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Neuwied

Landesgartenschau: Die Wied rückt in den Mittelpunkt

Die Ufer des Flusses sollen nach ökologischen Kriterien ausgebaut werden.

Die Wied spielt in den Plänen für die Landesgartenschau eine ganz besondere Rolle.
Die Wied spielt in den Plänen für die Landesgartenschau eine ganz besondere Rolle.
Foto: Frank Blum

Von unserem Redakteur Frank Blum

Die Wied wird stärker in den Mittelpunkt der Deichstadt rücken – sollte Neuwied den Zuschlag für die Landesgartenschau 2022 erhalten. Diesen Schluss lassen die Erläuterungen der Planungsgruppe zu. Und diesen Eindruck gewannen auch die vielen Bürger, die am Rundgang teilnahmen. In vier, jeweils von einem Experten angeführten Gruppen machten sie sich auf einen Rundgang, um Teile des insgesamt rund 26 Hektar großen Geländes in Augenschein zu nehmen. Wobei vor allem das Areal zwischen Hammergraben und Wied von Bedeutung war. Dort stehen heute einige kaum benutzte Gebäude, die man bei der Gartenschau mit neuem Leben füllen will. Den alten auf der Nord-Süd-Ache des Geländes stehenden Lokschuppen etwa oder das Stellwerk.

Welche Bedeutung der Fluss für das Ausstellungsareal besitzt, machte unter anderem Reiner Geisen vom Bauamt Neuwied gleich zu Anfang der Tour deutlich. Zum Ausbau des Hammergrabens hatte man seinerzeit die bis dato einen größeren Bogen auf dem Rasselstein-Gelände bescheibende Wied verlegt. 90 000 Kubikmeter Fels bewegten die Arbeiter, um den Fluss den Lauf zu geben, den man heute kennt.

Das Gewässer bietet den Planern zahlreiche Chancen – vor allem in ökologischer Hinsicht. Sie denken vor allem an eine naturnahe Gestaltung der Ufer und auf Artenvielfalt. Natürlich wird der Wiedwanderweg, der bei den Voruntersuchungen zum Rheinsteig begutachtet wurde, komplett saniert. Zudem soll der Fluss nicht trennen, sondern verbinden – mittels Brücken. Ältere Bürger erinnerten sich an frühere Zeiten als man vom Irlicher Ufer über Querungen, die über die Wied auf die Landzunge zwischen Fluss und Hammergraben und von dort über den Hammergraben selbst auf das Rasselstein-Gelände kommen konnte. Etwas Ähnliches ist für das Jahr 2022 geplant. Dies alles erläuterten die Fachleute den Bürgern direkt vor Ort derart anschaulich, dass so mancher sich im Geiste schon auf seinem ganz persönlichen Rundgang auf der Landesgartenschau wähnte.

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Der Hammergraben und der Fluss

Der Hammergraben ist ein um 1810 zum Betreiben eines Hammerwerks ausgebauter Wassergraben. Er wurde teils auch zur Lieferung von Nutzwasser an die Firma Rasselstein genutzt. Die Bezeichnung geht auf das früher am Wiedknie gelegene Hammerwerk Pasterts zurück. 1823 wurde der Unterlauf des Grabens erweitert und diente der Verladung von Produkten und der Versorgung des Rasselsteins. Bis in die 30er-Jahre des vorigen Jahrhunderts versorgten zwei Turbinenanlagen das Werk mit Strom. Am Stauwehr der Wied befinden sich vier regulierbare Schleusen, die für die benötigte Wassermenge sorgten. Heute wird der Hammergraben nicht mehr genutzt. Er fließt zur Weiterleitung und als Nutzwasser, teils offen, teils in Rohre verlegt, durch das Firmengelände und fließt nahe der Wiedmündung im Hafen wieder in die Wied. Der Fluss verlief auf dem Rasselstein-Gelände in einem weit größeren Bogen. Da das Werk das Gelände innerhalb des Bogens, auf der damals noch Irlicher Uferseite, für spätere Betriebserweiterungen benötigte, kam von dort der Vorschlag, den Verlauf der Wied zu begradigen. Die Wied wurde auch für den Hochwasserschutz durch einen 18 Meter tiefen Felseinschnitt umgeleitet. dfb

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