40.000
Aus unserem Archiv
Neuwied

Wenn der Stecker für E-Autos nicht passt: Schnelles Laden ist nicht für jeden möglich

Christina Nover

Als Horst Fogolin das erste Mal seinen Plug-In-Hybriden in Neuwied laden wollte, musste er enttäuscht feststellen, dass der Stecker der Ladesäule mit seinem Auto nicht kompatibel war. Der Ärger des Neuwieders war groß und wuchs weiter an, nachdem er sich einen Adapter zugelegt hatte: „Damit konnte ich zwar laden, aber es hat eine Ewigkeit gedauert“, berichtet er enttäuscht. Im ganzen Kreis Neuwied gibt es keine Ladesäule, die Fogolins Erwartungen entspricht – und mit seinem Problem dürfte der Mann nicht allein sein.

Die Schnellladestation an der Langendorfer Straße 82 bietet Platz für insgesamt acht E-Fahrzeuge zum „Stromtanken“.  Archivfoto: Christina Nover
Die Schnellladestation an der Langendorfer Straße 82 bietet Platz für insgesamt acht E-Fahrzeuge zum „Stromtanken“. Archiv
Foto: Christina Nover

Die Stadtwerke Neuwied (SWN), die allein in der Innenstadt vier Ladestationen mit insgesamt zwölf Parkplätzen betreiben, bestätigen auf Nachfrage, dass Halter von bestimmten Fahrzeugtypen momentan noch einen Nachteil beim Laden haben. Das Problem: Die Stromtankstellen sind auf den europäischen Standard zugeschnitten. Autos mit sogenanntem CHAdeMO-Stecker (vor allem in asiatischen Modellen verwendet) können nur mithilfe eines Adapters geladen werden. Dabei geht viel Leistung verloren – aus der Schnellladestation fließt Strom nur noch im Schneckentempo.

David Meurer, der bei den SWN für den Bereich „Erneuerbare Energien“ zuständig ist, erklärt bedauernd, es für Kunden mit CHAdeMO-Stecker momentan keine befriedigendere Lösung gibt. „Wir haben bereits überprüft, ob wir die Stationen nachrüsten können, das ist allerdings nicht machbar“, sagt Meurer. Knackpunkt ist, dass die SWN für den Bau der Säulen auf Gelder des Bundes zurückgegriffen haben – eine Förderung, welche die gängigen europäischen Steckertypen bevorteilt.

„Wir wollen bei unserer nächsten Ladestation, die wir errichten, auch eine CHAdeMO-Variante anbieten“, sagt Meurer. Momentan befindet sich das Unternehmen in der Planung für einen neuen Standort im Gewerbegebiet Distelfeld. Allerdings will man auch hier nicht auf Fördergelder verzichten. Kein Wunder, machte die Finanzspritze in Höhe von 130.000 Euro im Fall der Schnellladestation in der Langendorfer Straße doch einen großen Teil der Gesamtkosten von rund 250.000 Euro aus.

Die Investition macht sich langsam bezahlt: Die Nutzungszahlen steigen an – allein im April wurden 6000 Kilowattstunden an Strom an den vier innerstädtischen Ladestationen abgenommen. Dabei nutzten auch viele Auswärtige die schnelle Möglichkeit, ihre Elektroautos vollzutanken. In Neuwied selbst sind 275 Personenkraftwagen angemeldet, die in irgendeiner Form Strom nutzen – lediglich 36 davon sind reine E-Autos.

Autohändler berichten zwar von einer gesteigerten Nachfrage im Bereich von Elektrofahrzeugen – oftmals falle die Wahl aber eben noch auf Hybrid-Varianten. David Meurer empfiehlt jedem Interessenten, sich im Vorfeld gut zu informieren – auch was die Ladetechnik der Autos betrifft. „Bei dem Thema gibt es eine große Dynamik. Wir hoffen, dass die Hersteller sich auf einen einheitlichen Stecker einigen“, so Meurer.

Informationen zu E-Mobilität gibt es unter 02631/854305

Von unserer Redakteurin Christina Nover

Neuwied Linz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
epaper-startseite
Regionalwetter Neuwied
Samstag

15°C - 26°C
Sonntag

16°C - 29°C
Montag

17°C - 29°C
Dienstag

17°C - 29°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach