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    Höhr-Grenzhausen

    Höhr-Grenzhausen ist seit 75 Jahren Stadt

    Vor 75 Jahren wurde aus den drei Dörfern Höhr, Grenzhausen und Grenzau die Stadt Höhr-Grenzhausen. Doch eine Liebesheirat war der Zusammenschluss zum 1. April 1936 nicht. Vielmehr war er per Verordnung auf der Rechtsgrundlage der Neuen Deutschen Gemeindeordnung angeordnet worden. Der Vereinigung voraus gingen drei Jahrzehnte an Verhandlungen, die keine Einigung brachten.

    Höhr-Grenzhausen – Vor 75 Jahren wurde aus den drei Dörfern Höhr, Grenzhausen und Grenzau die Stadt Höhr-Grenzhausen. Doch eine Liebesheirat war der Zusammenschluss zum 1. April 1936 nicht. Vielmehr war er per Verordnung auf der Rechtsgrundlage der Neuen Deutschen Gemeindeordnung angeordnet worden. Der Vereinigung voraus gingen drei Jahrzehnte an Verhandlungen, die keine Einigung brachten.

    Schon am 25. Februar 1907 beantragte der Höhrer Bürgermeister beim königliche Landratsamt in Montabaur, für Höhr die Städteordnung von Hessen-Nassau einzuführen. Der Landrat weist den Antrag zurück und gibt zu bedenken: „Außerdem ist zu erörtern, ob nicht eine Zusammenlegung mit Grenzhausen wesentliche Vorteile bieten würde.“ Vier Jahre später bittet Höhr direkt beim Regierungspräsidenten in Wiesbaden um die Stadtrechte. Der will nur zustimmen, wenn die Gemeinden Höhr und Grenzhausen vereinigt werden. In Höhr ist man diesem Gedanken nicht ganz abgeneigt.
    1919 sind Höhr und Grenzhausen gleichermaßen bereit für einen Zusammenschluss. Eine Kommission soll dessen Vor- und Nachteile prüfen. Das Ergebnis: Eine Vereinigung würde nur Positives bringen. Entscheiden sollen Volksversammlungen in beiden Orten. Bei diesen spricht sich die große Mehrheit für eine baldmöglichste Vereinigung aus. Der Fusion scheint nichts mehr im Wege zu stehen.
    Doch dann beginnen die Irritationen wegen angeblicher konfessioneller Vorurteile und des Standortes der Mittelschule. Die Fronten verhärten sich. Grenzhausen sieht sich in der Gefahr, nicht mit Höhr vereinigt, sondern eingemeindet zu werden. Es fordert deshalb, zumindest für eine Übergangszeit von zwölf Jahren, im Rat der neuen Stadt mit der Hälfte der Mitglieder vertreten zu sein. Der Rat von Höhr lehnt das ab, worauf die Gemeindevertretung von Grenzhausen die Verhandlungen abbricht.
    1921 kommt wieder Bewegung in die Vereinigungsbestrebungen, als in Grenzhausen Paul Viehmann Bürgermeister wird und sich mit seinem Höhrer Kollegen Georg Schlemming gut versteht. Beide vereinbaren eine engere Kooperation. Sie kommen überein, zunächst einmal gemeinsame Aufgaben anzugehen. In dieser Zeit der fruchtbaren Zusammenarbeit werden eine Mittelschule und eine Berufsschule gebaut.
    Bevor es zu weiteren gemeinsamen Unternehmungen kommt, stirbt im Frühjahr 1931 unerwartet Paul Viehmann. Daraufhin regt der Wiesbadener Regierungspräsident Fritz Ehrler beim Montabäurer Landrat Richard Collet an, die beiden Gemeinden zu einer Vereinigung zu bringen, damit die Grenzhäuser Bürgermeisterstelle nicht wieder besetzt zu werden braucht. Der Landrat bittet Bürgermeister Schlemming und den Beigeordneten Emil Merkelbach aus Grenzhausen zu einem Gespräch. Beide machen eine Fusion vom Votum ihrer Gemeindevertretungen abhängig. Am 28. April 1931 entscheidet sich die Grenzhäuser Gemeindevertretung einstimmig dagegen. Hauptgrund ist die Befürchtung, man werde in einem neuen Stadtparlament in der Minderheit sein und infolgedessen benachteiligt. In Höhr ist die Mehrheit der Gemeindevertretung zwar für den Zusammenschluss, sieht aber wegen der ablehnenden Haltung Grenzhausens keinen Grund, sich ihnen an den Hals zu werfen.
