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    Höhr-GrenzhausenGeldnot lässt Rentner oft weiter arbeiten: Hilfsprojekt im Westerwald unwahrscheinlich

    Auch im Westerwald gibt es ältere Menschen, die trotz Ruhestand noch arbeiten wollen oder müssen. Jedoch ist oft unklar, wer sich um deren Anliegen kümmert und an wen sie sich wenden können. Die Senioren müssen oft aus Geldnot über ihren Ruhestand hinaus arbeiten, weil ihnen die Rente und der eventuelle Zuschuss vom Staat nicht ausreichen, um den Alltag zu bestreiten. Ein anderer häufig gesehener Fall ist es, dass die in den Ruhestand versetzten Personen noch etwas Sinnvolles mit ihrer neu gewonnenen Freizeit tun möchten und deshalb einen ehrenamtlichen Job suchen. Um eine Anlaufstelle für solche Senioren zu schaffen, hat der Landkreis Mainz-Bingen ein Pilotprojekt gestartet. Die Vermittlungsstelle für Seniorenjobs hat dort begonnen, sich um arbeitssuchende Rentner zu kümmern. Nun hat das Forum Soziale Gerechtigkeit eine Diskussion in Höhr-Grenzhausen organisiert, in der die Frage geklärt werden sollte, ob ein solches Projekt auch im Westerwaldkreis benötigt wird.

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    Wenns im Alter nicht reicht: Mancher Rentner muss seine Rente mit kleinen Jobs aufbessern.
    Foto: dpa

    Christa Graf vom Seniorenbüro Höhr-Grenzhausen erklärte, dass es meist alleinstehende Frauen sind, die die Altersarmut ereilt. Sie haben oftmals ein weniger konstantes Arbeitsleben aufgrund von Kindererziehung, Teilzeitarbeiten oder der Pflege von Angehörigen. Auch die Differenz in der Bezahlung von Männern und Frauen schlage sich in der Rente nieder. Dahingegen seien es oft Unternehmer, die ihr gesamtes Leben gearbeitet haben, die ihre Rentenzeit nicht nur zu Hause verbringen wollten. Sie würden oft an soziale Einrichtungen wie das Rote Kreuz vermittelt, wo sie ehrenamtlich oder gegen eine Aufwandsentschädigung arbeiten können.

    Das Pilotprojekt im Landkreis Mainz-Bingen hat nach sechs Monaten 17 Kontakte zwischen Arbeitgeber und Senioren erfolgreich hergestellt. Die meisten arbeitssuchenden Ruheständler suchen nach Büroarbeiten, die meisten Angebote von Arbeitgebern gibt es jedoch im Bereich Hauswirtschaft. Diese Diskrepanz ist vermutlich der Grund dafür, dass lediglich 17 Stellen vermittelt wurden, obwohl rund 70 Kontakte zu Arbeitgebern hergestellt wurden. Die Projektleiterin Ute Poßmann spricht dennoch von einem Erfolg und hofft auf steigende Zahlen. Sie kritisiert, dass die Agentur für Arbeit sich in vielen Fällen nicht zuständig fühle oder die Senioren nicht wissen, dass sie sich trotz Erreichen des Rentenalters noch arbeitssuchend melden können. Deshalb sagte sie, die Arbeit der Vermittlungsstelle fange dort an, wo die Arbeit der Agentur aufhört.

    Elmar Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Montabaur, erklärte, dass die Agentur für Arbeit sehr wohl auch nach Erreichen des Rentenalters noch zuständig sei und sowohl im Internet als auch vor Ort bei der Agentur geholfen werden kann. Er schätzt das Thema Altersarmut als wichtig ein und betont, dass es oft unterschätzt wird. „Es ist allerdings bedenklich, dass so etwas nötig ist, die Politik sollte sich hier kümmern, damit nicht nur Symptome, sondern auch Ursachen bekämpft werden“, findet Wagner.

    Doch in der Diskussion wurde auch klar, dass es nicht nur die Senioren sind, die von den Jobs profitieren, die sie vermittelt bekommen. Auch der steigende Fachkräftemangel spielt eine große Rolle. „Arbeitgeber schätzen oftmals die Zuverlässigkeit und Erfahrung der Älteren“, erklärte Poßmann.

    Auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen, Thilo Becker, fände es sinnvoll und wünschenswert, dass Arbeitgeber die brachliegenden Kompetenzen nutzen. Das Entstehen einer Vermittlungsstelle für Senioren im Westerwaldkreis hält er derzeit jedoch für unwahrscheinlich und betont, dass sich arbeitssuchende Senioren zunächst an die Agentur für Arbeit wenden sollten.

    Von unserer Mitarbeiterin Birka Kallenbach

    Montabaur Hachenburg
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