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    Rengsdorf-Waldbreitbach

    Wiedtalbad ist Knackpunkt der Fusion: Wer soll künftig die Kosten tragen?

    Sie ist eine der viel diskutierten Knackpunkte der Fusion von Rengsdorf und Waldbreitbach: die Zukunft des Wiedtalbades. Sie entscheidend mitgestalten wird der neue Verbandsgemeinderat. Die Listenführer der fünf Parteien – die Nummer zwei, wo Bürgermeisterkandidaten die Liste anführen – beziehen in der RZ Stellung. Nicht nur einmal wird dabei die Hoffnung geäußert, dass in Zukunft nicht nur die VG die Kosten tragen muss.

    Holger Klein (FWG): "Das Wiedtalbad ist der Knackpunkt der Fusion. Dies hat sich auch bei den verschiedenen Diskussionen und Abstimmungen, gerade in den Ortsgemeinden der VG Rengsdorf gezeigt. Es ist ein Thema, bei dem man sich alle Seiten anhören und mit in die Bewertung für einen eventuellen Neubau einfließen lassen muss.

    Betrachtet man das Wiedtalbad als eine der grundlegenden Einrichtungen für Tourismus und Freizeitgestaltung, so muss man bedenken, dass gerade einmal 25 Prozent der Besucher aus der eigenen VG sind. Daher stellt sich die Frage, inwiefern man das Wiedtalbad als Regionalbad führen könnte. Denn dann würde man die Kosten gerecht auf mehrere Schultern verteilen, die bis jetzt nur Nutzen daraus gezogen haben. Und wir sprechen hier nicht von einmaligen Kosten, wie für eine Reparatur oder für Ersatzinvestitionen. Es geht um die zukünftigen Unterhaltungskosten.

    Private Investoren sind immer gut. Jedoch zeigt aktuell das Beispiel „Monte Mare“ in Rengsdorf, dass es nicht immer leicht ist, eine gemeinsame Ebene zu schaffen. Dennoch sollten wir die Möglichkeit einer Unterstützung durch private Investoren nicht komplett verwerfen und die Kontakte für einen alternativen Betrieb des Wiedtalbades aufnehmen. Der Austausch mit privaten Investoren sollte aber respektvoll und auf Augenhöhe erfolgen. Eine weitere Nutzungsmöglichkeit bietet auch die Präsenz von DRLG und/oder des deutschen Schwimmverbandes.

    Im Hinblick auf ein neues Hallenbad für Schulschwimmen muss jeder zugeben, dass es grundlegend wichtig ist, dass Kinder das Schwimmen lernen. Doch bei einer Auslastung von ca. 6.600 Schülern in 2016, ist einfach zu wenig, wenn das Wiedtalbad von nur 30 bis 35 Schülern pro Tag für Schwimmkurse genutzt wird. Hier müssen wir Konzepte entwickeln, um einen eventuellen Neubau bezüglich des Schulschwimmens zu verantworten. Andernfalls müssen alternative Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, wie wir die Versorgung des Schulschwimmens gewährleisten können.

    Persönlich habe ich seit der Fusionsentscheidung immer die Auffassung vertreten, dass in diesem Jahr ein neues Gutachten erstellt werden sollte. Bei der anschließenden Neuzusammensetzung des VG-Rates hätte dann eine Faktenlage vorgelegen, über die man hätte diskutieren können. Denn bei ca. 600.000 Euro zusätzliche Kosten pro Jahr ist Zeit ein wichtiger Faktor, um eine zukunftssichernde Entscheidung zu treffen – ob pro oder contra Wiedtalbad.

    Bei allen Diskussionen über das Wiedtalbad müssen wir uns als gewählte Vertreter immer vor Augen führen, dass es wirtschaftlich in einem akzeptablen finanziellen Bereich arbeitet."

    Theodora Lippemeier (FDP): "Meines Erachtens ist es sehr wichtig, dass die Schulen die Möglichkeit haben Schulschwimmen durchzuführen, doch Schulschwimmen ist leider zu einem gewissen Luxus geworden. Auch scheitert das Schulschwimmen oft an dem hohen „logistischen“ Aufwand. Gleichzeitig sind private Schwimmkurse überbucht und Eltern müssen viele Monate darauf warten, dass ihre Kinder an einem Kurs teilnehmen dürfen. Daher möchte ich mich nach der Fusion der beiden Verbandsgemeinden dafür einsetzen, die Situation unter diesem Gesichtspunkt zu analysieren und eine Lösung im Sinne unserer Kinder zu suchen. Die Finanzierbarkeit können wir hierbei natürlich nicht außer Acht lassen, jedoch bleibt abzuwarten wie sich die finanzielle Situation nach der Fusion darstellen wird."

