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    Morsen: Amateurfunker pflegen alte Art der Verständigung

    "Wenn man es einmal gelernt hat, kann man es nie wieder vergessen, ähnlich wie Fahrrad fahren." Was Arno Herz aus Welschneudorf hier erläutert, ist nicht etwa das Klavierspielen oder eine ähnliche Fertigkeit.

    Ein "dit" und ein "dah" oder ein kurzer und ein langer Ton oder übersetzt ein "e" und ein "t" - die Morsetelegrafie wurde im 19. Jahrhundert entwickelt.
    Ein "dit" und ein "dah" oder ein kurzer und ein langer Ton oder übersetzt ein "e" und ein "t" - die Morsetelegrafie wurde im 19. Jahrhundert entwickelt.
    Foto: picture alliance

    Von unserem Chefreporter Markus Kratzer

    Der Vorsitzende des Ortsverbandes Mittelrhein K 32 im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) spricht von der Morsetelegrafie, ein in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickeltes Verfahren zur Übermittlung von Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Jetzt schickt sich die mehr und mehr in Vergessenheit geratene Art der Kommunikation an, von der Unesco als immaterielles Kulturerbe anerkannt zu werden.

    Den Sprung ins bundesweite Verzeichnis hat das Morsen auf Vorschlag des Arbeitskreises Kulturerbe Morsetelegrafie (AKM) bereits geschafft - neben Errungenschaften wie dem Reetdachdeckerhandwerk, der Köhlerei, der deutschen Brotkultur oder der Genossenschaftsidee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Jetzt beginnt die Organisation der Vereinen Nationen mit dem internationalen Verfahren, um überliefertes Wissen und Können sowie verschiedene Kulturgüter zu bewahren, wie es offiziell heißt.

    Dass die Morsetelegrafie zu den schützenswerten Kulturgütern gehört, steht für Arno Herz außer Frage. In "seinem" Ortsverband, der sich einmal wöchentlich in Koblenz trifft und dem vornehmlich Mitglieder aus dem geografischen Westerwald und von der Rheinschiene angehören, hält man diese Tradition aufrecht. "Der letzte Morsekurs fand bei uns 2013 statt. Man braucht etwa drei bis sechs Monate dafür, um mit einer guten Geschwindigkeit auch mitreden zu können, und Herz stellt außerdem klar, dass diese Art der Kommunikation schon ein gewisses Können verlangt. Wem "dit" (kurzer Ton) und "dah" (langer Ton) dann in Fleisch und Blut übergegangen ist, der kann sich auch bei Schnelltelegrafie-Meisterschaften mit internationalen Morsern messen.

    Eine namhafte Mitstreiterin konnten die Funkamateure für ihr Ansinnen gewinnen, die Morsetelegrafie als Kulturerbe anerkennen zu lassen. Die neue rheinland-pfälzische Bildungs- und Wissenschaftsministerin Vera Reiß begrüßte die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis: "Die Morsetelegrafie war und ist eine internationale kulturelle Ausdrucksform, die trotz ihrer großen Bedeutung in der Vergangenheit angesichts der modernen Kommunikationswege vom Aussterben bedroht ist. Eine Anerkennung als immaterielles Kulturerbe ist für diese doch recht anspruchsvolle Fertigkeit, die die Welt verändert hat, auch angemessen", argumentiert die SPD-Politikerin.

    Dabei spricht sie einen entscheidenden Punkt an: abgesehen von dem bekannten "SOS" (dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz) ist Morsen heute für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei weist der DARC darauf hin, dass etwa Rundfunkanstalten Morsecodes in ihren Sendungen nutzen, dass in Liedern von Lady Gaga oder Kraftwerk oder auch in Werbespots der Bundeswehr Morsesignale zu hören sind.

    "In der Regel sind es Initialen oder versteckte Botschaften. Komplexe Unterhaltungen in Morsetelegrafie gibt es dagegen heute nur noch im Amateurfunk", so der Club, der als größter Verband von Funkamateuren in Deutschland und als drittgrößte Amateurfunkvereinigung weltweit agiert. Eine Anerkennung der Morsetelegrafie als Kulturerbe wäre für viele der mehr als 36 000 Mitglieder auch ein Stück persönliche Wertschätzung ihrer Tätigkeit. Und so hoffen sie, dass ihnen bei der Unesco keiner dazwischenfunkt.

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