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Montabaur

Neu im Westerwald: Fair-Teiler-Kühlschrank ist für alle offen

Susanne Willke

Was ein Fair-Teiler ist, können die Westerwälder seit Kurzem beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Montabaur erfahren. Denn dort steht ein öffentlicher Kühlschrank mit angeschlossenem Regal, der die Möglichkeit bietet, überschüssige Lebensmittel abzugeben oder auch mitzunehmen. Es ist derzeit der einzige im Westerwaldkreis.

Sie eröffnen den Fair-Teiler-Kühlschrank beim DLR in Montabaur (von links): Gudrun Franz-Greis, Heribert Metternich, Melina Schützelhofer, Johannes Noll und Manuela Radezki.  Foto: Susanne Willke
Sie eröffnen den Fair-Teiler-Kühlschrank beim DLR in Montabaur (von links): Gudrun Franz-Greis, Heribert Metternich, Melina Schützelhofer, Johannes Noll und Manuela Radezki.
Foto: Susanne Willke

Nutzen können diese Einrichtung nicht nur die Mitarbeiter, sondern alle Bürger während der Öffnungszeiten des DLR. Möglich ist dies in Kooperation mit Foodsharing, einer Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Verschwenden von Lebensmitteln einzudämmen. Dafür engagiert sich als landwirtschaftlich geprägte Dienststelle auch das DLR, dem der respektvolle Umgang mit Lebensmitteln ein Anliegen ist.

Ziel des Fair-Teilers ist es, die Lebensmittel schnell zu verbrauchen. Grundsätzlich aber sollten dort nur Lebensmittel hinterlegt werden, die der Besitzer im Prinzip selber noch essen würde, aber nicht mehr verzehrt, weil er zum Beispiel in den Urlaub fährt. Dabei dürfen es laut Foodsharing auch Lebensmittel sein, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist, sofern sie noch gut sind. Das Verbrauchsdatum müsse jedoch eingehalten werden. „Was ich selber noch essen würde, darf geteilt werden“, bringt es Melina Schützelhofer von der DLR-Gruppe Ernährung auf den Punkt.

Johannes Noll, Leiter des DLR in Montabaur machte in seiner Ansprache zur Eröffnung deutlich, dass es bei der Aktion auch darum gehe, die Landwirtschaft, die im ländlichen Raum eine große Rolle spielt, wertzuschätzen. Die Lebensmittelverschwendung sei besonders in Industrieländern ein großes Problem. So landen allein in Deutschland jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, davon stammen 6,7 Millionen Tonnen aus Privathaushalten. Der größte Teil davon wäre vermeidbar, weiß Noll, denn 44 Prozent des Privatmülls bestünden aus Obst und Gemüse. Nicht nur, dass die Lebensmittel beim Einkauf Geld gekostet haben, verursachen sie als Müll zusätzliche Entsorgungskosten. „Bei uns rennen Sie damit offene Türen ein“, sagt Gudrun Franz-Greis, Kreisvorsitzende des Landfrauenverbandes Westerwald. Der Verband engagiere sich seit Jahren gegen die Lebensverschwendung. Alltagsökonomie müsse eigentlich schon in der Schule thematisiert werden, denn Stichworte wie regional und saisonal kenne die Jugend kaum noch. Und Heribert Metternich, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Westerwald fällt dazu noch etwas ein: „Uns als Urproduzenten tut das Herz im Leib weh“, kritisiert auch er die Lebensmittelverschwendung. Keiner mache sich mehr die Mühe, wenigstens mal die Äpfel aufzuheben, die hierzulande vom Baum fallen.

Das DLR ist montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr und freitags von 7 bis 13 Uhr geöffnet. Es befindet sich in der Montabaurer Bahnhofstraße 32. Weitere Informationen im Internet unter www.dlr-westerwald-osteifel.rlp.de.

Von unserer Redakteurin
Susanne Willke

Montabaur Hachenburg
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