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    Römer, Ritter, Rokoko: Bonefeld lädt Besucher zur Zeitreise ein

    Von der Steinzeit bis in die Zukunft: Die „Aktion Glückliche Kinder“ lädt am kommenden Wochenende zu einer Zeitreise in das Bonefelder Fritz-Walter-Stadion (alter Sportplatz) ein. Am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr erwarten die Besucher auf über 8000 Quadratmetern Lager von Kelten, Hunnen, Römern, Rittern, Grenadieren und vielen anderen historischen Gruppen. Wie Organisator Johann Wallner sagt, werden die Gäste in die unterschiedlichsten Epochen der Weltgeschichte entführt: von der Jungsteinzeit bis zum amerikanischen Bürgerkrieg.

    Die (Mainzer) Römer der Legio XVI Gallica sind eine von zahlreichen historischen Gruppen, die am Wochenende in Bonefeld zur Zeitreise einladen.
    Die (Mainzer) Römer der Legio XVI Gallica sind eine von zahlreichen historischen Gruppen, die am Wochenende in Bonefeld zur Zeitreise einladen.

    Bonefeld - Von der Steinzeit bis in die Zukunft: Die „Aktion Glückliche Kinder“ lädt am kommenden Wochenende zu einer Zeitreise in das Bonefelder Fritz-Walter-Stadion (alter Sportplatz) ein. Am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr erwarten die Besucher auf über 8000 Quadratmetern Lager von Kelten, Hunnen, Römern, Rittern, Grenadieren und vielen anderen historischen Gruppen. Wie Organisator Johann Wallner sagt, werden die Gäste in die unterschiedlichsten Epochen der Weltgeschichte entführt: von der Jungsteinzeit bis zum amerikanischen Bürgerkrieg.


    Insgesamt treten rund 120 Teilnehmer auf. Trotzdem ist der Eintritt kostenlos. Lediglich für einige ausgewählte Vorführungen müssen „Zeitreisebuttons“ gekauft werden (Kinder 1 Euro, Erwachsene 2 Euro). Mit dem Erlös der Veranstaltungen wird die Arbeit der vier Kinderhospize „Regenbogenland“ (Düsseldorf), „Balthasar“ (Olpe), „Bärenherz“ (Wiesbaden) und „Sterntaler“ (Speyer) unterstützt. Die Hilfseinrichtungen für todkranke Kinder selbst präsentieren bei der Zeitreise zudem sich und ihre Arbeit. Spenden sind dabei natürlich herzlich willkommen.

    Und das erwartet die Besucher:

    - Jungsteinzeit (ca. 5500 v. Christus): Ein Team vom Goethe-Institut Frankfurt in Kooperation mit der Gutenberg-Universität Mainz zeigt unter anderem, wie Feuersteine hergestellt werden und wie die ersten sesshaften Bauern ihre Langbauten errichtet haben. Selbst versuchen ist erwünscht.

    - Kelten (1. Jahrhundert vor Christus): Die Gruppe „Teutates“ aus Frankfurt kommt mit einem Schmied und einem Kettenhemdflechter. Gezeigt wird auch die antike Art der Textilverarbeitung. Kinder können sich selbst im „Brettchenweben“ versuchen.

    - Römer (120 vor bis 350 nach Christus): Die beiden verbündeten Cohorten „Vigilia Romana Vindriacum“ aus Windrich (bei Trier) und „Legio XVI Gallica“ aus Mainz präsentieren vor allem die römische Kultur, zum Beispiel Weinbau, Handel und Transport in der Antike. Gezeigt wird auch eine Taverne. Demonstrationen der römischen Kriegs- und Waffenkunst fehlen nicht.

    - Hunnen (200 bis 600 nach Christus): Die Unkeler Hunnenhorde kommt unter anderem mit König Attila und drei originalgetreuen Jurten. Wallner bezeichnet sie als „fantastisch“ und dankt ihnen besonders, weil sie kurzfristig für eine ausgefallene Gruppe eingesprungen sind.

    - Hochmittelalter (um 1300): „nobiles viri“ zeigt unter anderem, wie die Ritter gekleidet waren – von der Unterhose bis zum Schwert. Auch alte Waffen und Handspindeln werden präsentiert. Kinder können Bändchenflechten lernen.

    - Rokoko (1750): Die Ehrengarde des Fürsten zu Wied zeigt ein originalgetreues Grenadierlager.

