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Neuwied

Nach Großbrand: Waldorfschüler beziehen ihr neues Domizil

Aus einem Tag des Entsetzens ist große Freude entstanden: Nachdem das Hauptgebäude der Rudolf-Steiner-Schule Mittelrhein in Niederbieber im Sommer 2015 nach einer Brandstiftung bis auf die Grundmauern abgebrannt war, nahm die Schulgemeinschaft nun an gleicher Stelle einen prächtigen Neubau ganz offiziell in Betrieb. „Schöner, großer und besser“, so beschrieb der zuständige Referent der Gymnasialabteilung im Bildungsministerium, Heinz Willi Räpple, den schmucken Bau.

Auf reges Interesse stieß die offizielle Einweihung des Neubaus der Neuwieder Waldorfschule. Vor rund zwei Jahren hatte ein Feuer die alte Schule bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Foto: Jörg Niebergall
Auf reges Interesse stieß die offizielle Einweihung des Neubaus der Neuwieder Waldorfschule. Vor rund zwei Jahren hatte ein Feuer die alte Schule bis auf die Grundmauern niedergebrannt.
Foto: Jörg Niebergall

Im Dezember 2015 hatte die Mitgliederversammlung mit 75-prozentiger Zustimmung den Neubau beschlossen, gerade einmal eineinhalb Jahre später konnte der neue Gebäuderiegel nun bezogen werden. Eine kurze Bauzeit, die sicher auch der Tatsache geschuldet war, dass das Bauatelier Wehner bereits vor dem Brand eingeladen worden war, um Lösungen für den stetig wachsenden Platzbedarf der Ganztagsschule zu erarbeiten. Architekt Harry Wehner brachte nun zügig die ursprünglichen Planungen für die neu benötigten Flächen mit dem Ersatzbau zusammen natürlich alles in ökologischer Waldorfbauweise.

Rund 4,64 Millionen Euro waren veranschlagt: Nach Abzug der Versicherungssumme und den Zuschüssen durch die Landesregierung blieben noch rund 1,95 Millionen Euro selbst zu finanzieren. Die Schüler trugen durch Basare, Konzerte und Sammelaktionen ebenso ihren Teil dazu bei wie die Eltern mit umfangreichen Eigenleistungen und finanziellen Beiträgen.

Jetzt war es dann soweit in einer Feierstunde am Samstagmorgen im Festsaal ganz offiziell den Neubau an die Schulgemeinschaft zu übergeben. Kollegiumsvertreter Axel Reimers begrüßte und führte charmant durch ein Programm, das nicht nur die obligatorischen Ansprachen enthielt, sondern in bester Waldorf-Art auch zahlreiche künstlerische Beiträge der Schulgemeinschaft beinhaltete: Der Oberstufe-, Lehrer- und Verwaltungschor sang unter Leitung von Jürgen Hofstötter, die vierte Klasse rezitierte, die Zwölftklässler hatte einen künstlerischen Beitrag einstudiert, und zum Abschluss bewies Gesang- und Klavierlehrer Björn Adam sein Talent.

Die beiden Waldorfschule-Vorstände Wolfgang Riedel (SV) und Petra Velden (FÖV) erinnerten noch einmal an die spannenden zwei Jahre nach dem Brand mit Abriss, Baubeginn, Grundsteinlegung, Richtfest und Fertigstellung und drückten ihre Freude über das neue Gebäude aus, das vor allem den Ganztagsschulbetrieb bereichert und die Platznot für die knapp 400 Schüler und fast 80 Beschäftigten der Rudolf-Steiner-Schule beendet.

Architekt Harry Wehner erzählte über den Bau selbst, nicht ohne auf die Bestimmung des Gebäudes einzugehen: „für ein soziales Wesen, eine Menschengemeinschaft“. Eine kleine Einführung in den Glasbau durch den Künstler Henning Hauke folgte, bevor dann Räpple die Grüße des Ministeriums überbrachte. „Die Herausforderungen der letzten beiden Jahre konnten erfolgreich gemeistert werden, weil viele bereit waren, auch unkonventionell zu unterstützen: Angefangen bei der Stadt Neuwied, der Versicherung oder den Kollegen der ADD Koblenz, die sich hier sehr engagiert haben. Auf ihren Vorschlag hin haben wir die Schulbaurichtlinie angepasst und neue Räume für die Schule möglich gemacht.“

Neuwieds Bürgermeister Jan Einig übernahm dann den Abschluss der offiziellen Rednerliste, die noch durch drei Gratulationen von Nachbarschulen und ehemaligen Kolleginnen ergänzt wurde, bevor schließlich der Rundgang durch das neue Schmuckstück anstand. Und da konnten sich alle Gäste davon überzeugen, dass aus Feuer doch manchmal auch Gutes entsteht: Wie ein Phoenix aus der Asche.

Von unserer Mitarbeiterin Andrea Niebergall

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