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    Thalhausen

    Wieder Bio-Schadstoffe im Burbach

    Die Probleme am Burbach sind noch nicht vom Tisch. In den vergangenen Tagen und Wochen ist trotz mobiler Kläranlage wieder mit Silagesäften verschmutztes Wasser in den Bach gelangt.

    Die mobile Kläranlage am Burbach (Foto zeigt den Quellschacht) läuft erst jetzt effizient. Davon abgesehen, gelangt aber verschmutztes Wasser an der Anlage vorbei in den Bach, was den Pilz wieder sprießen lässt.
    Die mobile Kläranlage am Burbach (Foto zeigt den Quellschacht) läuft erst jetzt effizient. Davon abgesehen, gelangt aber verschmutztes Wasser an der Anlage vorbei in den Bach, was den Pilz wieder sprießen lässt.
    Foto: Jörg Niebergall

    Zwar ist die Konzentration der Bio-Schadstoffe derzeit laut Rainer Jodes, beim Kreis Neuwied für die Gewässer zuständig, lange nicht so hoch wie zu Beginn der Umweltkatastrophe. Sie reicht jedoch aus, um als "Grundbelastung" den Pilzbefall an den Ufern des Bachs und seiner Folgegewässer erneut "aufflammen" zu lassen.

    Die Zeitspanne, in der der Burbach weitgehend unbelastetes Wasser führte, beschränkte sich demnach auf die Tage, kurz nachdem der Kreis die Verbindung vom verschmutzen Quellschacht zum zentralen Quellschacht kappen, den Schacht reinigen, ein Überlaufbecken anlegen und das Wasser von dort abfahren ließ. Das mit Silagesäften verseuchte Wasser musste auch dann noch abgefahren werden, als der Kreis am 12. Dezember die mobile Kläranlage in Betrieb nahm. Grund: Da die Anlage rein biologisch arbeitet, mussten sich zunächst die Bakterienkulturen bilden, die anschließend die schädlichen Kohlenwasserstoffverbindungen "fressen".

    Dieser Prozess hat länger gedauert als erwartet. Jodes: "Ihre volle Leistungsfähigkeit hat die Anlage erst jetzt erreicht." Dabei betont Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach: "Die Anlage hat es von Anfang an geschafft, sauerstoffhaltiges Wasser mit einem neutralen ph-Wert in den Bach zu leiten."

    Erschwerend kam hinzu, dass die Kläranlage zeitweise aufgrund größeren Wasseraufkommens rein mengenmäßig überfordert war. Sie schafft 70 Kubikmeter am Tag, gut die doppelte Menge, die die Experten zu Beginn des Schadstoffeintrags an Aufkommen ermittelt hatten. Um Weihnachten herum half aber auch kein permanentes Abfahren mehr. Die Folge: Das Auffangbecken lief über, und bis zum Jahreswechsel gelangte ungeklärtes Wasser in den Bach.

    Sicherlich hätte eine größer dimensionierte Kläranlage auch mehr Wassermengen bewältigt, "allerdings wären dann auch ein Vielfaches der Kosten entstanden", gibt Jodes zu bedenken.

    So arbeiten die Experten beim Kreis und bei den Rengsdorfer Werken unablässig daran, die mobile Anlage leistungsfähiger zu machen.

    Nun hat Angler Dieter Hader beobachtet, dass sich vom zentralen Quellschacht ausgehend wieder der Pilzbewuchs bis hinunter zum Iserbach ausbreitet. Für ihn heißt das: "Es muss von irgendwoher wieder verschmutztes Wasser an der mobilen Kläranlage vorbei in den Bach gelangen. Davon, dass keine Schadstoffe mehr in den Bach gelangen, wie es der Sprecher der Biogasanlagenbetreiber behauptet hat, kann also keine Rede sein."

    Die Kreisverwaltung bestätigt das. "Seit dem 18. Januar war der zentrale Sammelschacht wieder verschmutzt", erklärt Jodes. Und er ergänzt: "Da die Verbindung zum verschmutzten Schacht gekappt ist, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Leitung ist defekt, dann können wir das reparieren. Oder das Wasser hat sich unterirdisch einen anderen Weg gebahnt. Dann wird es schwieriger."

    Unklar ist weiterhin, ob es im Untergrund noch Depots mit Silagesaft gibt. Sollte das der Fall sein, könnten Tauwetter und Regen dazu führen, dass diese ausgewaschen werden. Damit trifft wahrscheinlich über kurz oder lang mehr - gegebenenfalls belastetes - Wasser an den Quellschächten ein, und die Kläranlage könnte erneut an ihre Grenzen stoßen. Laut Jodes ist das derzeit noch nicht der Fall.

    Davon abgesehen, plant der Kreis, heute den Zentralschacht noch einmal reinigen zu lassen. "Zudem bessern wir permanent bei der Kläranlage nach. Seit einiger Zeit helfen wir den Bakterien, indem die Mitarbeiter der Werke Phosphat zugeben. Das scheint einen positiven Effekt zu haben."

    Übrigens: Die Süwag hat inzwischen die ausstehende Rechnung für die Kläranlage beglichen.

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

    Loch in der Silowand der Biogasanlage Anhausen: Baumangel kann Grund für Verschmutzung des Burbachs sein
    Neuwied Linz
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