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Ransbach-Baumbach

Tänze, Farben, Gesang und Musik begeistern

Markus Müller

Zu Beginn der Aufführung von „Manu, Moses & More“ ist es ganz dunkel in der Stadthalle Ransbach-Baumbach. Leise setzen die Musik des Sinfonieorchesters (Leitung Winfried Vögele) und der Gesang des Gospelchors (Leitung Walter Born) ein und führen hin zur Genesis, bei der es dann natürlich Licht wird. Die Schüler der Waldorfschule aus Niederbieber haben ihren ersten Einsatz als Wasser und allerlei Getier. Doch die ersten sechs Tage der Schöpfung sind schnell vorbei: Mit dem siebten Tag spielt der Mensch seine Rolle, die von Luzifer und dem Erzengel Michael beeinflusst wird.

Für Musik und Orchester war Winfried Vögele zuständig, hier beim Stimmen mitten zwischen den jungen Musikern des „Sinfo“ aus Montabaur.
Für Musik und Orchester war Winfried Vögele zuständig, hier beim Stimmen mitten zwischen den jungen Musikern des „Sinfo“ aus Montabaur.
Foto: mm

Sehr eindrucksvoll stellen die Schüler mit ihrer Bewegungskunst die Versuchung durch die hervorragend getanzte Schlange und die Vertreibung aus dem Paradies dar. Immer wieder setzt Vögele seine 80 jungen Musiker aus der 7. bis 13. Klasse genauso ganz punktgenau oder eben als gewaltiges Sinfonieorchester ein. Walter Borns rund 70 Sängerinnen und Sänger haben mit dem Gesang keine Probleme, dafür aber mit der großen Hitze im Saal.

Perfekt rezitiert Silvia Vögele die Bibelstellen, die jetzt gerade bei der Sintflut wieder für ein eindrucksvolles Erscheinungsbild auf der Bühne sorgen: Unmassen der verschiedensten Tierarten in einfallsreichen und künstlerisch gestalteten Kostümen strömen auf die Bühne, die jetzt die Arche von Noah, auch Manu genannt, ist. Unglaublich, wie gut Rochus Schneider die fließenden Bewegungen und das passgenaue Zusammenspiel der großen Schar von jungen Akteuren aufeinander abgestimmt hat. Erstaunlich ist allein schon, wie reibungslos die vielen Darsteller von der Bühne abgehen, um kurz darauf komplett neu verkleidet an anderer Stelle im Geschehen wieder aufzutauchen. Obwohl man es nicht sehen kann, wird hier deutlich, welche Scharen von vor allem Helferrinnen dafür vor und hinter der Bühne nötig sind.

Doch die jugendliche Begeisterung und einfallsreiche, aber sparsam eingesetzte Bühnenausstattung, gepaart mit perfekter Beleuchtung (Stephan Kraske), machen nicht nur den Durchzug der Israeliten durchs Rote Meer zu einem Erlebnis der besonderen Art: Ob es nun die geballten Massen der Hebräer sind, das von Stoffbahnen stilisierte Meer oder das darin sterbende Heer des Pharaos. Die Pause bedeutet auch den großen Schnitt im Geschehen: Danach geht es mit dem Neuen Testament weiter, in dem berührend die Taufe im Jordan in Szene gesetzt wird. Im Zeitraffer geht es über die Wunder, die Jesus getan hat, zu seiner Leidensgeschichte und seinem Tod am Kreuz.

Breiteren Raum nimmt dann noch einmal das Geschehen um die Auferstehung und die Bekehrung des Saulus ein, bei der insbesondere einzelne Akteure durch sehr starke und mitnehmende Bewegungsrollen beeindrucken. Klar, dass Johannes auf Patmos eine große Rolle spielt. Schließlich ist er es, der die Apokalypse aufschreibt. Mit dem gewaltigen Bild mit allen Schauspielern, die das neue Bild von einer neuen Welt verkörpern, endet das beeindruckende Geschehen: Das Licht vom ersten Schöpfungstag leuchtet am Ende aller Tage verwandelt auf. Aus dem Garten des Paradieses ist die vollkommene Stadt geworden. Und alle Beteiligten sind überglücklich, dass alles so gut funktioniert hat und die Begeisterung die Zuschauer angesteckt und mit in die Schöpfungsgeschichte gezogen hat.

Die Mythen und Mysterien unserer christlich-abendländischen Kultur bildeten die Grundlage für diese berührende Bühneninszenierung mit Eurythmie, Schauspiel, Sprechchor und Rezitation. Zwei Aufführungen in der Stadthalle Ransbach-Baumbach boten etwa 1400 Zuschauern die Möglichkeit zum Mit-Erleben. Und in den Osterferien hatten die Akteure schon zu einer verkürzten Aufführung in der Schweiz gastiert. Man darf schon gespannt sein, was die Projektbeteiligten in fünf Jahren wieder auf die Beine stellen.

Mehr Fotos gibt's unter www.rhein-zeitung.de/westerwald

Von unserem Redaktionsleiter Markus Müller

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