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    Michelin-Stern futsch: In Nodhausen erwacht der Kampfgeist

    Damit hatten Florian und Armin Kurz eigentlich nicht gerechnet: Der wohl am meisten beachtete Restaurantführer „Guide Michelin“ sieht beim Coquille St. Jacques im Parkrestaurant Nodhausen die Kriterien für „Eine Küche voller Finesse – einen Stopp wert“ nicht mehr erfüllt. Der dafür neunmal hintereinander eingeheimste Michelin-Stern ist für 2018 erst einmal futsch.

    Mit einem Michelin-Stern darf sich der Neuwieder Spitzenkoch Florian Kurz zwar vorerst nicht mehr schmücken, für hochwertige Küche steht er dennoch weiterhin.  Archivfoto: Jörg Niebergall
    Mit einem Michelin-Stern darf sich der Neuwieder Spitzenkoch Florian Kurz zwar vorerst nicht mehr schmücken, für hochwertige Küche steht er dennoch weiterhin. Archiv
    Foto: Jörg Niebergall

    Spitzenkoch Florian Kurz und sein Vater Armin sind entsprechend enttäuscht. „Wir haben es am Dienstagabend im Internet erfahren, dass der Stern weg ist und waren schon überrascht“, berichtet Armin Kurz auf RZ-Anfrage. Dass sich da in Sachen Bewertung etwas tut, hatte sich für Florian und Armin Kurz bereits angebahnt: „In diesem Jahr waren auffällig viele Michelin-Tester im Restaurant.“ Der Vorletzte habe sich zu erkennen gegeben und gesagt, dass schon einige vor ihm da gewesen seien. „Üblich ist eigentlich ein Test pro Jahr. Wenn mehrere Tester kommen, läuten sofort die Alarmglocken“, sagt Armin Kurz. Dann kann die Bewertung entweder nach oben oder nach unten gehen. Schon damals habe man eine erste Analyse gemacht, um abschätzen zu können, in welche Richtung die Reise geht. „Wir haben aber nichts gefunden, was für eine schlechtere Bewertung sprechen würde“, so Kurz.

    Jetzt, da der Michelin-Stern weg ist, wollen Florian und Armin Kurz sich auf die Suche nach der Ursache für die schlechtere Bewertung machen. Hinweise erhoffen sie sich da auch von einem Gespräch mit den Michelin-Experten. So kurz nach der Entscheidung gebe es jedenfalls noch keinen konkreten Ansatzpunkt. An der Frische der Zutaten kann es nicht gelegen haben, ist sich Armin Kurz sicher: „Vielleicht sind wir schon länger in einem Fahrwasser drin und müssen sehen, wo wir was verändern können. Vielleicht hat aber auch etwas der Zauber gefehlt.“

    Mögliche Gründe könnten etwa Personalwechsel in Küche und Service sein, die es gegeben habe. Doch jetzt Schuldfragen zu stellen, bringe nichts. „Es ist immer das Gesamtbild, das in solchen Fällen nicht stimmt. Dazu zählt für den Michelin irgendwo auch die Wirtschaftlichkeit.“ Gerade Letzteres sei am „kulinarisch schwierigen Standort Neuwied“ nur schwer hinzukriegen. Nicht umsonst wird daneben die Brasserie erfolgreich betrieben.

    Florian und Armin Kurz sind trotz Sternverlust weit davon entfernt, die Köpfe in den Sand zu stecken. Vielmehr richten sie den Blick nach vorn. Zumal die Küche in anderen gewichtigen Restaurantführern wie etwa dem Gault Millau nach wie vor gelobt wird. Deren Bewertungen wollen die Gastronomen noch abwarten. Im druckfrischen Bertelsmannführer erreicht das Coquille St. Jacques aber schon mal vier von fünf möglichen Bewertungen.

    Nach eingehender Analyse bleiben laut Kurz zwei Möglichkeiten: „Entweder, wir machen uns nach der Fehleranalyse wieder auf den Weg zu einem Michelin-Stern oder eben nicht.“ Auf jeden Fall wollen sie ihrem Stil treu bleiben.

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

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