40.000
Aus unserem Archiv
Westerwaldkreis

Große gemeinschaftliche Drückjagd in Elsoff: Etwa 100 Jäger sind dabei

Angela Baumeier

Mitten in den Vorbereitungen für eine große Bewegungsjagd steckt Forstamtsleiter Michael Weber (Forstamt Rennerod). Zusammen mit dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk Elsoff wird am Samstag, 11. November, eine Bewegungsjagd in dem staatlichen Eigenjagdbezirk Lasterbach durchgeführt, die etwa drei Stunden dauern wird. Mit dabei ist diesmal auch der Jagdbezirk Mengerskirchen. Damit wird eine Fläche von rund 500 Hektar von etwa 90 bis 100 Jägern, 25 bis 35 Treibern und 30 bis 40 Jagdhunden bejagt werden.

Die Treiber müssen die Stellen im Wald angehen, wo das Wild vermutet wird. Mit sich führen sie die (freilaufenden) Jagdhunde.
Die Treiber müssen die Stellen im Wald angehen, wo das Wild vermutet wird. Mit sich führen sie die (freilaufenden) Jagdhunde.
Foto: Michael Weber

Der Termin wurde bereits Anfang des Jahres festgelegt, die Vorbereitungen laufen seit rund drei Monaten. Gejagt wird bei jedem Wetter, außer wenn es plötzlich hohen und verharschten Schnee geben würde oder beispielsweise plötzliches Blitzeis und Sturm zur Gefahr für Leib und Leben würden. Hintergrund für die Drückjagd ist, dass die Veterinärbehörden die aus dem Osten Europas heranrückende Afrikanische Schweinepest mit großer Sorge beobachten. Übertragen wird diese nicht behandelbare und für Schweine immer tödliche Viruserkrankung auch durch Wildschweine.

„Deren derzeit hohe Populationsdichte ist nur durch eine intensive und revierübergreifende Bejagung absenkbar“, sagt Weber. Freigegeben wird bei der bevorstehenden Bewegungsjagd aber nicht nur Schwarzwild, sondern auch Fuchs und Rehwild. Sie stellen die Hauptwildarten in dem ausgewählten Jagdbereich dar und finden dort einen idealen Lebensraum. „Herbstzeit ist Erntezeit. Da ist alles frei, außer wenn der Jagdherr Einschränkungen macht“, erläutert Weber. Für den Staatswald Lasterbach gilt das beispielsweise für Hasen, weil es zu wenige in diesem Revier gibt. Und generell gilt, dass bei Wildschweinen alle Bachen nicht erlegt werden dürfen, die abhängige Jungtiere führen (Frischlinge).

Bei der Drückjagd sollen die Tiere unruhig gemacht werden. Ziel ist keine panische Flucht, sondern das Wild soll dazu bewegt werden, still und leise seinen Einstand zu verlassen und dann die Wege zu nehmen, von denen die Jäger denken, dass genau diese Strecken gewählt werden. Weber erläutert: „Das bringt die Erfahrung mit sich, dass wir wissen: Da gehen sie durch.“

Wurden in den vergangenen Jahren bei den gemeinschaftlichen Drückjagden im Staatswald und den gemeindlichen Jagdbezirken Elsoff und Mittelhofen etwa 30 Stück (Rehe und Wildschweine) erlegt, so hofft Weber, dass diesmal mindestens das Doppelte erzielt wird. Im Vorfeld wird auch die Behandlung der erlegten Stücke, also des Wildbrets, besprochen. Weber erklärt: „Wir brechen nicht am Erlegungsort auf.“ Die erlegten Stücke werden an die Wege vorgezogen und dann an eine zentrale Stelle im Revier gebracht. Erst dort werden sie aufgebrochen, nachdem die sogenannte Strecke gelegt worden ist. Die aufgebrochenen Stücke dürfen den Boden nicht mehr berühren. Die fertig versorgten Stücke werden dann in die Kühlung gefahren. Sie müssen auskühlen und beprobt werden: Es werden Trichinen- und Schweinepestproben entnommen, die beim Kreisveterinäramt untersucht werden. Weber fährt fort: „Wir dürfen die Stücke nicht selbst weiterverarbeiten und geben sie daher komplett ab. Wir verkaufen an die örtliche Gastronomie und an Privatpersonen, auch an Jagdgäste.“ Vor allem in der Vorweihnachtszeit ist das Fleisch sehr begehrt.

Wildschweine, so erläutert Weber weiter, rotten sich nach der Bewegungsjagd wieder zusammen und laufen zumeist von ihrem Fluchtort schnell wieder zurück und suchen sich einen passenden Einstand. Dabei könne es vorkommen, dass ein Stück über eine Straße läuft. „Autofahrer müssen achtsam sein, von November bis Januar können überall Jagden stattfinden“, mahnt Weber. Zur Vorsicht können die Jäger auch Warnschilder „Treibjagd“ aufstellen. Und wenn nötig bei der Kreisverwaltung beantragen, dass sogenannte Geschwindigkeitstrichter eingerichtet werden, um die Fahrgeschwindigkeit schrittweise zu reduzieren.

Von unserer Reporterin Angela Baumeier

Montabaur Hachenburg
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
epaper-startseite
Regionalwetter Westerwald
Sonntag

15°C - 28°C
Montag

15°C - 26°C
Dienstag

14°C - 27°C
Mittwoch

15°C - 27°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerien: Fotos unserer Leser
&bdquo;Pfui Spinne&ldquo; mag der ein oder andere beim Anblick dieses Fotos von Volker Horz denken. Und doch hat die Detailaufnahme dieses Festmahls ihren ganz eigenen Reiz. Jedenfalls ist dem Achtbeiner hier ein dicker Fang ins Netz gegangen.&nbsp;Wenn auch Sie ein sch&ouml;nes Bild f&uuml;r unsere Leserfoto-Rubrik haben, dann schicken Sie es an die Adresse <a href="mailto:montabaur@rhein-zeitung.net">montabaur@rhein-zeitung.net</a>. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Mindestaufl&ouml;sung von 2500 mal 1500 Pixel.

Mit der Kamera im Westerwald unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.