zeichen für mangelnden Sauerstoffgehalt und eine zu hohe Schadstoffbelastung im Wasser. „Alles steht und fällt also mit der Gewässergüte“, macht Fetthauer deutlich.

    Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

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