    Am 13. März 1934 beantragt Bürgermeister Schlemming erneut die Stadtrechte für Höhr und fordert seinen Kollegen Klemm in Grenzhausen auf, das Gleiche zu tun, was dieser auch macht. Zunächst geschieht nicht viel. Doch dann tritt am 30. Januar 1935 die neue Deutsche Gemeindeordnung in Kraft, mit der sich auch die Rechtsgrundlagen ändern. Gemeindegrenzen können nun aus Gründen des öffentlichen Wohles geändert werden und zwar nach Ermessen der zuständigen Staatsbehörden, auch gegen den Widerspruch der Beteiligten.
    Der Landrat in Montabaur, nunmehr Rudolf Freiherr von Preuschen, wird vom Regierungspräsidenten beauftragt, die Vereinigung unter Einschluss von Grenzau zu untersuchen und empfiehlt am 18. Juli 1935 die Zusammenlegung von Höhr, Grenzhausen und Grenzau. Der Regierungspräsident stimmt dem zu und weist den Landrat an, die Angelegenheit mit den Gemeinden umgehend zu beraten. Höhr und Grenzau sprechen sich einmütig für die Vereinigung aus. Der Grenzhäuser Rat stimmt mit sieben zu drei Stimmen gegen den Zusammenschluss und führt an, wegen der Verlegung des Verwaltungssitzes nach Höhr sei es eine Eingemeindung, die Bevölkerung sei dagegen und man befürchte wirtschaftliche Nachteile.
    Bürgermeister Klemm erläutert in einem ausführlichen Bericht an das Landratsamt die Grenzhäuser Entscheidung und äußert darin einige bemerkenswerte Gedanken. Er sei eigentlich für eine Einheit, allerdings nur, wenn Zugeständnisse an Grenzhausen gemacht würden: Er fordert die Zusicherung, dass sofort ein neues Rathaus in der Mitte der neuen Stadt gebaut wird. Als Ortsnamen schlägt er „Eulerstadt“ vor.
    Landrat von Preuschen nimmt zwar die Einwände zur Kenntnis, schlägt aber dem Oberpräsidenten in Kassel vor, die Gemeinden Höhr, Grenzhausen und Grenzau zum 1. April 1936 zur Stadt Höhr-Grenzhausen zusammenzuschließen. Eine nochmalige Eingabe gegen die Fusion aus Grenzhausen bringt nichts mehr, der Oberpräsident Philipp Prinz von Hessen unterzeichnet in Kassel am 27. Dezember 1935 die Zusammenlegung der drei Gemeinden zum 1. April 1936 mit gleichzeitiger Verleihung der Stadtrechte. Einen erneuten schriftlichen Einwand von Bürgermeister Klemm an von Preuschen bescheidet dieser mit dem Vermerk „...nun zu den Akten. Der Zusammenschluss ist bereits Tatsache.“
    Am 4. April 1936 findet im Rathaus der neuen Stadt Höhr-Grenzhausen der offizielle Festakt statt. Den letzte Teil der Stadtwerdung vollzieht am 23. September 1936 der stellvertretende Landrat Georg Hinterwälder, Kreisleiter der NSDAP, durch den der erster hauptamtliche Bürgermeister der Stadt Höhr-Grenzhausen, SS-Sturmbannführer James Legau, in sein Amt eingeführt wird. Er ersetzt den kommissarischen Bürgermeister Paul Kitzelmann.

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