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    Kreis Neuwied

    Lebensgefahr für Säuglinge: Keuchhusten ist wieder auf dem Vormarsch

    Die Zahl der Menschen im Kreis, die an Keuchhusten erkranken, hat im Vergleich zu 2016 zugenommen. Das geht aus den Zahlen des Kreisgesundheitsamts in Neuwied hervor. Demnach gab es bisher bereits 75 Fälle, im gesamten vergangenen Jahr waren es noch 54. Das war allerdings noch nicht der Höchststand der vergangenen fünf Jahre. Der Statistik des Gesundheitsamts zufolge wurde der Spitzenwert 2014 erreicht, als die Behörde ganze 106 Fälle verzeichnete.

    Foto: dpa

    Dennoch: „Keuchhusten ist generell ein Thema. Denn es kommt immer wieder vor, dass Kinder daran erkranken“, sagt ein Neuwieder Kinderarzt im Gespräch mit der RZ. Er weiß: Insbesondere bei Säuglingen unter sechs Monaten kann die Krankheit fatale Folgen haben. Denn Babys, so berichtet der Mediziner, reagieren mit Atemaussetzungen, was dazu führen kann, dass sie ersticken.

    „Hinzu kommt, dass Kinder, was Keuchhusten angeht, keinen Nestschutz haben. Das heißt, dass Antikörper der Mutter nicht so übertragen werden, dass die Kinder geschützt sind“, erläutert der Kinderarzt. Deshalb empfehle die Ständige Impfkommission auch, Kinder möglichst früh, das heißt ab einem Alter von zwei Monaten, zu impfen. „Das Problem bei der Impfung ist aber, dass sie keinen lebenslangen Schutz gewährt“, sagt der Neuwieder Mediziner. „Der Schutz lässt nach einigen Jahren nach, und das ist auch bei Menschen so, die die Krankheit hatten“, erklärt der Kinderarzt. Deshalb rät er dazu, die Impfung alle fünf Jahre aufzufrischen. Besonders wichtig sei das, wenn Kontakt zu einem Säugling besteht. Dann sollten alle, also Eltern, Geschwister, aber auch die Großeltern unbedingt prüfen, ob der Impfschutz nicht zu alt ist, und ihn bei Bedarf auffrischen. „Das kann beim Hausarzt, aber auch beim Kinderarzt geschehen“, sagt der Mediziner.

    Das Perfide am Keuchhusten, dessen Krankheitsverlauf sich in drei Stadien gliedert: Er ist zunächst gar nicht erkennbar. „Im ersten Stadium geht er mit Husten und Schnupfen einher, kann also zum Beispiel mit einem grippalen Infekt verwechselt werden“, erläutert der Kinderarzt. Nach ein bis zwei Wochen setzt das zweite Stadium ein. Dann erst kommt es zu sehr schweren Hustenattacken. Kinder keuchen beim Luftholen, können sogar erbrechen und laufen manchmal blau an, beschreibt der Mediziner das Krankheitsbild. Diese Phase, so sagt er, dauert einen bis anderthalb Monate. Erst im dritten Stadium lasse der Husten langsam nach. Ist die Person schon einmal geimpft worden oder hatte bereits Keuchhusten, sieht der Verlauf anders aus. In der Folge werde er nicht immer erkannt. „Dann hat man nur diesen doofen Husten – etwa vier bis sechs Wochen“, sagt der Mediziner.

    Das Gefährliche: Bleibt die Krankheit unerkannt, die sich durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Sprechen von Mensch zu Mensch überträgt, können sich durch den Husten die Bakterien weiterverbreiten, warnt der Kinderarzt. Und das, so ergänzt er, könnte für Kinder dann gefährlich sein. Keuchhusten kann behandelt werden. Dem Neuwieder Kinderarzt zufolge gibt es ein Antibiotikum, das bewirkt, dass der Patient nicht mehr ansteckend ist. Den Krankheitsverlauf indes könne es nicht positiv beeinflussen.

    Von unserer Redakteurin Silke Müller

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