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Hundsangen

Wagenbachs aus Hundsangen verwandeln Briefmarken in Hilfe

Es gibt viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren und Gutes für bedürftige Menschen zu tun. Wie das mit Hilfe von alten Briefmarken möglich ist, zeigt ein Ehepaar aus Hundsangen.

Kiloweise bringt das Ehepaar Wagenbach alte Briefmarken zu den Steyler Missionaren in die Niederlande.
Kiloweise bringt das Ehepaar Wagenbach alte Briefmarken zu den Steyler Missionaren in die Niederlande.
Foto: Susanne Willke

Von unserer Redakteurin Susanne Willke

Eine ungewöhnliche Aktion hat das Ehepaar Gisela und Willibald Wagenbach aus Hundsangen zu seinem Hobby gemacht: Sie sammeln im großen Stil alte Briefmarken und Postkarten. Das tun sicher viele, der Unterschied besteht aber darin, dass sie die gesammelten Werke in regelmäßigen Abständen und höchstpersönlich nach Steyl/Niederlande an die Maas bringen. Dort werden sie im Missionshaus St. Michael sehr freundlich aufgenommen, denn sie bringen bis zu vier Mal pro Jahr eine Kofferraumladung Briefmarken und Postkarten, oft sogar ganze Alben mit alten Briefmarken. Die Missionare verkaufen die Sammlerstücke und überweisen den kompletten Erlös an Hilfsprojekte in der ganzen Welt.

Angefangen hat alles im Jahr 1984. Zu dieser Zeit hat Gisela Wagenbach (68) Zeitschriften ausgetragen, deren Erlös auch einem guten Zweck zugute kam. Sie erfuhr, dass im Klosterdorf Style Missionare alte Briefmarken und Postkarten sammelten, um aus dem Erlös Hilfsprojekte ihrer Missionare zu unterstützen. "Wir haben angefangen ebenfalls für diesen Zweck zu sammeln", erzählt Gisela Wagenbach, zumal die Nachfrage nach den Zeitschriften immer mehr nachließ. "Es ist irgendwie beruhigend", sagt Willibald Wagenbach (74), dass wir diesen Verlust durch die Briefmarken auf gewisse Weise ausgleichen können." Das Ehepaar hat in den vergangenen 30 Jahren ein enormes Netzwerk aufgebaut. Sie haben es im Bekanntenkreis erzählt, die es dann wiederum weitererzählt haben. Sie haben bei Firmen nachgefragt, in Steuerbüros, überall dort, wo tagtäglich viel Post eingeht. Mittlerweile bekommen sie Säcke voll mit sauber ausgeschnittenen Briefmarken vor die Haustür gestellt. Sogar Pakete aus Koblenz, Bad Marienberg, Thüringen oder vom Bodensee trudeln manchmal bei ihnen ein. Offenbar hat die Aktion weite Kreise gezogen. Traurig sind die Wagenbachs, wenn der Absender nicht richtig zu entziffern ist. Denn jeder Spender bekommt auch einen Jahresbericht, um klar zu stellen, dass die ungewöhnliche Spende Früchte trägt und zu 100 Prozent bei den Hilfsbedürftigen ankommt.

Ihr Ansprechpartner in Steyl ist Bruder Ludwig Krummel. Sein Jahresbericht ist für die Wagenbachs jedes Mal eine Bestätigung, dass sich die Mühe lohnt. Denn viele liefern die Briefmarken bereits transportfertig zugeschnitten. Aber nicht jeder weiß, wie das geht, dann übernehmen die Wagenbachs diese Arbeit selber. Sorgfältig dokumentieren sie ihre Sammlungen. Adressen werden notiert, genauso wie das Gewicht der einzelnen Lieferungen. Auf diese Weise behalten sie einen guten Überblick. Das Rekordjahr zum Beispiel sei 2012 gewesen. 110 Briefmarkenalben, 63 Kilo Briefmarken, mehr als 4000 Ansichtskarten und rund 600 Ersttagsbriefe und -Ausgaben haben die Wagenbachs in dem Jahr bekommen. "Als ob die Menschen Inventur gemacht hätten", freuen sich die beiden Hundsänger über den großen Zuspruch. Vier Mal mussten sie nach Steyl fahren. Denn wenn eine Kofferraumladung komplett ist, wollen sie das Material so schnell wie möglich übergeben, damit die Werte nicht zu lange ungenutzt bei ihnen liegen.

Von Steyl aus verkauft Bruder Ludwig Krummel die Marken an zwei niederländische Großhändler. Restbestände werden bei einem Sommerfest auf dem Flohmarkt verkauft. Es gibt also keine Marke, die nicht ihren Beitrag zu einem guten Zweck leistet.

Wer alte Briefmarken, Postkarten oder auch ganz Briefmarkenalben für einen guten Zweck spenden möchte, kann sich an Gisela Wagenbach, Kirchstraße 18, 56414 Hundsangen, Telefon 06435/8553, wenden. Ansichtskarten sollten komplett abgegeben werden, Briefmarken mit einem Rand von einem Zentimeter ausschneiden (nicht ablösen).

Montabaur Hachenburg
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