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    Unterwegs im Zoo Neuwied: Löwenbabys sind wieder topfit [mit Video]

    Tessy und Khalila tollen im Außengehege herum. Den beiden Löwenbabys im Zoo Neuwied geht es prächtig. Sie werden inzwischen sogar gemeinsam mit Mama und Papa gefüttert.

    Tessy (vorne) und Khalila (hinten) entwickeln sich hervorragend. Seit knapp zwei Wochen werden sie gemeinsam mit Mama Zari und Papa Schröder gefüttert und lernen so das Sozialverhalten im Rudel.
    Tessy (vorne) und Khalila (hinten) entwickeln sich hervorragend. Seit knapp zwei Wochen werden sie gemeinsam mit Mama Zari und Papa Schröder gefüttert und lernen so das Sozialverhalten im Rudel.
    Foto: Marion Ziegler

    Schröder holt mit der Tatze aus und verpasst seiner Tochter Tessy einen groben Klaps auf den Rücken. Das Löwenmädchen krächzt hilflos zwischen dem Zaun und dem Vater, der sein Fleischstück verteidigt. Auch Tessys Schwester Khalila hat eine solche Lektion in Sachen Rangordnung bereits hinter sich: Trotz solcher Streitereien entwickeln sich die inzwischen vier Monate alten Löwenbabys im Zoo Neuwied prächtig. Sie tollen im Gehege herum, pirschen sich an und jagen Vögelchen hinterher. Raubtierpflegerin und „Löwenmama“ Petra Becker schwärmt: „Wenn man bedenkt, dass die Kleinen gar nichts mehr konnten, sind das schon richtig schöne Momente.“

    Dabei stand es zwischenzeitlich richtig schlecht um den Ende September geborenen Nachwuchs (die RZ berichtete): „Sie hatten neurologische Ausfälle im Sinne von epileptischen Anfällen“, sagt Becker. Zwei Monate waren die Schwestern alt, als ihr Leben auf der Kippe stand und Tierärzte einen Defekt im Hirn feststellten. Die Hoffnung, dass sich die Probleme herauswachsen, wurde offenbar erfüllt. „Sie haben keine motorischen Ausfälle mehr und können hervorragend sehen“, sagt Becker.

    Seit knapp zwei Wochen werden die beiden Welpen deswegen zusammen mit Mama Zari und Papa Schröder gefüttert. Für Tessy und Khalila geht es dabei aber weniger um die Nahrungsaufnahme – sie bekommen nach dem Rind für die Großen später noch einmal je ein ganzes Huhn. Vielmehr sollen die Kleinen das Verhalten im Rudel lernen. Das klappt nicht ohne Zwischenfälle: „Zari benimmt sich eher wie eine Tante als eine Mutter, dadurch, dass die Kleinen von ihr getrennt waren“, berichtet Becker. Das größere Problem stellt bei der Fütterung aber Papa Schröder dar. Dass man ihn beim Fressen nicht stören sollte, geschweige denn sein Fleischstück anknabbern, hat Khalila bereits gelernt. Seit sie von ihm einmal versehentlich eine Tatze abbekommen und am Rücken sogar geblutet hat, hält sie sich ein wenig fern.

    Auch Tessy musste das nun auf schmerzhafte Weise erfahren. Ausgerechnet an Papas Lieblingsessplatz will es sich die kleine Löwin bequem machen. Das passt Schröder nicht, er brüllt seine Tochter an und haut nach ihr. Dabei bedenkt der Kater aber nicht, dass sein großer Körper der kleinen Tessy den Weg aus ihrer Zwickmühle zwischen Zaun und Vater versperrt. Dreimal kommt es zum Gerangel, übermütig haut Tessy zurück, bis sie endlich die Gelegenheit ergreift und an Papas Hintern vorbei in Sicherheit springt. Kopfschüttelnd beobachtet Pflegerin Becker die Szene. Als dann auch Khalila noch einmal ihr Glück bei Papa versucht, ermahnt sie ihren Schützling: „Manche lernen es einfach nicht, du Nuss.“

    Optisch unterscheidet die Raubtierpflegerin die beiden Schwestern an der Farbe: Während Khalila recht helles Fell hat, wirkt Tessy dunkler, hat mehr und dunklere Punkte und einen dunkleren Rückenstrich. Zu Verwechslungen kommt es trotzdem schnell, vor allem wenn Khalilas Fell vom Spielen im Schlamm dreckig ist. Charakterlich sind die beiden Schwestern aber grundverschieden, erklärt Becker. Auch wenn sie frech um ihre Mutter herumtollt und sie beim Fressen stört, ist die helle Khalila ein eher ruhiger, süßer Welpe. „Tessy hat wie ihre Mutter eine etwas aggressivere Art“, vergleicht Becker. Wie um diesem Ruf gerecht zu werden, schnappt Tessy ihrer Schwester bei der Fütterung einen Fleischbrocken weg – anstatt sich einfach ein eigenes, noch übriges Stück zu holen.

    Auch wenn gesundheitlich nun alles stimmt, bleiben die Großkätzchen unter Dauerbeobachtung. Wiegen lassen sie sich nicht mehr, Becker schätzt sie auf je 15 Kilogramm. Zudem hat nun der Zahnwechsel eingesetzt. Dem Zoo bescheren Tessy und Khalila indes viel Aufmerksamkeit: „Jungtiere sind natürlich immer ein Publikumsmagnet“, sagt Zoodirektor Mirko Thiel. Wo er sich auch blicken lässt, erkundigen sich die Menschen nach dem Nachwuchs. Zwar schreckten Minusgrade und Regen in den vergangenen Tagen manche vom Zoobesuch ab. Wer sich aber doch aufmacht, hat inzwischen ganztägig gute Chancen, die Kleinen im Außengehege zu sehen. Nur etwas Geduld sollten Besucher mitbringen – falls die Schwestern doch mal eine kurze Pause im warmen Innern einlegen.

    Von unserer Reporterin Marion Ziegler

     

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