    - Amerikanischer Bürgerkrieg (1861-65): Die „First Richmond Howitzers“ aus Oberhonnefeld zeigen Ausrüstung und Zelte einer Artillerieeinheit der Südstaaten. Mit je einem Böllerschuss aus der Kanone eröffnen und beenden sie die Zeitreise.

    - Indianer: „Shunka-Wakan-Ska“ hat seinen Namen von einem Indianerstamm verliehen bekommen. Der Weltmeister von 1996 im Ziel- und Figurenwerfen zeigt sein Können beim Messer-, Tomahawk- und Äxtewerfen. Außerdem schnitzt er mit Kindern indianische Amulette.

    Neben den historischen Gruppen gibt es noch einiges weitere Angebote. So präsentiert der SMC Bendorf-Sayn Modellschiffe (von der Galeere bis zum Traumschiff), alte Traktoren werden gezeigt, Holzbildhauer Hoffmann schnitzt kleine Figuren und bei „Understanding Earth“ wird unter anderem erklärt, wie ein Vulkan funktioniert.

     

    Vier Fragen an den Organisator:

    Johann Wallner ist die treibende Kraft der „Aktion Glückliche Kinder“, und er hat die „Zeitreise“ maßgeblich alleine organisiert. Wir sprachen mit ihm darüber, was ihn antreibt.

      

    Herr Wallner, warum engagieren Sie sich für Kinderhospize?

    Durch meine private Modelleisenbahn, mit der ich als Kinderhospizzug schon seit Jahren auf Reisen gehe, komme ich häufig in die Kinderhospize und sehe, was da für wertvolle Arbeit geleistet wird. Kinderhospize sind Wegbegleiter für todkranke Kinder, deren Eltern und Geschwister. Die Leute haben die ganzen Krankenhäuser hinter sich und bekommen dann irgendwann von den Ärzten gesagt: ,Wir können Ihnen nicht mehr helfen.' Als letzte Wegbegleiter für das Kind und für die spätere Trauerbewältigung braucht man dann die Kinderhospize, deren Mitarbeiter wissen, worum es geht, was die Menschen in dieser Ausnahmesituation brauchen. Aber die Kinderhospize finanzieren sich zu 90 Prozent aus Spenden und müssen daher um ihre Ausstattung kämpfen. Bei diesem Kampf will ich ein bisschen mithelfen.

     

    Es ist nicht Ihre erste Benefizaktion für die Kinderhospize. Wie viel haben Sie bislang für die gute Sache eingenommen?

    Ich habe mit einem Straßenfest in Straßenhaus, einer Modellbauausstellung in Kurtscheid und einem Weihnachtsmarkt in Rengsdorf schon drei größere Veranstaltungen für Kinderhospize organisiert. Zusammen mit kleineren Aktionen sind wohl über 50 000 Euro zusammengekommen. Aber die Summe ist gar nicht so wichtig. Vor allem muss die Arbeit der Kinderhospize den Menschen nähergebracht werden. Dann steigt das Spendenaufkommen ganz unabhängig von der konkreten Veranstaltung. Deshalb nehmen wir auch keinen Eintritt. Wir wollen, dass viele Leute kommen.

     

    Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie denn?

    Das ist schwer zu sagen. Wenn es an beiden Tagen regnet, können es 2000 Gäste werden, bei Sonnenschein auch 10 000. Vom Platz her könnten wir aber auch 30 000 Menschen begrüßen. Wir haben jedenfalls 15 000 Flyer verteilt.

     

    Das kostet erst einmal Geld.

    Ja, allerdings sind meine Investitionen überschaubar und ich hoffe, sie wieder hereinzubekommen. Restlos alles, was darüber hinaus geht, bekommen die Kinderhospize. Glücklicherweise trifft man bei diesem Thema auf viel Hilfsbereitschaft. So stellen uns zum Beispiel die Gemeinde Bonefeld und ein Landwirt das Gelände kostenlos. Insgesamt tragen viele zu der Veranstaltung bei. Und auch sämtliche Teilnehmer der auftretenden Gruppe bekommen nichts anderes als ein Steak vom Grill, zwei Glas Bier und ein Dankeschön. Das gleiche gilt für die freiwilligen Helfer. Alle arbeiten an diesen beiden Tagen nur für die kranken Kinder.

     

     

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