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Kasbach

Fernsehpromi in Kasbach: 80-Euro-Waldi schätzt Altes für guten Zweck

Sabine Nitsch

Man könnte Walter Lehnertz sicher als authentisch beschreiben. Auf jeden Fall hat Lehnertz, besser bekannt als „80-Euro-Waldi“, das Herz auf dem rechten Fleck. Das Sammeln von Spenden für Bedürftige ist für den Antiquitäten- und Trödelhändler aus der Eifel eine Herzensangelegenheit, für die er sich kreativ, mit viel Engagement einsetzt. Dabei nutzt er seine Popularität aus der ZDF-Kultserie „Bares für Rares“, in der er seit 2013 einer der Händler ist. Für den guten Zweck gesammelt wird im September auch im Kasbachtal in der Brauereischänke „Alte Brauerei“, wo Waldi, zusammen mit dem Galeristen Detlev Kümmel, bekannt als Kunst- und Antikexperte der Kultsendung, und dem Antiquitätenhändler Fabian Kahl, der Paradiesvogel am Händlertisch, alte Schätzchen bewertet. „Das kostet nichts, aber die Leute sollen eine Spende dafür geben“, erläutert Waldi.

Peter Runkel, Walter „Waldi“ Lehnertz und Roman Runkel sind gespannt auf den Schätztag im September.  Foto: Sabine Nitsch
Peter Runkel, Walter „Waldi“ Lehnertz und Roman Runkel sind gespannt auf den Schätztag im September.
Foto: Sabine Nitsch

Schätztage beziehungsweise vergleichbare Veranstaltungen hat er bereits in Lüdenscheid, Bonn oder in der Eifel gemacht. Die Idee, ihn nun auch in Kasbach zu realisieren, entstand beim nostalgischen Weihnachtsmarkt in der Brauereischänke. Der prominente Gast war begeistert von den konservierten Dingen aus der guten alten Zeit, die Roman Runkel in der Alten Brauerei liebevoll in Szene setzt. Runkel sammelt seit mehr als 30 Jahren Nostalgiestücke in vielen Facetten und lädt Besucher der Brauereischänke zu einer Zeitreise ein, die die Seele streichelt. Mit Waldi und Runkel sind offenbar zwei Seelenverwandte aufeinandergetroffen, die längst eine Freundschaft verbindet.

Aber wie wird ein Antiquitäten- und Trödelhändler aus der Eifel Fernsehstar? „Eigentlich hatte ich mal ein Bauunternehmen. Aber Bandscheibenvorfälle zwangen mich zum Aufhören. Ich begann mit den Antiquitäten und habe anfangs viel Lehrgeld gezahlt“, berichtet Lehnertz lachend, der heute nicht nur Experte für alte Schätzchen ist, sondern auch eine 800 Quadratmeter große Antiquitäten- und Trödelhalle mit dem Namen „Waldis Eifel Antik“ in Krekel in der Eifel und einen zweiten Laden mit hochwertigen Möbeln besitzt.

Er war von Anfang an bei „Bares für Rares“ dabei. „Ein Kameramann hatte den Kontakt zum Sender hergestellt. Zum Casting waren damals 78 Händler und 30 Gutachter eingeladen. Ich war dann unter den letzten fünf, die jetzt als Händlerteam vor der Kamera stehen“, erzählt er. Lehnertz hat viele ungewöhnliche Sachen ersteigert. Besonderen Spaß hatte er übrigens, als er den Zuschlag für die mechanische Riesenfigur eines ständig nickenden Goethe bekommen hat, berichtet er.

Jetzt ist er gespannt, was ihm und seinen Mitstreitern in Kasbach angeboten wird. „Wir rechnen schon mit 500 bis 1000 Besucher, die ihre alten Schätzchen schätzen lassen wollen“, glaubt Runkel. Jeder darf mit Omas altem Porzellan, dem alten Ölbild von Onkel Johannes oder dem Schmuck von der Erbtante anrücken. Die Experten taxieren sieben Stunden lang die präsentierten Objekte, eventuell kaufen sie auch einige an.

Um nicht lange in der zu erwartenden Schlange stehen zu müssen, bekommt jeder Besucher eine Nummer und kann sich die Wartezeit im Restaurant oder im nostalgischen Museum vertreiben. „Aber auch am Schätztisch wird es sicher lehrreich, interessant und bestimmt unterhaltsam. Wir sind gespannt, was uns alles präsentiert wird“, sagt 80-Euro-Waldi, der diesen Ehrentitel übrigens trägt, weil sein erstes Gebot in der Sendung – egal, wie kostbar und teuer das Teil eigentlich ist – meist 80 Euro lautet. Welche Organisation oder Institution den Erlös des Schätztags bekommen soll, steht noch nicht fest. „Wir überlegen noch. Auf jeden Fall soll das Geld hier in der Region bleiben“, sagt Runkel, und Waldi betont: „Ich schaue vorher dort vorbei und gucke es mir an. Ich will genau wissen, wo das Geld hingeht. Es soll ohne Umwege bei den Leuten, die es brauchen, ankommen.“

Der große Schätztag in der Alten Brauerei im Kasbachtal ist am Samstag, 8. September, von 11 Uhr bis 18 Uhr. Vor Weihachten soll es noch einen zweiten Schätztag geben.

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch
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