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    Holzbach: Überschwemmungsgebiet kartiert

    Saftig grüne Landschaften, naturnahe Auen von einem ruhigen Flusslauf durchzogen: Ob bei Dierdorf, Raubach oder Puderbach, der Holzbach vermittelt ein idyllisches Bild. Eines, das trügerisch ist. Schließlich ist der etwa 44 Kilometer lange Fluss dafür bekannt, dass er bei Hochwasser auf ein Vielfaches seiner normalen Größe anwächst.

    Foto: SGD Nord

    Von unserem Redakteur Robin Brand

    Zuletzt war das 2011 der Fall. Mithilfe der Erkenntnisse vergangener Hochwasser und einer digitalen Kartierung hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) das Überschwemmungsgebiet jetzt neu ausgewiesen.

    Diese Festsetzung des Überschwemmungsgebiets sieht die SGD als wichtigen Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz. Schließlich sei die Gefahr eines Hochwassers allgegenwärtig, wie die Behörde in einer Mitteilung betont. Das Gebiet erstreckt sich beidseitig des Holzbachs von der Gemeinde Brückrachdorf bis zur Mündung in die Wied bei Döttesfeld auf einer Länge von etwa 27 Kilometern. Zuletzt wurde das Überschwemmungsgebiet 1911 kartiert. Das sei im Rahmen der damaligen Möglichkeiten zwar sehr genau passiert, wie Rainer Jodes von der Unteren Wasserbehörde erklärt. Allerdings hätte die alte Verordnung für erhebliche Rechtsunsicherheiten gesorgt. So sind viele Bauten in den Auen des Holzbachs erst nach der Kartierung von 1911 entstanden. Seit 2013 erfasste die SGD das gesamte Gebiet um den Holzbach mithilfe digitaler Mittel.

    Foto: Robin Brand

    Gesetzliche Forderung eingehalten

    Mit der nun erfolgten finalen Kartierung kommt die SGD Nord auch der bundesgesetzlichen Forderung des Wasserhaushaltsgesetzes nach. Diese regelt vor allem, wo gebaut werden darf und wo nicht. Im Klartext heißt das: Gerade in den Auen des Holzbachs, die von Hochwassern betroffen sein könnten, ist Bauen in Zukunft kaum mehr möglich. "Es gibt die Möglichkeit, dass Ausnahmen gemacht werden. Aber die sind mit hohen Hürden verbunden", sagt Jodes. So müssen private oder gewerbliche Bauherren etwa Ausgleichsflächen schaffen und die Gebäude spezielle bauliche Anforderungen erfüllen. Eine dieser Ausnahmen betrifft die Papierfabrik Metsä Tissue in Raubach, die vom Hochwasser 2011 auch betroffen war. "Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine hochwasserangepasste Bauweise auch gerade im Interesse des Grundstückseigentümers ist", heißt es vonseiten der SGD. Kommunen und Bauherren soll die Karte eine Hilfe sein bei der Entscheidung, wo sie bauen.

    Mit der genauen Erfassung der Gefahren ist es für den Kreis aber nicht getan. Schon seit Jahren treiben die Behörden die Renaturierung des Flusses voran. Dies dient auch dem Hochwasserschutz. Schon in den 1980er Jahren wurden Teile des Flusses im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens "Naturnaher Wasserbau - Projekt Holzbach" aufwendig umgestaltet. Heute sind in Dierdorf die positiven Auswirkungen sichtbar. Jetzt soll der Fluss auf großer Fläche renaturiert werden. Unter anderem sagen die Behörden der Herkulesstaude - die Uferböschungen destabilisiert - den Kampf an.

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