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    Niederelbert

    Eine Tradition lebt auf: Niederelberter bauen ihren eigenen Wein an

    In der Gemeinde Niederelbert wird in den kommenden Jahren ein kleiner Weinberg entstehen. Das jedenfalls haben sich vier Freunde des Wander- und Kulturvereins vorgenommen. Ferdi Schmitz, Klaus Kilian, Kalli Maier und Klaus Trumm haben bereits ein geeignetes Grundstück oberhalb des Bouleplatzes in den Bleichwiesen ausgewählt, auf dem im kommenden Jahr die Rebstöcke angepflanzt werden. Das etwa 100 Quadratmeter große Hanggrundstück wird den Namen „Tilgeshofer Lämmergässchen“ tragen, sagen die vier Weinfreunde. Dort soll zunächst die Rebsorte Müller-Thurgau getestet werden.

    Die vier Niederelberter Weinfreunde Ferdi Schmitz, Kalli Maier, Klaus Kilian und Klaus Trumm wollen in Zukunft mit ihrem selbst angebauten Wein anstoßen.  Foto: Thorsten Ferdinand
    Die vier Niederelberter Weinfreunde Ferdi Schmitz, Kalli Maier, Klaus Kilian und Klaus Trumm wollen in Zukunft mit ihrem selbst angebauten Wein anstoßen.
    Foto: Thorsten Ferdinand

    Möglich wird der Weinanbau durch klimatische Veränderungen. Weil die Durchschnittstemperatur in den vergangenen Jahren angestiegen ist, glauben die Niederelberter Freunde fest daran, dass inzwischen auch in ihrer Heimatgemeinde Weintrauben reifen können. Bei einer Jahresdurchschnittstemperatur zwischen 10 und 20 Grad könne dies gelingen, sind sie sich sicher. Als Berater konnten die Weinfreunde bereits den Winzer Matthias Lay aus Pünderich an der Mosel gewinnen.

    Was im ersten Moment ungewöhnlich klingen mag, hat es vor Jahrhunderten schon einmal gegeben: Altbürgermeister Willi Bode hat bei seinen Nachforschungen herausgefunden, dass in Niederelbert vor 400 Jahren Wein angebaut wurde. Bis etwa 1600 gab es in der Ortschaft Weinstöcke, wie die entsprechenden Gemarkungsnamen heute noch erkennen lassen. Die Rebflächen befanden sich demnach im Hangbereich am Ortsausgang in Richtung Horressen. Die heutige Straße zwischen Niederelbert und Horressen gab es zu dieser Zeit noch nicht, hat Willi Bode recherchiert. Die drei Rebflächen „Im Weinberg“, „Vorderer Weinberg“ und „Hinterer Weinberg“ umfassten zusammen etwa 5,6 Hektar.

    Weinanbau gab es in der mittelalterlichen Warmzeit indes auch am Montabaurer Schlossberg, wie die Straßenbezeichnungen Vorderer und Hinterer Rebstock noch heute erkennen lassen. Dort wurde schon vor dem Jahr 1450 Weinbau betrieben. Die Weinstöcke in Niederelbert waren aber sogar größer, hat Willi Bode herausgefunden. Etwa Mitte des 16. Jahrhunderts kühlte das Klima in Europa Zug um Zug ab, sodass auch der Weinbau im Westerwald zurückging. Das bis ins 19. Jahrhundert andauernde kalte und regnerische Klima wurde als Kleine Eiszeit bezeichnet. Es ließ die Trauben und sogar das Getreide auf den Feldern faulen.

    Inzwischen hat sich das Klima in der Region jedoch wieder erwärmt., und deshalb sind die vier Freunde zuversichtlich, den Weinanbau zurück nach Niederelbert bringen zu können – nicht auf so großen Weinbergen wie im Mittelalter freilich, sondern zunächst lediglich im kleinen und privaten Rahmen. Dass dabei auch einiges an Arbeit auf sie zukommen wird, ist den Liebhabern klar, aber davon wollen sie sich nicht abschrecken lassen.

    Obwohl die Qualität des Westerwälder Weins im Mittelalter nach heutigen Maßstäben eher dürftig war, sind die Ziele der vier Weinfreunde durchaus ambitioniert. Während sie einen Qualitätswein von der Mosel genießen, bezeichnen sie diesen schon einmal augenzwinkernd als ihren Referenzwein. Weinanalytiker Klaus Trumm sieht bereits Spätburgunderreben im neuen Weinberg wachsen, und Kalli Maier prognostiziert Rieslingweine der Spitzenklasse aus Niederelbert. „Einen Weinberg zu pflegen, ist schon schwer, einen Wein zu pflegen, noch viel mehr“, ergänzt Ferdi Schmitz lächelnd, „und schließlich sagt man nicht umsonst, auch Wein zu trinken, ist eine Kunst.“

    Von unserem Redakteur
    Thorsten Ferdinand

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