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Neuwied

Ohne Zucker durchs Leben: Neuwiederin zeigt, wie es geht

Christina Nover

Schokolade, Eis, Kuchen – all das hat im Leben von Regina Renpening keinen Platz mehr. Die 25-jährige Neuwiederin ernährt sich nämlich seit rund einem Jahr zuckerfrei. Für sie hat das nichts mit Verzicht zu tun: „Es ist ein Lifestyle. Ein gesundheitsbewusster Lebensstil“, sagt die junge Frau, die im Medicon Fitnesscenter in Neuwied arbeitet. Ausschlaggebender Punkt für die Ernährungsumstellung war die Erkenntnis, dass Krebszellen sich von Zucker „ernähren“.

Salat gehört für Regina Renpening zur täglichen Ernährung​. Foto: Christina Nover<br>
Salat gehört für Regina Renpening zur täglichen Ernährung​.
Foto: Christina Nover

Ein Zusammenhang zwischen zuckerhaltiger Nahrung und Krebserkrankungen ist zwar nicht zweifelsfrei belegt, es existieren jedoch Studien, die darauf hinweisen, dass Zucker das Wachstum von Tumoren anregt. Bereits Nobelpreisträger Otto Warburg (1883 bis 1970) hatte die These aufgestellt, dass Krebs dadurch verursacht wird, dass Tumorzellen schneller wachsen, weil sie einen erhöhten Zuckerstoffwechsel haben. „Ich möchte nichts essen, was mich krank macht, oder die Entstehung einer Krebserkrankung fördert“, erklärt Renpening.

Sie wählte den harten Weg, machte eine Kur und verzichtete von einem auf den anderen Tag komplett auf Zucker. Gar nicht so einfach, versteckt dieser sich doch in zahlreichen Lebensmitteln. Jede Verpackung wurde genauestens inspiziert und weggestellt, sobald bei den Inhaltsstoffen das Wort Zucker auftauchte. „Dass selbst in Senf und Ketchup Zucker ist, hat mich schon überrascht“, erinnert sich Renpening. Auch das Essen, was ihre Mutter auftischte, konnte sie nicht mehr anrühren. Selbst Kochen war angesagt.

Die ersten paar Tage liefen noch problemlos, doch dann kam der Heißhunger: „Ich konnte irgendwann an nichts anderes mehr denken als an Zucker – das hat mir gezeigt, wie süchtig wir eigentlich nach dem Stoff sind“, sagt Renpening und bezeichnet die ersten zwei Wochen als „pure Hölle“. Sport half ihr dabei, die Gedanken frei zu bekommen, ebenso wie die intensive Beschäftigung mit dem Thema. Sie fand Alternativen zum Süßen ihrer Speisen, stieß auf schmackhafte Rezepte und die Lust auf Zucker verflog mit der Zeit.

„Wenn ich jetzt 95-prozentige Schokolade esse, dann ist das für mich schon richtig süß“, berichtet sie. Manchmal, gibt Renpening zu, gönnt sie sich einen sogenannten „Cheat-Day“, also einen Schummel-Tag. Dann wird mal ein Glas Wein getrunken oder ein Stück Kuchen gegessen. So wie an Weihnachten, als sie die Zeit mit ihrer Familie genießen wollte. Danach wieder zu ihrer zuckerfreien Ernährung zurückzukehren, fiel ihr jedoch nicht schwer: „Wenn man sich bewusst macht, was Zucker einem antut, dann ist das kein Problem,“ betont sie.

Seit sie zuckerfrei lebt, fühlt sie sich eigenen Aussagen zu Folge „fitter, vitaler und wohler in ihrem Körper“. Der Schlaf sei besser geworden und auch ihre häufigen Kopfschmerzen gehören der Vergangenheit an. Beim Essen hat sich Routine eingestellt. Meistens gibt es Salat – egal ob mittags, oder abends. Manchmal steht auch Hähnchen auf ihrem Speiseplan. Früchte sind eine Ausnahme, wegen des enthaltenden Fruchtzuckers. Der 25-Jährigen ist klar, dass ihr Lebensstil nicht für jeden geeignet ist – statt ihn anderen aufzudrängen, versucht sie deshalb in ihrem Umfeld zumindest für bewussteres Essen zu werben und Denkanstöße zu geben.

„Es reicht ja schon, wenn man statt Cola anfängt, Wasser zu trinken“, gibt sie Menschen als Tipp, die sich etwas Gutes tun wollen. Aufzuschreiben, was man den Tag über alles isst und Süßigkeiten nach und nach zu reduzieren, der nächste Schritt. Unbedingt sollte man auf Fertigprodukte verzichten. Tütensuppen und Co. beinhalten oftmals schon einen großen Teil des Tagesbedarfs an Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt als ideale Zuckermenge für Erwachsene pro Tag 25 Gramm – das entspricht acht Stück Würfelzucker. Die Fastenzeit, so die Meinung von Regina Renpening, ist eine gute Möglichkeit, das zuckerfreie Leben auszutesten: „Die Erfahrung mal zu machen, wie der Körper auf den Zuckerentzug reagiert, kann schon ausschlaggebend dafür sein, dass es ,Klick' macht.“

Von unserer Redakteurin Christina Nover

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