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Westerwald

Nicht füttern: Gartenabfälle sind für Weidetiere gefährlich

Was gut gemeint ist, kann für Weidetiere tödlich enden: unerlaubtes Füttern mit Resten aus dem eigenen Garten. Die Umweltbeauftragte Monika Arnold warnt eindringlich davor, ungefragt Schnitt- oder Brotreste an die Tiere auf den Weiden zu verfüttern, auch wenn es noch so viel Spaß macht. Wichtig sei es, so ergänzt Wildhüter Ralf Scherm, wenn überhaupt, dann nur unter vorheriger Nachfrage beim Besitzer zu füttern. Auch er hat oft damit zu kämpfen, dass die Wildparkbesucher trotz eindringlicher Verbotsschilder das Füttern der Tiere nicht unterlassen.

Meistens ist es Unwissenheit und gut gemeint, wenn Spaziergänger und Tierliebhaber Pferde, Schafe, Rinder oder Ziegen über den Zaun mit Resten aus ihrem Garten oder der Küche füttern. Für die Tiere allerdings kann das böse Folgen haben.  Foto: Röder-Moldenhauer
Meistens ist es Unwissenheit und gut gemeint, wenn Spaziergänger und Tierliebhaber Pferde, Schafe, Rinder oder Ziegen über den Zaun mit Resten aus ihrem Garten oder der Küche füttern. Für die Tiere allerdings kann das böse Folgen haben.
Foto: Röder-Moldenhauer

Von unserer Redakteurin Susanne Willke

Die Folgen sind in vielen Fällen schwerwiegend, können zum Tod des Tieres führen. Beispiele dafür gab es in den vergangenen Jahren auch im Westerwald, wie Kreisveterinär Dr. Helmut Stadtfeld bestätigt. Nur wenn die Tiere rechtzeitig gefunden werden, kann ihnen vielleicht noch geholfen werden. Monika Arnold berichtet von ihrem Shetlandpony, das Unwissende mit Thujazweigen gefüttert hatten. Nur weil sie früh bemerkt hatte, dass die Stute sich auffällig verhielt, konnte der Tierarzt das Schlimmste verhindern. Das Tier musste über Tage hinweg Infusionen bekommen, um wieder gesund zu werden. "Das war nur mit hohem persönlichen Einsatz möglich und zudem mit erheblichen Kosten verbunden", erzählt sie. In städtischen Regionen würden an den Zäunen Hinweisschilder hängen wie "Füttern verboten", aber das sei in ländlichen Regionen nicht so oft der Fall.

Doch auch wenn Schilder an den Zäunen hängen, handeln die Menschen oft eigenmächtig, wie Wildhüter Ralf Scherm berichtet. Im Wildpark Bad Marienberg gibt es Schilder, die ausdrücklich ein Fütterungsverbot erteilen mit dem Hinweis "mitgebrachtes Futter oder gar Essensreste sind schädlich für die Tiere". Trotzdem hat er derzeit das Problem, ein Highland-Kalb durchzubringen. Offenbar hatten es gleich mehrere Besucher mit den Äpfeln eines Baumes gefüttert, der einige Meter entfernt von der Weide steht. Davon hat das Tier Durchfall bekommen. An dem Kot sammelten sich Fliegen und in der Folge Maden, die rein theoretisch das Tier lebendig auffressen könnten. Aber auch hier hat das frühe Einschreiten verhindert, dass das Tier elend zugrunde geht. Ralf Scherm hat schon alles Mögliche an Resten auf den Weiden entdeckt. Angefangen bei Trockenfutter für Hunde, über Salat, Kohlrabi, gekochte Nudeln und sogar Wurst.

In der Regel muss davon ausgegangen werden, dass die Weidetiere ausreichend gefüttert werden und eine zusätzliche Fütterung durch Spaziergänger überflüssig – wenn nicht – zu viel ist. In Zweifelsfall könne das Restefutter bei den Besitzern der Tiere oder bei der Aufsicht der Tierparks abgegeben werden. Die entscheidende Erkenntnis daraus ist jedoch, dass Laien die Auswirkungen von unkontrollierten Futterrationen nicht einschätzen können und sie somit, darin sind sich die Experten einig, besser unterlassen sollten.

Monika Arnold spricht ein weiteres Problem an, wenn die Tiere über den Zaun gefüttert werden: "Die Tiere kommen nah an den Zaun und respektieren ihn nicht mehr." Das habe oft zur Folge, dass mit den Vorderbeinen bettelnd am Zaun gekratzt wird. Dabei können sich die Tiere verletzen oder den Zaun so weit beschädigen, dass sie ausbrechen und auf den Straßen Verkehrsunfälle verursachen können. Ihr Rat lautet also: "Finger weg von Weidetieren! Mit ihnen einfach nur zu reden, macht genauso viel Freude – beiden Seiten übrigens – Mensch und Tier."

  • Essensreste sind tabu: Grundsätzlich sollten Tierliebhaber Weidetiere nicht füttern. Schon gar nicht mit Gartenabfällen und Essensresten. Gartensträucher wie Thuja (auch Lebensbaum), Buchsbaum und Kirschlorbeer sind für Weidetiere gefährlich. Dazu gehört besonders auch die hochgiftige Eibe. Aber auch ungiftiger Grünschnitt kann Unheil anrichten. Rasenschnitt zum Beispiel fängt oft schnell an zu gären und ist damit gefährlich für Tiere. Obst und Kastanien können ebenfalls verheerende Auswirkungen haben. Brot kann schimmlig oder noch nicht richtig getrocknet sein und ist dann ebenfalls Tod bringend für viele Tiere. Gekochte Essensreste sind schon gar nicht als Leckerei zu verwenden.

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