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Guckheim

Der kleine Phil aus Guckheim kämpft um sein Augenlicht

Der kleine Phil aus Guckheim leidet an einer seltenen Form von Augenkrebs. Sein rechtes Auge musste bereits operativ entfernt werden. Seine Eltern bangen jetzt auch um das verbliebene linke Auge ihres Sohnes.

Marek Wasiak und Sally Mackenzie bangen um das Augenlicht ihres kleinen Phil. Der 17 Monate alter Junge aus Guckheim (rechts im Bild) leidet an einer seltenen Form von Krebs. Das rechte Auge musste bereits operativ entfernt werden. Auch das linke ist von Tumoren befallen.
Marek Wasiak und Sally Mackenzie bangen um das Augenlicht ihres kleinen Phil. Der 17 Monate alter Junge aus Guckheim (rechts im Bild) leidet an einer seltenen Form von Krebs. Das rechte Auge musste bereits operativ entfernt werden. Auch das linke ist von Tumoren befallen.
Foto: röder-moldenhauer

Groß war die Freude bei Marek Wasiak (29) und Sally Mackenzie (26), als Phil und seine kleine Zwillingsschwester Emily am 30. März 2013 das Licht der Welt erblickten. Emily wog 2110 Gramm. Sie konnte ihre Temperatur nicht halten und musste über eine Magensonde ernährt werden. Anders Phil. Er war groß gewachsen und stark, brachte 2830 auf die Waage. Nachdem sich Emilys Zustand stabilisiert hatte und sie das Krankenhaus verlassen konnte, glaubte sich die Familie aus dem Gröbsten. Doch das Schicksal meinte es noch viel es schlimmer.

„Ich habe mit dem Jungen auf der Couch gespielt und ihm dabei in die Augen geschaut. Es schien so, als ob sein rechtes Auge leer war, wie wenn man durch eine Röhre schaut", schildert Vater Marek die damalige Situation. Da war Phil gerade mal vier Monate alt. Die Eltern suchten mit dem Jungen einen Augenarzt auf. Der diagnostizierte eine Netzhautablösung und überwies den kleinen Phil an die Uniklinik in Bonn, wo die Augen per Ultraschall untersucht wurden. „Da ist Gewebe, was da nicht hingehört", hieß es in Bonn, weshalb man Marek und Sally mit dem Jungen weiter zu Spezialisten an die Uniklinik in Essen überwies. „Dienstags wurde Phil untersucht, ebenso unsere Emily, bei der man gottlob nichts feststellte. Mittwochs folgte die Kernspintomografie. Dann war ein Tag Ruhe. Freitags wurde Phil das Auge entfernt", berichtet Mutter Sally

. Die Spezialisten hatten herausgefunden, dass Phil in beiden Augen Retinoblastome hat, ein Augenkrebs, der meist bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt und der, bei Nichtbehandlung oder fehlerhafter Behandlung sogar zum Tode führen kann. Phils Auge war nicht mehr zu retten. Zu viel Zeit war verstrichen. Zeit, in denen Ärzte – wegen der Seltenheit dieser Krebsart rätselten, was es mit den Beeinträchtigungen am Auge des kleinen Phil auf sich hatte. Zeit, in der auch die Familie nicht ahnte, was dort auf ihren kleinen Jungen zukommen würde. Dennoch werden sie von Vorwürfen geplagt. „Hätten wir es früher merken müssen?", fragen sich Marek und Sally immer wieder. Doch wenn schon die Mediziner zunächst nicht wussten, mit was sie es hier zu tun hatten, wie hätten sie es als Laien wissen können?

„Der Krebs hatte sich im Auge schon so weit ausgebreitet, dass die Gefahr bestand, dass er sich über die Sehnerven weiter in den Kopf bis ins Gehirn vordringen könnte", so die Mutter. Sally Mackenzie fällt es nicht leicht über diese Dinge zu sprechen. Der Krebs hat sich in ihr Familienleben eingeschlichen und es von Grund auf geändert. Sie ist dankbar, dass die kleine Emily nicht von dieser heimtückischen Krankheit heimgesucht wurde. Doch sie und ihr Mann Marek bangen nun um das Augenlicht ihres kleinen Phil. Denn auch das linke Auge ist von diesem Krebs befallen. Gleich vier kleine Tumore hat man in der Uniklinik in Essen mit Laser- bzw. Kältetherapie den Kampf angesagt. Und die Tage vor der nächsten Untersuchung werden zur Qual. Hat der Krebs sich weiter ausgebreitet? Konnte er gestoppt werden? Fragen, die Marek und Sally nicht zur Ruhe kommen lassen. Die junge Familie musste anfangs alle zwei Wochen zur Kontrolle des linken Auges nach Essen fahren. Die Behandlung verlief zunächst Erfolg versprechend. Dann folgte der nächste Schock. Ein bereits behandelnder Tumor kehrte zurück. Wieder musste die Familie in die Klinik.

Jetzt bekam Phil im Rahmen einer Brachytherapie einen so genannten Strahlenapplikator auf das noch verbliebene linke Auge genäht. Die Untersuchungsintervalle wurden größer, die Familie schöpfte wieder Hoffnung. Bis zum 29. Juli diesen Jahres. Bei einer turnusmäßigen Untersuchung des kleinen Phil wurde ein weiterer Rückfall diagnostiziert. Nicht nur die Krankheit ihres kleinen Sohnes belastet Sally Mackenzie und Marek Wasiak, auch die finanzielle Situation wächst ihnen mittlerweile langsam über den Kopf. Marek arbeitet für eine Leiharbeiterfirma beim Unternehmen Schütz in Siershahn. Sie haben alle Versicherungen gekündigt, um die monatlichen Belastungen zu stemmen. Am Monatsende steht meist ein Minus, bestenfalls eine Null. Hinzu kommen die häufigen Fahrten nach Essen, die nicht vollständig von der Krankenkasse bezahlt werden. Auch ein Verdienstausfall von 37 Prozent lässt sich nicht ohne weiteres kompensieren. Deshalb suchen sie nach Hilfe. „Wir würden uns nicht an die Öffentlichkeit wenden, wenn wir einen anderen Weg wüssten", macht Mutter Sally deutlich. „Und wir möchten andere Eltern auf die tückischen Gefahren dieser seltenen Krebsform hinweisen, damit diese früh genug reagieren können." Am kommenden Dienstag steht die nächste Untersuchung an. Die Tage der Ungewissheit beginnen...

Mittlerweile unterstützt die Unnauer Patenschaft auf Vermittlung unserer Zeitung die Familie des kleinen Phil. Der Footballverein Koblenz Red Knights hat – nachdem die Mitglieder von dem tragischen Fall erfuhren – spontan 350 Euro gesammelt. Zusätzlich wollen sie als Team eine Patenschaft für den kleinen Phil übernehmen. Wer der Familie helfen möchte: sally_mackenzie@web.de

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