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Windhagen

Verstorbener Mogadishu-Held: Ulrich Wegener war bis zuletzt im Westerwald daheim

Als „Held von Mogadishu“ ist er durch die Befreiung der von Terroristen entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ 1977 berühmt geworden. Nun ist Ulrich Wegener, früherer Kommandeur der Spezialeinheit GSG 9, im Alter von 88 Jahren gestorben – und zwar in seinem Haus im Windhagener Ortsteil Schweifeld. „Er hat schon seit seiner aktiven Dienstzeit hier gelebt und war ein sehr angesehener Mitbürger“, erzählt Windhagens Ortsbürgermeister Josef Rüddel im RZ-Gespräch. Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung starb der frühere Brigadegeneral des Bundesgrenzschutzes bereits am 28. Dezember.

Foto: Sabine Nitsch

Beigesetzt werden soll Wegener auf dem Windhagener Friedhof, berichtet Rüddel. Dort habe auch seine verstorbene Ehefrau in einer Urnenstele ihre letzte Ruhestätte gefunden. Der Termin für die Beisetzung stehe aber noch nicht fest, so der 93-Jährige Ortschef, der damit rechnet, dass einige prominente Wegbegleiter Wegeners und auch einige der ehemaligen „Landshut“-Geiseln und ihrer Befreier daran teilnehmen werden.

Im Windhagener Gemeindeleben sei Wegener durchaus präsent gewesen und habe sich unter anderem im Ortsverband der CDU eingebracht, so Rüddel. Zuletzt sei er allerdings auf den Rollstuhl angewiesen gewesen und sei rund um die Uhr von einem Pfleger betreut worden. „Ich habe ihn vor etwa einem halben Jahr zuletzt gesehen“, erinnert sich der Ortsbürgermeister.

Die GSG 9 war sein Lebenswerk: Ulrich Wegener (rechts) baute die Spezialeinheit auf und kommandierte sie bis 1991.
Die GSG 9 war sein Lebenswerk: Ulrich Wegener (rechts) baute die Spezialeinheit auf und kommandierte sie bis 1991.
Foto: dpa

Nach seiner Pensionierung 1991 war Wegener, der in den 1970er-Jahren die Grenzschutztruppe GSG 9 aufbaute, beratend bei der Aufstellung vergleichbarer Sondereinheiten in anderen Ländern tätig. Noch bis ins hohe Alter war er als Sicherheitsexperte gefragt und reiste um die Welt um Vorträge zu halten. Unserer Zeitung berichtete der gebürtige Brandenburger, der 1952 aus der DDR in den Westen flüchtete, noch 2015 in einem Interview, dass er mindestens einmal in der Woche bei der Spezialtruppe in Hangelar vorbeischaue.

„Es ist der Verdienst der GSG 9, dass in der Bundesrepublik bisher schwerste Terroranschläge erspart blieben“, äußerte er seinerzeit und gab einen Einblick in seine Prinzipien bei Antiterroreinsätzen, die weltweit Schule machten. „Man muss den Gegner psychologisch durchleuchten, verstehen und nicht einfach nur draufhauen“, erklärte er. dpa/mif/san

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