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    Schulkinowoche: Der Kinosaal wird zum Klassenzimmer

    Montabaur/Hachenburg - Schule kann auch Spaß machen, vor allem, wenn es in der Unterrichtszeit mit der Lehrkraft ins Kino geht. Bei der 11. Schulkinowoche Rheinland-Pfalz, die am Montag offiziell gestartet ist, nehmen erneut zwei Kinos aus dem Westerwaldkreis teil. Neben dem Capitol in Montabaur gehört auch das Cinexx in Hachenburg zu den landesweit 44 kooperierenden Kinos.

    Während der Unterrichtszeit Filme schauen: Die Schulkinowochen sind eine angenehme Abwechslung für die Westerwälder Schüler. Foto: Röder-Moldenhauer
    Während der Unterrichtszeit Filme schauen: Die Schulkinowochen sind eine angenehme Abwechslung für die Westerwälder Schüler.
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Von unserer Redakteurin Christina Nover

    Christoph Tölle, Ko-Autor des Films "Zwei Leben", besuchte mit Zeitzeugin Ruthild Gorgass (Mitte) das Cinexx in Hachenburg. Medienpädagogin Carmen Breitbach begleitete das Filmgespräch. Foto: Christina Nover
    Christoph Tölle, Ko-Autor des Films "Zwei Leben", besuchte mit Zeitzeugin Ruthild Gorgass (Mitte) das Cinexx in Hachenburg. Medienpädagogin Carmen Breitbach begleitete das Filmgespräch.
    Foto: Christina Nover

    Im Capitol werden insgesamt fünf Filme an fünf Tagen gezeigt - mehr als 900 Schüler hatten sich dafür im Vorfeld angemeldet. In Hachenburg umfasst das Programm der Schulkinowoche rund 20 Vorstellungen von insgesamt sieben Filmen. Knapp 2000 Schüler wurden für die Veranstaltungen angemeldet. Die Projektleiterin der Schulkinowochen Rheinland-Pfalz, Carmen Breitbach, sagt: "Wir sind sehr zufrieden mit den Anmeldezahlen in diesem Jahr. Sie zeigen uns, dass wir es wieder geschafft haben, Filme rauszusuchen, die das Interesse der Schüler und Lehrer treffen."

    Die elfte Schulkinowoche steht unter dem Motto "Ich bin, wie ich bin" - die ausgewählten Filme zeigen Geschichten, die anschaulich und nachvollziehbar machen, was Inklusion bedeutet. Ergänzt wird das Schwerpunktthema durch die von der Bundeszentrale für politische Bildung und Vision Kino initiierte Sonderreihe "Rechtsextremismus und Nationalsozialismus im Film".

    Parallel zu den Filmvorführungen finden Kinoseminare zum Schwerpunktthema, zur Sonderreihe und zu weiteren Filmen statt. Im Cinexx in Hachenburg gab es zum Start der Schulkinowoche ein Filmgespräch zu "Zwei Leben". Dazu waren Ko-Autor Christoph Tölle und Zeitzeugin Ruthild Gorgass angereist. Mehrere Klassen aus Hachenburg bekamen zunächst eine thematische Einführung in den Film, in dem es um eine DDR-Spionin geht, die als Kind eines deutschen Soldaten und einer Norwegerin in der NS-Zeit geboren wird und nach Deutschland verschleppt wurde. Nach der Vorstellung konnten die Jugendlichen mit Tölle und Gorgass über das Thema diskutieren. "Mir ist es immer wichtig, dass die Zuschauer verstehen, dass Geschichte nicht nur Daten und Fakten widerspiegelt, sondern dass echte Menschen beteiligt waren", meinte Tölle.

    Der Autor, der das Drehbuch zusammen mit Georg Maas geschrieben hat, hatte im Vorfeld des Films viele sogenannte Lebensborn-Kinder getroffen und interviewt. Eines dieser Kinder war Ruthild Gorgass. Sie erzählte auf anschauliche Weise, welchen Einfluss der "Stempel" Lebensborn auf ihr Leben hatte. Lebensborn war ein von der SS getragener Verein, dessen Ziel es war, eine Erhöhung der Geburtenrate arischer Kinder herbeizuführen. Obwohl Gorgass' Mutter ihr von früh auf erklärte, warum sie in einem solchen Lebensborn-Heim geboren wurde, fiel es Gorgass nicht leicht, damit umzugehen. "Ich stehe zwar hier vor euch, aber viele meiner Bekannten wissen nichts davon, weil ich nicht will, dass sie schlecht über mich denken", erklärte Gorgass vor den versammelten Schülern. Blond, blauäugig und groß - sie war zeitlebens ein wandelndes Klischee. Nun sind die Haare grau und sie will durch ihre Erzählungen mit Irrtümern über die Lebensbornkinder aufräumen.

    Die Schüler im Saal lauschten konzentriert den Ausführungen von Gorgass und Tölle. Es stellte sich heraus, das viele durch diesen Film zum ersten Mal von den Praktiken der Nationalsozialisten erfuhren, durch die zahlreiche Kinder entwurzelt aufwachsen mussten. "So ein Film ist eine gute Möglichkeit, ein Thema anschaulich rüberzubringen", meinte der 19-jährige Dennis Ax, der mit seinem Religionskurs von der Berufsschule Wissen da war. "Es macht Spaß, sich so mit der Geschichte auseinander zu setzen," sagte ein Mitschüler. Diese Meinung teilten auch Schüler der Realschule Plus aus Hachenburg. "Ich hätte es mir langweiliger vorgestellt. Dabei war es wirklich interessant", erklärte der 16-jährige Michel Schmidt. Wie er hätten sich wahrscheinlich auch die meisten anderen Schüler den Film normalerweise nicht angeschaut. Karin Leicher vom Kino gibt aber auch zu bedenken, dass viele Filme im normalen Programm gar nicht laufen könnten. Zu groß sei das Angebot, und das Interesse der Kinogänger liege meist woanders. "In der Schulkinowoche können wir tolle Filme zeigen, die sonst ignoriert werden", so Leicher.

    Britische Filme werden gezeigt
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