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Kreis Neuwied

Trouble um die Tonne: Neuer Abfuhrkalender für den Kreis Neuwied

Christina Nover

Es ist sicherlich die größte Umstellung in Sachen Müllabfuhr, die der Kreis Neuwied in den letzten paar Jahrzehnten erlebt hat: Ab 2018 ändern sich in vielen Orten die Abfuhrtage, was für ordentlich Zündstoff zwischen den Jahren sorgt.

Die Abfuhrtage für die grüne Tonne müssen die Menschen im Kreis händisch in den Abfuhrkalender 2018 nachtragen.  Foto: Christina Nover
Die Abfuhrtage für die grüne Tonne müssen die Menschen im Kreis händisch in den Abfuhrkalender 2018 nachtragen.
Foto: Christina Nover

Das Telefon der Abfallberatung des Kreises klingelt nahezu ununterbrochen, und in den sozialen Netzwerken hagelt es Kritik sowie Häme. Nutzer posten Bilder davon, wie sie sich mit Textmarker und Stift bewaffnet an die Analyse der beiden neuen Abfuhrkalender machen. Denn für 2018 gibt es keinen gemeinsamen Abfuhrkalender der Abfallwirtschaft im Landkreis Neuwied und der Firma Suez, die für die grüne Tonne zuständig ist.

Hintergrund der umfassenden Änderungen ist laut Kreisverwaltung vor allem die ungleichmäßige Zunahme der Bevölkerung und der Wirtschaft in den Gemeinden und Ortsteilen, die in den vergangenen Jahren zu einer zunehmend ungleichen Verteilung der Abfallbehälter und -mengen in den verschiedenen Abfuhrbezirken geführt hat. Auch im Reklamationsmanagement sorgte die bisherige Verteilung der Abfallbezirke für einen erheblichen zusätzlichen Zeitaufwand.

Abfuhrplan wurde an geänderte Gegebenheiten angepasst

In einer Pressemitteilung des Kreises heißt es dazu: „Dies konnte lange Zeit durch Mehrarbeit und Überstunden aufgefangen werden. Aber auch trotz größter Flexibilität sind die Disponenten der Abfallentsorgung nun an gesetzliche Grenzen gestoßen.“ Ähnlich wie bei den Fernfahrern gelten auch für die Mitarbeiter auf den Entsorgungsfahrzeugen klare Höchstwerte für die Lenkzeiten. Darüber hinaus beeinflusse die Tourenplanung die Effizienz der Umladestationen und der nachgeschalteten Entsorgungsanlagen. Ziel ist hier ein möglichst gleichmäßiger Stoffstrom ohne Engpässe. Vor diesem Hintergrund wurde der Abfuhrplan neu analysiert und an die geänderten Gegebenheiten angepasst.

„Dabei wurde großer Wert darauf gelegt, den bisherigen Abfuhrtag unverändert zu lassen“, betont Achim Hallerbach, der auch als künftiger Landrat für die Abfallwirtschaft verantwortlich bleibt. Etwa in der Hälfte des Kreises können die Haushalte ihre Tonnen immer noch am gleichen Tag rausstellen, während der Rest aufgefordert ist, den Abfuhrkalender intensiv zu studieren und sich auf die Änderungen einzustellen. Dass es manchen schwerfällt, jahrzehntelange Gewohnheiten aufzugeben, haben die Abfallberater in den vergangenen Tagen jedoch zu spüren bekommen. „Es waren nicht wenige, die bei uns angerufen haben und uns erklären wollten, dass der Kalender falsch ist, und die sich auch nach mehrfacher Erklärung nicht davon überzeugen ließen, dass dem nicht so ist“, erklärt Thomas Strohmenger von der Kreisverwaltung.

Suez behält alte Touren bei

Während sich die Abfuhrtage von grauer, brauner und blauer Tonne gegebenenfalls geändert haben, wurden bei der grünen Tonne nur geringfügige Änderungen vorgenommen. Wolfgang Strogies, Leiter Kommunalvertrieb bei der Firma Suez, erklärt: „Für uns gab es keinen Grund, die Tourenplanung zu ändern. Wir fahren weiter wie vorher.“ Da sich Suez nicht an der Reform beteiligt hat, kommt es an vielen Orten mit geänderten Abfuhrtagen nun zu der Situation, dass Tonnen an unterschiedlichen Tagen rausgestellt werden müssen.

Zur Irritation der Bürger trägt bei, dass die grüne Tonne im Abfuhrkalender des Kreises auch gar nicht auftaucht. Während der Kreis behauptet, Suez hätte die Daten nicht rechtzeitig geliefert, betont Strogies, dass es der Kreis vielmehr abgelehnt habe, die grüne Tonne mit in den Kalender aufzunehmen. „Wir hätten unsere Abfuhrtermine gerne mit drin gehabt“, sagt Strogies. Stattdessen wurde nun eine gesonderte Broschüre erstellt und an die Haushalte verteilt, damit alle Bürger rechtzeitig informiert sind. Zumindest zeigen sich beide Seiten interessiert daran, im kommenden Jahr wieder ein gemeinsames Überblickswerk zu erstellen. Vorher muss sich aber erst mal das neue Abfuhrsystem bewähren.

Weitere Infos zum Thema unter www.abfall-nr.de

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