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Westerwaldkreis

Neues Projekt: Chorverband trägt Gesang in Grundschulen

Hans-Peter Metternich

Die Verantwortlichen des Chorverbandes Westerwald wissen: Kinder singen gern. Singen kann in der Grundschule ein elementarer Baustein der kindlichen Bildung sein. Dies soll nun weiter gefördert werden.

Franz-Bernhard Zeis, Leiter der Grundschule in Girod, hat vor rund vier Jahren an seiner Schule eine Chorklasse etabliert. Die Initiative des Chorverbandes Westerwald, etwas Vergleichbares in möglichst vielen Grundschulen des Kreises zu etablieren, hält er aufgrund seiner Erfahrungen grundsätzlich für begrüßenswert. Denn Kinder singen gern, Singen kann in der Grundschule ein elementarer Baustein der kindlichen Bildung sein. Foto: Hans-Peter Metternich
Franz-Bernhard Zeis, Leiter der Grundschule in Girod, hat vor rund vier Jahren an seiner Schule eine Chorklasse etabliert. Die Initiative des Chorverbandes Westerwald, etwas Vergleichbares in möglichst vielen Grundschulen des Kreises zu etablieren, hält er aufgrund seiner Erfahrungen grundsätzlich für begrüßenswert. Denn Kinder singen gern, Singen kann in der Grundschule ein elementarer Baustein der kindlichen Bildung sein.
Foto: Hans-Peter Metternich

Alfred Labonte und Raimund Schäfer als Vorsitzender beziehungsweise Schatzmeister und Pressereferent sowie Mario Siry als Verbandschorleiter sind sich sicher, das Singen im Klassenverband fördert die Sprachentwicklung, die soziale Kompetenz, die Sinneserfahrung und nicht zuletzt die musikalischen und rhythmischen Fähigkeiten eines Kindes. „Insbesondere die integrierte Fremdsprachenarbeit nutzt das Singen als wichtigen Bestandteil des Unterrichtes. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre lassen uns darauf schließen, dass in dem Bereich ‚Singen in Grundschulen‘ ein massives Verbesserungspotenzial liegt“, erläutert Mario Siry im Gespräch mit unserer Zeitung.

Nach einer Studie des Detmolder Professors Nimczik, Professor für Musikpädagogik- und Didaktik und Präsident des Bundesverbandes Musikunterricht (BMU), würden 75 Prozent des Musikunterrichts an Grundschulen fachfremd erteilt oder würden schlichtweg ausfallen, ergänzt Raimund Schäfer. Der Chorverband Westerwald hat dazu eine Projektgruppe gebildet, die sich mit dem Thema befasst und Initiativen zur Beseitigung des Mangels formuliert und auf den Weg bringt. Alfred Labonte führt weiter aus: „Wir vom Chorverband Westerwald sind der Meinung, dass dieser Zustand nicht tragbar ist, dass den nachwachsenden Generationen die normale Entwicklung, das Erleben und der Umgang mit der eignen Singstimme verwehrt wird, und möchten unsere Unterstützung anbieten. Wir haben zu dieser Themenstellung zwei Konzepte entwickelt und darüber auch die Leiter der Grundschulen im Westerwald schriftlich informiert.“

Das erste Konzept ist auf ein Fortbildungsangebot für Lehrerinnen und Lehrer fokussiert. Um die Hemmschwelle zum Angebot „gemeinsames Singen an Grundschulen“ den Pädagogen zu nehmen, möchte der CVWW eine einfache Hilfestellung geben, damit das Singen in der Grundschule wieder zu einer Selbstverständlichkeit wird.

Kontakt: Alfred Labonte, Telefon 06439/571 073, E-Mail an alfred.labonte@t-online.de; Mario Siry, Telefon 02602/999 45 74, E-Mail an mario.siry@t-online.de und Raimund Schäfer, Telefon 02602/8602,
E-Mail an rschaef4@rz- online.de

Dafür wird eine Fortbildungsmaßnahme über sechs Samstage angeboten, die von qualifizierten Chorleitern, die im Chorverband aktiv sind, geleitet werden (Mario Siry, Jessica Burggraf). Neben einer Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer in der Grundschule, die Musik in ihrer Klasse fachfremd unterrichten, möchte der Chorverband Westerwald auch die Möglichkeit anbieten, dass eine musikalische Fachkraft für ein halbes Jahr die Schule besucht und dort eine Vokalklasse in Zusammenarbeit mit den Lehrern vor Ort gründen. „Wir stellen uns den Ablauf so vor“, erläutert Alfred Labonte: „Der Chorverband Westerwald verfügt über gut ausgebildete und erfahrene Chorleiter und Chorleiterinnen, die z. B. über einen Zeitraum von einem halben Jahr einmal in der Woche in eine Grundschulklasse gehen und mit den Kindern im Klassenverband singen.“ Die Klassenlehrer (beziehungsweise Fachlehrer) sind in diesen Stunden dabei und werden allmählich in die Rolle des Vokalklassenleiters geführt. „Nach einem halben Jahr ist die Lehrkraft sicherlich in der Lage, den Chor mit eigenen Mitteln zu leiten. Wir hoffen, dass wir mit diesen Maßnahmen ein Angebot unterbreiten, mit dem eine erfolgreiche Kooperation zwischen den Grundschulen und dem Chorverband Westerwald gestartet werden kann. Wir werden dieses Konzept auch auf der Ebene der Verbandsgemeinden und des Westerwaldkreises vorstellen und hoffen, dass wir die politische Ebene für eine entsprechende Unterstützung gewinnen können und dass wir mit diesen Maßnahmen das Singen in den Schulalltag wieder stärker etablieren können“, geben sich Alfred Labonte, Raimund Schäfer und Mario Siry zuversichtlich.

Von unserem Mitarbeiter Hans-Peter Metternich

Erfahrungen des Schulleiters an der Grundschule Girod mit einer Chorklasse

Franz-Bernhard Zeis, Leiter der Grundschule in Girod, hat vor rund vier Jahren ein erstes Schuljahr übernommen und dabei auch einen Teil des Musikunterrichtes „fachfremd“ übernommen. Durch die Stimmbildnerin und Chorleiterin Angela Siry wurde er auf das so genannte „Jekiss-Paket“ aufmerksam. Das Konzept wurde von erfahrenen Musikpädagogen zur kindgerechten Heranführung von Schülern entwickelt und an vielen Schulen in Nordrhein-Westfalen erfolgreich erprobt.

Wenn die Herangehensweise an den Chorgesang mit Kindern stimmt, dann stimmt auch das gesangliche Ergebnis. Das hat Franz-Bernhard Zeis mit „seiner“ Chorklasse erfahren. Wichtigste Botschaft des Konzeptes ist: Jeder Schüler kann mitmachen, keiner bleibt außen vor. Hier singt kein Auswahlchor, sondern eine ganz normale Schulklasse. „Jekiss (Jedem Kind seine Stimme) hat mich und meine Klasse überzeugt. Die Initiative des Chorverbandes Westerwald, das Konzept oder etwas Vergleichbares in möglichst vielen Grundschulen unseres Kreises zu etablieren, halte ich deshalb grundsätzlich für begrüßenswert.“ hpm

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