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Westerwald/Staudt

Nördlichste Rallye der Welt: Warum zwei Kollegen ein großes Abenteuer wagen

Stephanie Kühr

Seit zehn Jahren arbeiten sie als Kollegen bei der Firma Schottel in Spay und sind gute Freunde geworden. Doch nun wagen Tim Hommrich aus Staudt und Ulrike Karst aus Bad Breisig ein ganz großes Abenteuer: Der 39-jährige Entwicklungsingenieur und die 47-jährige technische Redakteurin nehmen zum ersten Mal an der nördlichsten Rallye der Welt, dem „Baltic Sea Circle“, des Hamburger Veranstalters Superlative Adventure Club (SAC) teil. Die Tour durch Schnee und Eis bis zum Nordkap könnte aufregender und herausfordernder nicht sein – ein „Wahnsinnsabenteuer“, wie die beiden sagen.

Bei ihrer Abenteuer-Rallye bis zum Nordkap haben Tim Hommrich aus Staudt und Ulrike Karst aus Bad Breisig die Chance, helle Polarlichter wie hier auf den Lofoten zu sehen. Die 7500 Kilometer lange Tour führt die beiden Abenteurer 15 Tage lang durch zehn Länder. Foto: Superlative Adventure Club Hamburg
Bei ihrer Abenteuer-Rallye bis zum Nordkap haben Tim Hommrich aus Staudt und Ulrike Karst aus Bad Breisig die Chance, helle Polarlichter wie hier auf den Lofoten zu sehen. Die 7500 Kilometer lange Tour führt die beiden Abenteurer 15 Tage lang durch zehn Länder.
Foto: Superlative Adventure Club Hamburg

„Bei der Rallye stehen das Interesse an Abenteuer, an anderen Menschen und Kulturen sowie die Teilnahme an humanitären Hilfsprojekten im Vordergrund – nicht der Sieg, die Geschwindigkeit oder teure Autos“, erklärt Ulrike Karst. Start und Ziel der Rallye ist in Hamburg, hier geht es am 24. Februar auf dem Fischmarkt los. Bis zum 10. März führt die Tour den Staudter und die Bad Breisigerin, die als „Team Duct Tape“ mit einem 21 Jahre alten VW-Bus an den Start gehen, 15 Tage lang über 7500 Kilometer durch zehn Länder. Es geht einmal um die Ostsee über den Polarkreis bis hoch zum Nordkap. Dabei fahren die beiden abenteuerlustigen Kollegen auf bisweilen schneebedeckten und vereisten Pisten durch Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland, über den Polarkreis nach Lappland bis zum Nordkap. Auf der Strecke queren sie Russland mit St. Petersburg und die baltische Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie Polen. „Die genaue Fahrstrecke kennen wir noch nicht. Erst beim Start in Hamburg bekommen wir ein Roadbook mit genauen Etappenangaben“, erklärt Ulrike Karst.

Warum sie das machen? Ulrike Karst und Tim Hommrich zögern nicht lange: „Weil wir ein besonderes Abenteuer erleben wollen und Gelder sammeln wollen, um Menschen zu helfen“, sagen sie. Denn Herzstück der Abenteuertour ist es, sich für den guten Zweck einzusetzen. „Mit Spendengeldern die Welt zu verändern, ist die Grundidee hinter jeder SAC-Rallye“, schildert Ulrike Karst. Und so verpflichten sich alle Rallyeteilnehmer, mindestens 750 Euro an Spenden für karitative Projekte zu sammeln. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, 1000 Euro zusammenzubekommen. Wir wollen die Welt auch ein bisschen besser machen“, sagt Tim Hommrich. Die Spenden kommen dem Berliner Kinder- und Jugendwerk „Die Arche“ sowie dem Hospizverein Westerwald in Montabaur und dem Tierheim und Tierschutzverein des Kreises Ahrweiler zugute. Denn Tim Hommrich ist dem Hospizverein eng verbunden, während sich Ulrike Karst seit Jahren im Tierschutz engagiert. „Uns war wichtig, uns auch für Projekte in der Region einzusetzen“, sagen die beiden.

Die Benefiz-Rallye ins ewige Eis hat zudem ein ganz besonderes Reglement – keine Autobahnen, kein GPS, kein Navigationssystem, keine Zuhilfenahme von Smartphones. „Das ist ein Ehrenkodex, an den wir uns auf jeden Fall halten werden“, betont Tim Hommrich. Das Handy nehmen die beiden Kollegen aber für den Notfall mit. Während der Tour wollen sie per Funk Kontakt zu den rund 45 anderen Teams halten, die zumeist aus Deutschland, aber auch aus den Niederlanden kommen. Übernachtet wird auf eigene Kosten in einfachen Hostels und Hotels entlang der Route. Bei der Wintertour schlafen die wenigsten im Zelt. „Ich möchte aber auch einmal im Iglu schlafen“, sagt Ulrike Karst und lacht: „Wir sind halt nicht die typischen Pauschaltouristen.“

Die beiden Abenteurer haben ihre Reise akribisch vorbereitet, haben warme Thermokleidung und eine Reiseapotheke besorgt, eine Kiste mit Lebensmitteln bestückt und allerlei Ersatzteile, Schneeketten, Schneeschippe, Starterkabel, Öl und Kfz-Zubehör zusammengepackt. „Das Beladen wird noch spannend“, schmunzelt Tim Hommrich. Nicht zu vergessen die bürokratischen Hürden: So verlangt Russland einen Auslandskrankenschutz, die grüne Versicherungskarte, einen internationalen Führerschein und ein Visum. „Die Veranstalter haben uns bei den Formalitäten zum Glück unterstützt“, sagt Tim Hommrich. Die beiden Kollegen können es nun kaum erwarten, bis die Rallye beginnt. Bammel haben sie nicht. „Das wird spannend“, machen sie sich Mut und scherzen. „Hoffentlich sind wir nach der Tour auch noch Freunde.“ Ende Februar geht es los. Jeden Tag werden sie bei Eis und Schnee mindestens zehn Stunden im Auto sitzen und 500 Kilometer zurücklegen. Wer Ulrike Karst und Tim Hommrich „live“ folgen möchte, kann den täglichen Blog lesen und das „Wahnsinnsabenteuer“ so miterleben.

Informationen zum Team und zu Spendenmöglichkeiten gibt es unter www.ducttape-bsc2018.de; Infos auch unter www.superlative-adventure.com

Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

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