    Thomas Neumann (Grüne): "Zum Wiedtalbad haben wir uns in unserem Kommunalwahlprogramm klar positioniert; es ist dort nachzulesen. Sanierung und Weiterbetrieb dieses Bades haben für uns eine sehr große Bedeutung – für den Schwimmunterricht der Schulen, die enorm wichtige Arbeit der DLRG und auch für die Entwicklung der Touristikregion Wiedtal. Dass viele Gäste aus benachbarten Verbandsgemeinden dieses schöne Bad besuchen, ist ein Indiz für seine regionale Bedeutung. Dies muss sich in der Finanzierung niederschlagen. Neben einer Förderung aus Landesmitteln stellen wir auch eine solidarische Beteilung umliegender Kommunen zur Diskussion. Selbstverständlich muss das Wiedtalbad aber auch fester Bestandteil des Investitionsprogramms der neuen Verbandsgemeinde sein."

    Viktor Schicker (CDU): "Förderung des Sports ist Bestandteil der allgemeinen Kulturpolitik und in erster Linie Aufgabe der Gemeinden. Unsere Verbandsgemeinde ist hier per Gesetz in der Verantwortung. Das Wiedtalbad ist eine sehr wichtige Infrastruktureinrichtung der Region. Ca. 60.000 bis 70.000 Bürgerinnen und Bürger suchen das Wiedtalbad jährlich auf. Hier lernen junge Menschen von elf Schulen aus dem Umkreis jährlich schwimmen. Ein DLRG-Stützpunkt und weitere wichtige Strukturen hängen mit an diesem Ganzjahresbad.

    Auch wenn äußerlich nicht so ohne weiteres erkennbar, ist das Wiedtalbad aus technischer Sicht am Ende seiner Lebensdauer angelangt. In den nächsten Jahren muss Ersatz geschaffen werden. Das Innenministerium hat grundsätzlich Förderung zugesagt, da hier die Notwendigkeit eines ganzjährig verfügbaren Schul- und Sportbads gesehen wird. Da das Wiedtalbad Bestandteil einer touristisch stark entwickelten Region ist, wäre es falsch, gänzlich auf eine Freibadkomponente zu verzichten. Diese wird im Übrigen auch von der Bevölkerung intensiv genutzt.

    Vor einer intensiven Vorplanung können keine genauen Kostenangaben gemacht werden, man kann jedoch von Gesamtkosten zwischen 7 bis 10 Mio. Euro ausgehen. Das Innenministerium hat signalisiert, einen Anteil von 2 bis 3 Mio. Euro als Förderung bereitzustellen. Die neue VG Rengsdorf-Waldbreitbach hätte dann einen Anteil von 5,5 bis 7 Mio Euro zu finanzieren. Nachbarkommunen und der Kreis, die bereits derzeit und auch weiterhin zu den Mitnutzern zählen, sollten in die Anfangsfinanzierung bzw. laufende Kostentragung mit einbezogen werden."

    Birgit Haas (SPD): "Der Erhalt des Wiedtalbades in Hausen mit hohen Investitions- und Sanierungskosten bedarf einer Beurteilung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ebenso wie alternativ dessen Neubau. Es müssen deshalb aktuelle Informationen über den technischen und baulichen Zustand des Bades vorgelegt werden. Jährliche Defizite von ca. 600.000 € müssen ebenfalls in diese Betrachtung einfließen. Der Daseinsvorsorge, dem Schulschwimmen und der touristischen Notwendigkeit eines Bades in der Gesundheitsregion muss ein gutes Marketing- und Betriebskonzept zur Seite gestellt werden. Auch der Erhalt der vorhandenen Arbeitsplätze muss Berücksichtigung bei allen Erwägungen finden. Zudem muss der Kreis eingebunden und die zugesicherte Projektförderung des Landes abgerufen werden -ob für den Neubau oder den Erhalt des Schwimmbades."

    Für Erhalt notfalls Schulden aufnehmen?

    Während die Bürgermeisterkandidaten von CDU und SPD ihre Vorstellungen zur Zukunft des Wiedtalbads bereits bei der Podiumsdiskussion des Waldbreitbacher Gewerbeverbands in Kurtscheid darlegten, fehlte damals Esther Bender. Doch auch die Grünenbewerberin hat eine klare Meinung zur Causa: „Das Wiedtalbad muss als öffentliches Hallen- und Freibad erhalten bleiben. Bei der Finanzierung sind auch Kreis und Land gefragt, da das Bad auch weit über die VG Rengsdorf-Waldbreitbach von Bedeutung ist und somit das Land und der Kreis Neuwied einen Teil der Kosten übernehmen müssen.

    Eine Baugemeinschaft im Besitz der VG könnte einen weiteren Teil der Baukosten über Bürgerbeteiligung finanzieren.“ Notfalls müssten Schulden aufgenommen werden, da der Erhalt eine Pflichtaufgabe der Gemeinde sei. Auch Bewerber Christian Robenek (CDU) bekräftigte, dass er gemeinsam mit dem neuen VG-Rat eine Neubaulösung realisieren wolle. Hans-Werner Breithausen (SPD) will Wirtschaftlichkeitsberechnungen abwarten und mögliche Kooperationsformen, Fördergelder und zukünftige Rechtsformen erörtern. Den Startschuss für das weitere Vorgehen gebe aber der neue VG-Rat.

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