40.000
Aus unserem Archiv
Montabaur/Koblenz

Kiloweise Kokain im Westerwald umgeschlagen?

Es geht um Drogen, um viele Drogen. Die Tatorte reichen dabei von Dierdorf über Montabaur, Mainz und Rotterdam bis Sofia in Bulgarien. Die Strafkammer des Landgerichts Koblenz um den Vorsitzenden Richter Andreas Bendel bereitet sich offenbar auf einen langen Prozessverlauf vor: Weitere 27 Verhandlungstermine sind bisher anberaumt, und zwar bis in den späten Dezember. Sogar ein Ersatzrichter und ein Ersatzschöffe stehen bereit. Warum der Aufwand?

Um Kokainhandel geht es beim Prozess in Koblenz. Symbolbild: dpa
Um Kokainhandel geht es beim Prozess in Koblenz. Symbolbild: dpa
Foto: picture alliance

Vor Gericht stehen vier Angeklagte im Alter von 42, 40, 44 und 33 Jahren, denen die Staatsanwaltschaft vorwirft, im Zeitraum von mindestens Juni bis Oktober 2017 als Bande mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge Handel getrieben zu haben. Wobei die Beschreibung „nicht geringe Menge“ hier wirklich greift, denn bei den angeklagten Taten ging es um Mengen zwischen einem und zehn Kilo Kokain von guter bis sehr guter Qualität, also mit einem Wirkstoffgehalt von deutlich mehr als 80 Prozent.

Die Bande war, so der Vorwurf, darauf spezialisiert, hochwertiges Kokain von den Niederlanden bis Osteuropa zu transportieren und zu verkaufen. Dazu bedienten sie sich als Tarnung der Überführung älterer Gebrauchtwagen, in denen die Drogenverstecke professionell verbaut waren. Ab Juni 2017 hatten sie aber dann Kontakt mit mehreren Vertrauenspersonen und verdeckten Ermittlern des Bundeskriminalamts, denen sie mehrfach Lieferungen von Kokain zwischen einem und zehn Kilo in Aussicht stellten, auch über größere Mengen wurde verhandelt.

Im Oktober fand laut Staatsanwaltschaft ein Transport von 3 Kilogramm Kokain von Rotterdam über Dierdorf nach Sofia statt, die Drogen wurden dort verkauft. Bei den geplanten Verkäufen an die verdeckten Ermittler kamen öfter behauptete Lieferschwierigkeiten dazwischen, zumindest kam es aber in Rotterdam zur Übergabe einer Probe am 13. Oktober. Fünf Tage später erfolgte dann dort die Verhaftung zweier Mitglieder der Bande und die Beschlagnahmung von etwas über zehn Kilogramm Kokain, die zwei weiteren wurden zeitnah auf einem Garagenhof festgenommen, wo ein präparierter Transporter mit bulgarischen Kennzeichen bereitstand.

Was die geplante Länge des Prozesses betrifft, signalisierten mehrere der Verteidiger die Bereitschaft zu einem Verständigungsgespräch. Sollten die Angeklagten – zumindest teilweise – gestehen, könnte der Prozess erheblich verkürzt werden. Bisher zumindest ist, und das wäre für das Koblenzer Landgericht neu, eine audiovisuelle Befragung der Vertrauenspersonen und der verdeckten Ermittler geplant – unter strengen Auflagen: Die Zeugen werden dann per Videokonferenz live zugeschaltet, allerdings so, dass man sie weder klar sehen, noch ihre Stimmen wiedererkennen kann. Nur ihre individuelle Sprechweise sei auf diese Art nicht zu verbergen, was wohl während der Befragungen einen Ausschluss der Öffentlichkeit bedingen würde, erklärte der Vorsitzende Richter Andreas Bendel. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von unserem Mitarbeiter
Thomas Krämer

Montabaur Hachenburg
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
epaper-startseite
Regionalwetter Westerwald
Dienstag

2°C - 15°C
Mittwoch

3°C - 18°C
Donnerstag

6°C - 21°C
Freitag

7°C - 18°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerien: Fotos unserer Leser
&bdquo;Pfui Spinne&ldquo; mag der ein oder andere beim Anblick dieses Fotos von Volker Horz denken. Und doch hat die Detailaufnahme dieses Festmahls ihren ganz eigenen Reiz. Jedenfalls ist dem Achtbeiner hier ein dicker Fang ins Netz gegangen.&nbsp;Wenn auch Sie ein sch&ouml;nes Bild f&uuml;r unsere Leserfoto-Rubrik haben, dann schicken Sie es an die Adresse <a href="mailto:montabaur@rhein-zeitung.net">montabaur@rhein-zeitung.net</a>. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Mindestaufl&ouml;sung von 2500 mal 1500 Pixel.

Mit der Kamera im Westerwald unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.