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VG Unkel

VG Unkel: Die Windkraftdiskussion geht weiter

Beim Thema Windkraft gibt es immer noch offene Fragen: Ist der Bau von nur drei Windrädern überhaupt noch sinnvoll? Soll das Flächennutzungsplanverfahren vor diesem Hintergrund weitergeführt werden? Die RZ hat Bürgermeister Karsten Fehr interviewt.

Den Bau lediglich von drei Windrädern halten Sie nicht für sinnvoll, warum?

Unser ursprüngliches Ziel war es, durch die Errichtung eines Windparks in der VG Unkel einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, und die finanzielle Lage der Kommunen zu verbessern. Dieses Ziel erscheint mir mit drei Windenergieanlagen nicht mehr realisierbar. Insbesondere stimmt hier nicht mehr die Relation zwischen dem Eingriff in die Natur und dem Nutzen für die Region.

Dennoch halten Sie am Flächennutzungsplanverfahren fest?

Ich halte am Flächennutzungsplanverfahren (FNP-Verfahren) fest, weil nur so eine langfristige Planungssicherheit gewährleistet werden kann. Hierdurch werden nicht nur Potenzialflächen ausgewiesen, sondern auch die Bereiche festgeschrieben, in welchen keine Windkraft möglich ist. Dies sind derzeit circa 98 Prozent der Fläche der VG Unkel. Die genannte Rechtssicherheit wird durch ein Beispiel deutlich: Das Gebiet um den Asberg ist in der Planung nicht deshalb so großräumig ausgeschlossen, weil es sich um ein FFH-Gebiet handelt. Dessen Schutzzweck Gelbbauchunke bedarf nur einer viel kleineren Fläche. Wesentlich ist hier, dass dort die Brut eines schützenswerten Großvogels gefunden wurde. Hier beträgt die Schutzzeit aber nur fünf Jahre. Sollte es in diesem Zeitraum nicht erneut zu einer Brut dieses Großvogels kommen und kein Flächennutzungsplan existieren, der diesen Bereich für die Nutzung durch Windenergieanlagen ausschließt, besteht nach Ablauf dieser fünf Jahre die Möglichkeit, Anträge auf die Errichtung von Windrädern zu stellen. Durch einen FNP kann dies langfristig (bis irgendwann mal ein neuer FNP zum Thema Windkraft aufgestellt werden sollte) ausgeschlossen werden.

Wie gehen Sie mit der Bemängelung der Gutachten um?

Die angeblichen Mängel werden an den Gutachter mit der Bitte um Prüfung weitergeleitet, sodass die Ergebnisse der Abwägungsentscheidung zugrunde gelegt werden können.

Inwieweit sollte das Thema länderübergreifend thematisiert werden? (Stichwort Siebengebirge und FFH-Gebiet)

Eine Betrachtung von Wirkräumen – auch über politische und topografische Grenzen hinweg – ist immer wünschenswert. Hierbei bleibt jedoch zu berücksichtigen, dass teilweise unterschiedliche Rechtsgrundlagen zu beachten sind. Zudem darf diese breitere Betrachtungsweise keine Einbahnstraße sein.

Es gehen Gerüchte um, dass bereits Anfragen für den Bau höherer Windräder vorliegen – ist da etwas dran?

Ich bitte um Verständnis dafür, dass wir uns grundsätzlich nicht zu Gerüchten äußern.

Sind andere regenerative Energieformen in der VG Unkel denkbar?

Die öffentlichen Gebäude in der VG Unkel wurden nach Nutzungsmöglichkeiten für Solarenergie untersucht und – dort wo es möglich war – entsprechende Flächen der Solarnutzung zur Verfügung gestellt. Des Weiteren haben die VG Unkel derzeit gemeinsam mit der Stadt Unkel und dem Kreis Neuwied eine Machbarkeitsstudie für ein Nahwärmenetz in Bearbeitung. Wir sind zuversichtlich, dass sich dies als ein ökologisch und wirtschaftlich tragfähiges Konzept erweist und wir in wenigen Jahren die öffentlichen Gebäude rund um die Unkeler Schulen und Rathäuser mit der Abwärme der Kanäle und einem Blockheizkraftwerk versorgen können. Ebenfalls sind wir mit unserem Abwasserzweckverband Linz/Unkel bundesweiter Vorreiter mit der Pyrotechanlage auf unserer Kläranlage.

Die Fragen stellte Nina Borowski

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