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Ein leuchtender Plan für die Kreisstadt: Montabaur soll das richtige Licht aufgehen

In Montabaur tut sich viel. Nun hat die Stadt sogar ein eigenes Beleuchtungskonzept, einen sogenannten Lichtmasterplan. Nach und nach soll dieser umgesetzt werden, wo gerade Bedarf ist.

Foto: Büro Licht-Raum-Stadt-Planung

Foto: Büro Licht-Raum-Stadt-Planung

Eine schöne Altstadt lebt auch vom richtigen Licht, das nicht nur für gute Atmosphäre, sondern darüber hinaus für ein Gefühl von Sicherheit sorgt. Deshalb soll das Städtchen Montabaur Stück für Stück ins richtige Licht gerückt werden. Dies beschloss der Stadtrat Montabaur einstimmig und plante zum Beispiel für das laufende Haushaltsjahr an drei Punkten neue Straßenbeleuchtungen für 283.000 Euro ein. Denn Montabaur bietet aus vielen Blickrichtungen schöne Ansichten. Das Wuppertaler Büro Licht-Raum-Stadt-Planung stellte ein entsprechendes Konzept zusammen, sodass nach und nach Straßen, historische Besonderheiten wie auch schöne Fassaden in einem ganz anderen Licht erscheinen werden.

Montabaur hat eine gute Lage und bietet dem Auge aus der Nähe wie aus der Ferne eine attraktive Ansicht, so jedenfalls sieht es Lichtplaner Uwe Knappschneider, der auf 119 Seiten darstellt, was alles möglich ist in Montabaur mit der historischen Altstadt, dem Schloss, der Stadtmauer und den vielen kleinen Details, die die Gestalt der Stadt ausmachen. Licht ist nicht nur wichtig zum Sehen, sondern auch für das Sicherheitsgefühl und es lädt ein, sich wohlzufühlen, wenn es denn das richtige Licht ist.

Allein die historischen Stadteingänge wie auch die gefühlten Stadteingänge böten bereits ein großes Potenzial. So nennt Knappschneider als Beispiel die Kirchstraße mit der Kirche St. Peter als Punkt, an dem neben einer durchdachten Beleuchtung auch eine Gestaltungsoffensive viel erreichen könnte, um Besucher hinzuziehen in die historische Altstadt. Denn neben den Hochpunkten, zu denen das Schloss und das alte Rathaus gehören, zählt eben auch St. Peter, weil die Kirche schon aus der Ferne zu sehen ist. Diese Einzelarchitekturen gelte es, richtig in Szene zu setzen. Zwar sei das Schloss beleuchtet, aber im Vergleich zum Rest der Stadt quasi vom Licht überflutet. Interessant könnte es deshalb sein, Einzelarchitekturen durch Licht als weitere Blickpunkte herauszuarbeiten. Verschiedene Lichtfarben können unterschiedliche Ebenen herstellen und so dem lichtgestalterischen Gesamtkunstwerk Tiefe geben. Derzeit seien einige Gebäude zu wenig bis gar nicht beleuchtet, andere erscheinen dagegen in gleißendem Licht. Das Gleiche gelte auch für die Straßenbeleuchtung. Insbesondere dort sei Licht ein wesentliches psychologisches Merkmal.

Lichtkunst könnte die Gässchen von Montabaur auf besondere Weise erleuchten. Das ist nur eine von vielen Ideen, die Lichtplaner Uwe Knappschneider entwickelt hat. Fotos: Büro Licht-Raum-Stadt-Planung
Lichtkunst könnte die Gässchen von Montabaur auf besondere Weise erleuchten. Das ist nur eine von vielen Ideen, die Lichtplaner Uwe Knappschneider entwickelt hat. Fotos: Büro Licht-Raum-Stadt-Planung

„Die Stadt hat eine tolle Architektur, die kein Design mehr braucht“, so Uwe Knappschneider, „es fehlt nur das richtige Licht.“ Weitere städtebauliche Besonderheiten wie zum Beispiel die Ählchen seien besonders wertvoll, sie schaffen eine Identität, die entsprechend ausgeleuchtet sichtbar würde und ein Charakteristikum schaffe. So sind im Etat der Stadt Montabaur unter dem Stichwort „Inszenierung Baudenkmäler“ bereits in diesem Jahr 140.000 Euro vorgesehen. In den Jahren 2019 und 2020 noch mal jeweils 100.000 Euro.

Aber auch die funktionale Beleuchtung wie Laternen an Straßen und Plätzen tragen ihren Teil zur Atmosphäre bei. Sie dienen eben nicht nur der Verkehrssicherung. Ihre Verteilung sei in Montabaur nicht optimal, zumal der energetische Wirkungsgrad geradezu desaströs sei. „Nur 20 Prozent der Straßenbeleuchtung in Montabaur bringt tatsächlichen Nutzen“, so Knappschneider. Zudem hätten sie zu viele unterschiedliche Höhen.

Für einen sinnvollen Arbeitsansatz betrachtet Knappschneider auch folgende Aspekte: die Funktionsbeleuchtung braucht eine technische Erneuerung, vor allem, um Energie zu sparen. Außerdem müsse bedarfsgerecht beleuchtet und die Leuchtenvielfalt verringert werden. Einige Leitthemen gilt es, dabei zu berücksichtigen: die Funktionalität, die Stadtsilhouette, die Stadtgeschichte, die sich in Stadteingängen und Gassen widerspiegelt, sowie das kommerzielle Licht von Schaufenstern und Werbeanlagen. Daraus wiederum lassen sich drei Lichtarten ableiten: das Funktionallicht, das Architekturlicht und das bereits genannte kommerzielle Licht. Das alte Rathaus mit seinen Türmchen zum Beispiel habe viel Potenzial für eine interessante Beleuchtung der Architektur. Auf die Stadttore könnte mit entsprechender Beleuchtung hingewiesen werden, wie auch auf die Grünanlagen, die sinnvoll ausgeleuchtet mehr Sicherheit bieten. Materialien wie alte Steinmauern könnten im richtigen Licht zum Leben erweckt werden.

Aber auch Schaufenster werden im richtigen Licht attraktiv. Dies seien Reize, die der Besucher von einem Stadtbummel mitnimmt, so Knappschneider. Es ist ungünstig, wenn zwischendrin Schaufenster dunkel sind, während andere noch hell erstrahlen. Dabei kann zum Beispiel eine einheitliche Ein- und Ausschaltezeit Linie in die Schaufensteranlagen bringen, die so als Einheit wahrgenommen werden.

Ein eigenes Kapitel widmet Uwe Knappschneider der Weihnachtsbeleuchtung, die nach seinen Beobachtungen in Montabaur nur rudimentär vorhanden sind. So sind Weihnachtsbäume nur zur Hälfte beleuchtet, anstatt an markanten Punkten hell zu erstrahlen. Aber auch Lichterketten in Bäumen und dreidimensionale Sterne könnten die in die Jahre gekommene Weihnachtsbeleuchtung ersetzen. Das käme nicht nur dem Aussehen der Stadt zugute, sondern auch dem Geldbeutel, denn die Betriebskosten können mit einer neuen Beleuchtung um die Hälfte gesenkt werden. Ohnehin sei ein großer Teil der Beleuchtung, ob Straßenbeleuchtung oder Weihnachtsbeleuchtung, in die Jahre gekommen. So sind im Etat der Stadt dafür 30.000 Euro vorgesehen.

In einer öffentlichen Ausschusssitzung ist der Lichtmasterplan erstmals vorgestellt worden. Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland kommentierte ihn so: „Es ist ein A-ha-Erlebnis“, und es zeige: Licht ist wichtig.

Susanne Willke

Weserstraße wird zur Musterstraße

Im Rahmen der Stadtsanierung hat die Stadt Montabaur einen Lichtmasterplan verabschiedet, der ein einheitliches Beleuchtungskonzept für die ganze Stadt vorsieht. In diesem Zusammenhang wird die Weserstraße als Musterstraße für so genannte technische Leuchten hergerichtet. Technische Leuchten werden üblicherweise entlang der Hauptverkehrsachsen aufgestellt.

Sie haben eine Masthöhe von sieben Metern und einen Abstand untereinander von 30 bis 35 Metern. Entlang der Weserstraße werden 20 einheitliche dunkelgraue Lichtmasten aufgestellt, die danach mit verschiedenen Leuchtenköpfen versehen werden. Anhand dieser Muster und der Angebote verschiedener Hersteller will der Stadtrat dann auswählen, welche Leuchtenmodelle künftig als Standard für das ganze Stadtgebiet gelten. Neben den technischen Leuchten gibt es noch die sogenannten Zierleuchten, die in Anliegerstraßen stehen. Sie haben in der Regel eine Masthöhe von 4,5 Metern und bei Bedarf geringere Abstände zueinander.

Montabaur Hachenburg
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