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    Harschbach: Schimmelscheune erzürnt die Nachbarn

    Wenn die Anwohner der Harschbacher Mittelstraße ihre Fenster öffnen, überfällt sie das kalte Grausen: In der ganzen Straße stinkt es erbärmlich. Die Ursache haben die Harschbacher schnell ausgemacht: Unter den Trümmern einer verfallenen, halb abgerissenen Scheune fault altes Stroh vor sich hin, üble Gärgerüche ziehen in Schwaden durch über die Gasse und haben den Anwohnern den Sommer ordentlich vergällt. Mittlerweile haben sie Angst um ihre Gesundheit, denn bis sich Mäuse und Ratten das Gelände als Lieblingsspielzeug aussuchen, dürfte es ihrer Meinung nach nur eine Frage der Zeit sein.

    Seit Jahren verfällt eine Scheune in Harschbach. Nicht der Anblick ist das Problem, sondern der Gestank, sagen die Nachbarn.
    Seit Jahren verfällt eine Scheune in Harschbach. Nicht der Anblick ist das Problem, sondern der Gestank, sagen die Nachbarn.
    Foto: Angela Göbler

    Für Nachbar Hans-Jürgen Schmitter ist es mehr als ein Trauerspiel: Sein Haus steht dem ehemaligen Landwirtschaftshof direkt gegenüber. „Das haben wir jeden Tag vor den Augen und vor der Nase“, ärgert er sich. Dabei steht die frühere Scheune schon seit Jahrzehnten leer, einst hat sie einem älteren Paar gehört, der Sohn lebt nicht in der Region und hat sich nach den Worten der Nachbarn nie um das geerbte Gebäude und Grundstück gekümmert, bis im Juli plötzlich ein Bagger anrollte. Der riss einen quer stehenden Anbau des Gebäudes ein, seitdem klafft ein notdürftig mit Folie abgedecktes Loch in Mauer und Dach, auf der linken Seite fehlen Mauer oder Tor vollständig und geben den Blick frei auf Lagen von verquollenem Stroh.

    Haufenweise Schutt und schimmelndes Stroh stinken auf dem Gelände einer halb abgerissenen Scheune in Harschbach vor sich hin.
    Haufenweise Schutt und schimmelndes Stroh stinken auf dem Gelände einer halb abgerissenen Scheune in Harschbach vor sich hin.
    Foto: Angela Göbler

    „Vor dem Abriss sah es besser aus“, meint Hans-Jürgen Schmitter sarkastisch, denn der Anblick des Geländes ist das kleinste Problem. Um die Entsorgung von Balken und Scheuneninhalt haben sich die Abrissarbeiter nämlich nicht gekümmert. Überall auf dem Hof des Grundstücks liegen zersplitternde Balken, Mauersteine und zerbröckelnde Gebäudereste. Dass das nicht schön aussieht, könnten die Anwohner hinnehmen. Aber ihr Problem ist das alte Stroh, dass nach ihrer Schätzung seit mehr als 30 Jahren in der unbenutzten Scheune gelegen haben muss: Das wurde nämlich vor dem Baggereinsatz nicht entfernt, sondern einfach mit dem Bauschutt über der ganze Gelände verteilt. Hier verquellen die Halme nun nass und schimmelnd zu undefinierbarer Masse und entwickeln üblen Gestank, der den Anwohner Tränen vor Wut und Ekel in die Augen treibt.

    „Wir konnten den ganzen Sommer über kein Fenster öffnen, geschweige denn Wäsche raushängen oder uns mal nach draußen setzen“, berichten die direkten Nachbarn. Der ganze Straßenzug, so erzählen sie, habe schon unter dem fiesen Gestank zu leiden gehabt. „Und das geht doch alles ins Grundwasser“, ist sich Anwohner Schmitter sicher.

    Auch Ortsbürgermeisterin Friederike Becker hatte die fiesen Dünste schon in der Nase. „Wir hatten dem Besitzer angeboten, Haus und Grundstück seitens der Gemeinde zu kaufen, aber bisher hat er keine Bereitschaft signalisiert.“ Nach Aussagen der Ortschefin ist die Kreisverwaltung schon informiert, Bauaufsichtsbehörde, Wasserschutz und Abfallbehörde wissen Bescheid. Geschehen, so berichten die Anwohner übereinstimmend, ist aber noch nichts. Auch, weil laut Bauaufsicht seit dem Teilabriss keine Einsturzgefahr mehr besteht (siehe Auslagerung).

    Von unserer Mitarbeiterin Angela Göbler

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