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Westerwaldkreis

Privathaushalte tragen großen Teil zur Verschwendung bei

Lebensmittel, die unnötig im Müll landen, weil sie eigentlich noch genießbar sind, sind verlorene Lebensmittel. Sie wurden angebaut, geerntet, transportiert, weiterverarbeitet, gekühlt und vielleicht schon zubereitet. Damit ist Lebensmittelverschwendung nicht nur ein ethisches und soziales Problem, sondern auch ein wirtschaftliches. Studien von WWF sowie der Universität Stuttgart zeigen, dass zu 40 Prozent sogar der Endverbraucher dafür verantwortlich ist. Deshalb möchte das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Montabaur (DLR) genau dort mit der Einrichtung eines Fair-Teiler-Kühlschranks ansetzen. Um dieses Problem zu erfassen, schaute die WZ einmal genauer hin, was Fair-Teiler und Foodsharing eigentlich beinhaltet.

1 Was ist Foodsharing? Das Projekt Foodsharing gibt es seit 2011 und soll dazu beitragen, die Verschwendung von Lebensmitteln (Food) zu minimieren, in dem sie untereinander getauscht (sharing) werden. Einer der Begründer begann damals, nachts, wenn die Betriebe geschlossen hatten, noch genießbare Lebensmittel aus deren Tonnen zu retten (containern), daraus entwickelten sich später Kooperationen mit Lebensmittelhändlern. Bereits im Jahr darauf ging www.foodsharing.de online. Auf der Internetplattform tauschen seitdem Privatpersonen, Händler, Vereine und Produzenten Lebensmittel, die sie nicht mehr brauchen und deshalb teilen können. Wichtigstes Ziel dabei ist es, auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen und sie einzudämmen.

2 Was ist ein Fair-Teiler-Kühlschrank? Ein großer Kühlschrank sowie ein Regal werden an regelmäßig frei zugänglichen Orten aufgebaut, an denen auch ein Pate die Inhalte sachgemäß sortiert. Dort können Menschen, die in der Umgebung wohnen, Lebensmittel auffüllen, die sie nicht mehr gebrauchen können, und sich solche nehmen, die sie verwenden möchten. Fehlkäufe oder der Einkauf von zu vielen Lebensmitteln landen dadurch nicht im Müll, sondern finden einen neuen Besitzer. Fair-Teiler-Kühlschränke sollen auch dazu beitragen, die Menschen zum Umdenken zu bewegen.

3 Was sind Foodsaver? Dies sind Menschen, die regelmäßig die überflüssigen Lebensmittel aus Unternehmen abholen, mit denen Foodsharing Kooperationen abgeschlossen hat. 30.578 Foodsaver engagieren sich zurzeit bundesweit ehrenamtlich für eine Welt, in der Lebensmittel nicht mehr verschwendet, sondern achtsam behandelt werden.

4 Was sind Botschafter? Ein Botschafter übernimmt ehrenamtlich die Koordination der Betriebsverantwortlichen und stellt die Ausweise für neue Foodsaver aus. Des Weiteren gibt der Botschafter Hilfestellung bei der Akquise von neuen, möglichen Betrieben, organisiert regelmäßige Treffen und ist Repräsentant des Foodsharing-Projektes in seiner Region.

5 Wie viele Lebensmittel werden verschwendet? Jeder Deutsche wirft nach Untersuchungen von Foodsharing 81,6 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg. Jährlich landen Lebensmittel im Wert von 21,6 Milliarden Euro im Müll, das entspricht rund 18 Millionen Tonnen Nahrungsmitteln. Die Kosten für die Entsorgung müssen entsprechend aufgeschlagen werden.

6 Was kann der Endverbraucher gegen Lebensmittelverschwendung tun? Die meisten Verluste lassen sich durch gezieltes Einkaufen, Resteverwertung und ordnungsgemäße Lagerung deutlich minimieren.

7 Warum werfen Menschen unnötig Lebensmittel in den Müll? Einer der Gründe ist das falsch verstandene Mindesthaltbarkeitsdatum. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, aber es ist kein Wegwerfdatum. Lebensmittel können in vielen Fällen über dieses Datum hinaus genossen werden. Letztlich kann der Verbrauer dann immer noch selbst beurteilen, ob ein Lebensmittel noch gut ist, indem er auf Farbe, Konsistenz, Geruch oder Geschmack achtet. Nicht zu verwechseln mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum ist das Verbrauchsdatum. Dieses gibt den Zeitpunkt an, an dem ein Lebensmittel tatsächlich verbraucht sein sollte.

8 Was sagt die Statistik? Laut Studie der Universität Stuttgarter konnten elf Millionen Kilogram Lebensmittel erfolgreich vor der Tonne gerettet werden, 3790 Betriebe kooperieren regelmäßig mit Food- sharing. Mehr als 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Lebensmittel werden für die Tonne erzeugt, rund 48 Millionen Tonnen Treibhausgase umsonst ausgestoßen. Die größte Verschwendung wird bei Gemüse (26 Prozent) und Obst (18) betrieben, gefolgt von Backwaren (15), Speiseresten (12) und Milchprodukten (8). Jeder Haushalt wirft pro Jahr Lebensmittel im Wert von 940 Euro weg.

9 Wo gibt es weiterführende Informationen? Im Internet auf folgenden Seiten: www.food sharing.de und www.ernaehrungsberatung.rlp.de

skw

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